von Dr. Mathilde Ludendorff (1938)
In der Folge 21/1938 unserer Zeitschrift gab ich einen kleinen Teilausschnitt aus dem vor allem Volke sich abspielenden Kampf der Priesterkasten um die Weltherrschaft, wie er zur Stunde in England tobt. In der gleichen Folge richtete Walter Löhde den Scheinwerfer auf das Bündnis des Papstes mit den freimaurerischen Kommunisten in Frankreich, das uns so recht zeigt, in welchem Ausmaß die christlichen und kommunistischen Streite nur Sektenstreite sind. Der jahwehungläubige »atheistische« Kommunist ist nur ein unartiges Kind des Kommunismus. Er selbst rüttelt keineswegs an der Jahwehherrschaft und geht deshalb getrost auch einmal mit römischen Jahwehdienern zusammen, wenn es eben politisch zur Stunde wichtig ist.
All diesen sichtbaren Priesterkastenstreit und die tiefe Verquickung des Christentums mit dem Jahwismus hat Erich Ludendorff in jahrelanger Volksaufklärung den Menschen, die auf ihn hörten, so eindringlich klar gemacht, daß sie schon zu selbständigen Kämpfern und Aufklärern des Volkes wurden. Die Priesterkasten selbst scheinen in ihrem unverständigen Handeln fast von dem Wunsche beseelt zu sein, seine Worte in ihren Handlungen vor allem Volke zu bestätigen.
Aus ernsten Gründen hielten wir sehr lange noch damit zurück, dem Volke die Gefahr der tibetanischen Priesterkaste zu zeigen, denn wir wußten, mit welchem Achselzucken und mit welcher fahrlässigen Gleichgültigkeit die Deutschen an dem Okkultismus vorübergehen, als sei er eine Spielerei für halbverrückte Leute, die niemals Weltgeschichte und noch dazu für des Deutschen Volkes Freiheit unheilvolle Weltgeschichte gestalten könne. Seit wenigen Jahren erst haben wir damit begonnen, die politischen Weltherrschaftsziele der asiatischen Priester dem Volke eingehend zu enthüllen. Auch dieser Teil des Kampfes hatte schon Erfolge. Nur da und dort einmal haben wir bisher erwähnt, daß hinter den Kämpfen, die man vor Laien führt, als noch weit gefährlicher das Ringen einer »unsichtbaren« asiatischen Priesterkaste um die Weltherrschaft steht. Sie wirkt mit »esoterischen« Geheimlehren an eingeweihte Kreise und will die »exoterischen« Religionslehren des Christentums, Buddhismus, »Wuodanismus« u.a. überwinden; diese Religionen – so sagt sie – wären einst für »die große Masse der Menschen« entstanden, weil diese ohne Sinnbilder, ohne Kulthandlungen usw. nicht auskäme, stammten aber alle aus der »einen, ewigen, esoterischen Religion«.
Mitten in dieser Aufklärung stehen wir heute noch. Es gilt, den Menschen zu zeigen, daß die Verbreiter dieser »esoterischen, ewigen Religion«, welche die Grundlage aller dieser »exoterischen« Religionssysteme sei, weit gefährlicher sind in ihren Wegen und Zielen. An die Stelle der von der »Esoterik abgeirrten« exoterischen Glaubenslehren wollen sie nun die »ewige unerschütterliche« Religion stellen, die alle Völker einen soll, jedem dabei seine Eigenart belassend. Allerdings nur Auserwählte sollen eingeführt werden, Auserwählte, die dann, selbst »von Gott gelenkt« die Völker lenken.
Es sind diese Bestrebungen unendlich viel gefährlicher, als die Bemühungen der verschiedenen Priesterkasten, trotz aller Aufklärung der Völker, trotz allen Fortschritten der Wissenschaft, die »exoterischen« Religionssysteme zu erhalten. Die »esoterische Religion« streift auf der einen Seite so viel ab, was die Wissenschaft widerlegt hat, und zeigt auf der anderen Seite dem volkhaften Erwachen ein so gefährliches Entgegenkommen, daß unendlich viele Menschen ihr verfallen werden. Das Zeitgemäße, was die Prediger der »esoterischen ewigen Religion« auf ihre Fahne geschrieben haben, ist der Kampf gegen die Priesterkasten und die Verkündung der Tatsache, daß die Menschen einen Mittler zu Gott, also auch Priester, gar nicht brauchen. So stehen denn diese Propheten, die von Asien geleitet sind, dort ebenso rege predigen wie in anderen Erdteilen, scheinbar und rein äußerlich geradezu in Übereinstimmung mit unserem Kampfziele, das Erich Ludendorff schon so weitgehend sieghaft verfocht: Befreiung der Völker von den Priesterkasten, den überstaatlichen Mächten.
Jüngst flog uns eine im Jahre 1901 geschriebene Geheimschrift zu, die dies asiatische Ziel der Zerstörung der herrschenden Priesterkasten der Religionssysteme Jerusalems, Roms, des Protestantismus und der Freimaurerei »Eingeweihten« verkündet. Dies Wirken asiatischer weltmachtgieriger geheimer Sendlinge in den europäischen Staaten scheint auf den flüchtigen Blick sich so sehr mit dem Geisteskampf des Hauses Ludendorff zu decken, daß der Wahn entstehen könnte, es habe mit seinem gesamten Kampf solchen weltmachtgierigen asiatischen Mächten förmlich einen Dienst getan. Daß das Gegenteil davon der Fall war, wird dem Leser am Schlusse meiner Ausführungen, wie ich hoffe, leichter begreiflich sein. Dann wird er verstehen, weshalb unser Haus trotz solcher scheinbar gleichen Kampfrichtung von Anbeginn an auf das heftigste gerade von den Asiaten bekämpft wurde, als gefährlichster Gegner, der mit jedem Schritt der Volksaufklärung und mit jedem Schritt des Hinführens zur Gotterkenntnis all ihren Plänen zugleich erstmalig größte Gefahr bedeutete. Blicken wir also einmal zunächst etwas tiefer in die esoterische ewige Religion, die da verkündet wird, um das zu verstehen.
Es handelt sich bei den esoterischen Predigern der »all-einen, ewigen Religion« wieder um eine Weltmacht erstrebende Gruppe: die Eingeweihten; statt des Namens Priester ist auch u. a. noch der des Meisters, des Weisen u.a. gewählt. Was aber lehren sie? Blicken wir näher hin, so sehen wir, daß Wahnlehren, die seit je auch den Buddhismus zum zuverlässigen Sattel der Priesterherrschaft machten, sorgsam von ihnen gehegt und gepflegt werden.
Ich habe in den Folgen 24/37, Seite 938 und 1/3, Seite 46 unserer Zeitschrift in den Aufsätzen »Drei Irrtümer und ihre Folgen« und »Ein falscher Maßstab«, wie ich hoffe, allgemeinverständlich genug die drei Wahnlehren gezeigt, die wegen ihrer unheilvollen knechtenden Wirkung auf Gläubige und ihrer Weltmacht sichernden Wirkung für die Priester von den verschiedenen Religionssystemen seit je wirksam angewandt wurden. Wegen der hohen Bedeutung dieser Erkenntnis für das Volk und die Völker hat Erich Ludendorff mit dem seinen den ersten Aufsatz als Sonderschrift im Ludendorff Verlag erscheinen lassen. Diese Schrift wird immer wieder dem Volke auch in Vorträgen nähergeführt werden. Die Wahnlehren von dem Schicksal lenkenden Gotte, von dem Gewissen als einer zuverlässigen Stimme Gottes in der Seele des Menschen und die Wahnlehre von dem Leben des einzelnen Menschen nach dem Tode zeigte ich in ihrer Wirkung auf den Menschen und die Priestermacht. Ich nannte sie die Kernpunkte der Religionssysteme, die den einzelnen Menschen in Sklavenabhängigkeit von Priestern und somit auch die Völker unter die Tyrannei weltgieriger Priester bringen und ohnmächtig für die Volkserhaltung machen.
Nachdem diese Erkenntnis wieder und wieder den Lesern vom »Heiligen Quell Deutscher Kraft« gegeben wurde, werden sie wohl genügend fest in diesen Tatsachen als selbständige Aufklärer des Volkes stehen, um nun einen weiteren Schritt mitgehen zu können. Die Anstürme der Wissenschaft gegen die Wahnlehren der Religionen waren allmählich so heftig und so erschütternd für die herrschenden Religionssysteme geworden, daß es nicht an klugen Menschen fehlte, die es voraussahen, daß die Tage der Priesterherrschaft zum mindesten in den Völkern, die der Forschung der exakten Wissenschaften besonders fruchtbar dienten, vielleicht doch gezählt sein könnten. Und siehe da, offenbar ebenso beseelt von dem Wunsche, Einfluß auf die Völker zu bekommen und sie zu lenken, wie einst Priester der Religionssysteme ihn erlangten, streiften sie an deren Irrlehren soviel ab, daß der Einklang mit allen naturwissenschaftlichen Ergebnissen leichter vorgetäuscht werden konnte, und es blieb von dem ganzen Gebäude der Wahnlehren nur wenig übrig. Aber das, was übrig bleibt, enthält dennoch die wichtigsten Wahnlehren der Religionssysteme, die Macht über die Menschen sichern! Unter eifriger Beteuerung, daß die Menschen einen Mittler nicht nötig hätten, daß Gott in ihnen selbst wohne, daß alle Kult- und Gottvorstellungen für die Eingeweihten nicht bestehen, finden sie den Weg zu dem wissenschaftlich denkenden Menschen! Auch ihre Lehre, daß Gott und das Weltall eine unlösliche Einheit sind, wirkt ebenso überzeugend wie anziehend. Die angeführte Lehre, daß das All von Gott gelenkt werde, wird allerdings als wichtiger Wahn beigegeben!
Da ferner plumper Wahn vor der Einweihung im übrigen nicht geboten wird, so scheint alles im Einklang mit der Wissenschaft zu stehen. Ja, die Getäuschten hören sogar, daß die Persönlichkeit des einzelnen Menschen nach dem Tode aufhört. Nun sind sie um so überzeugter, daß es sich hier nicht um eine Wahnlehre, sondern um Wahrheit handelt. Erst lange, nachdem der Lauschende Vertrauen gewonnen, wird ihm dann allmählich enthüllt, was an plumperen Wahnlehren ganz ebenso wie in den exoterischen Religionssystemen die Machtstellung der Meister sichert. Nun erfährt er: sterblich ist die Persönlichkeit, aber ewig ist die »Ichheit«. Sie besteht schon so lange wie das Weltall selbst. Sie tritt nach dem Tode wieder und wieder in einen neugeborenen Menschen. Die Art des Handelns und der Grad des Erkennens, den ein Mensch innerhalb seines Lebens erreichte, bestimmt mit der Gesetzmäßigkeit von Ursache und Wirkung die Geistesebene, auf der er dann wiedergeboren wird. Das Schicksal, das er in diesem Leben erfährt, ist also die folgerichtige Antwort auf sein Verhalten in dem vorangegangenen Leben.
Also Gott lenkt das Geschehen und das Ich erlebt die Wiedergeburt und trägt die Folgen für das Handeln in einem weiteren Leben. Mit anderen Worten, die wichtigsten Wahnlehren, die jederzeit Herrschaft über die gläubigen Menschen und ihr Handeln gestatten, sind auch hier zu finden!
Recht gefährlich für die nordischen Völker ist es, daß die »ewige esoterische Religion« sich der rassischen Eigenart des nordischen Menschen recht weitgehend anpaßt, da sie zum mindesten unter den nordischen Völkern betont, die Schicksalslehre, die Lehre vom »Karma« sei ein esoterisches Abweichen der alten »armanischen« Lehre vom »Garma«. Diese aber lehre, daß das Schicksal vom einzelnen Menschen mitgestaltet werde, er sei ihm also keineswegs tatenlos verfallen.
Wie glaubt nun, so werden manche Leser mich fragen, die Schar der »Eingeweihten« dieser »esoterischen ewigen Religion« bei solcher Abstreifung aller äußeren Macht durch Kultforderungen dennoch zu nötigem Einfluß und Macht zu gelangen?
Nun, die Geheimlehre ist im Besitz einer noch weit mächtigeren Wahnlehre, als sie den Priestern des Christentums z. B. zur Verfügung steht. Sie ist im Besitz der gleichen Wahnlehre, welche die Freimaurer an ihre Meister versklavt. Sie sagt ja, daß nur der Eingeweihte im Vollbesitz der Weisheit ist. Der Schüler aber, der so ganz allmählich eingeweiht wird, muß immer wieder um Rat fragen, wie sein Ich handeln soll, damit es nicht als notwendige und unausbleibliche Folge irrigen Handelns nach seinem Tode auf einer »tieferen Geistesebene« wiedergeboren werden muß. Wir sehen also hier eine Priesterherrschaft, die keineswegs wie die der »exoterischen« Religionssysteme die Lehre offen predigt, die Anweisungen weitgehend ein für allemal gibt, den persönlichen Einfluß auf gelegentliche Zwiesprache oder Ohrenbeichte beschränkt, sondern wir sehen eine eingeweihte, vor der Welt »unsichtbare« Priesterherrschaft, die ihren »Schülern« dauernd unentbehrlich bleibt, sie dauernd berät, ja, Gehorsam verlangt! Da sie nun außerdem das allmähliche Einweihen eines Schülers als eine große Auszeichnung für ihn bezeichnet, sehr sorglich auswählt und vor allem an die Menschen herantritt, die für ihre Herrschaftsziele wichtig werden können, so ist sie trotz dem genannten Verzicht auf äußerliche Stellung exoterischer Priesterkasten weit mächtiger als diese eben durch die Geheimhaltung des »Weistums« selbst, verbunden mit den genannten Okkultwahnlehren.
Stellen wir uns nun in allen Völkern der Erde eine Schar solcher, den Sturz der Priesterreiche der exoterischen Religionssysteme klar voraussehender eingeweihter Meister vor, die sich in Japan den japanischen, in China den chinesischen, in den nordischen Völkern den nordischen, in romanischen Völkern den romanischen ererbten Eigentümlichkeiten weitgehendst anpaßt, so ermessen wir einigermaßen die Größe der Gefahren. Sie erhöhen sich noch dadurch, daß in den Ländern, in denen das Volk selbst starke Reformbedürfnisse auf religiösem Gebiet zeigt, solchem Wollen denkbar weit entgegengekommen wird. Die Feindschaft gegen die Priesterreiche der exoterischen Religionssysteme in einem solchen Volke wird freudig aufgenommen und geschürt, und es wird auch eine Art Reform der Religionssysteme für die Laien geboten, denn alle will man ja nicht einweihen. Man paßt sich da weit den rassischen Eigenarten, auch dem Rasseerwachen selbst an. Man lehrt etwa in nordischen Völkern die alten Veden als Quelle des reinsten Armanismus, oder man gibt die »von Irrtümern gereinigte« Edda. Oder, wenn das Christentum noch Macht besitzt, bietet man an Stelle der »Priesterverzerrung« und des »Paulinischen Christentums« die »reine Jesuslehre« oder an Stelle der »Priesterverzerrungen des Buddhismus« den »Alt-Buddhismus«. Falls man z. B. in mohammedanischen Völkern seine Herrschaft errichten will, so wettert man gegen das Kalifat und gibt die reine Lehre des großen Propheten Mohammed. Aber man kann auch getrost seine Herrschaft errichten, wenn man, wie z. B. in Sowjetrußland, die geknechteten Laien atheistisch sein läßt, Auserwählte aber einweiht.
Ungläubig schüttelt der gute Deutsche den Kopf, wenn man nun sagt, daß ein solches »esoterisches, geheimes, unsichtbares Priestertum« mit seiner Okkultlehre von der Wiedergeburt der Ichheit politische Macht erstreben könnte. Ich sprach gerade von Rußland, und Rußland ist das Land, das den Zweifelnden recht gründlich belehren könnte. Hat etwa der Jahwismus im Sowjetreiche wirklich in vollem Ausmaße die Macht behalten, die es durch die Millionen Morde der Revolution sich zu sichern hoffte? Hat etwa Rom, in dessen Augen diese grausame Revolution, wie jener Mönch Chrysostomus Baur strahlend sagte, die »religiöse Sendung« hatte, mit den orthodoxen Ketzern »reinen Tisch zu machen«, wirklich seine bis zur Stunde mit so viel Eifer erfüllte Bestrebung erlangt? Hat etwa der römische Katholizismus im Sowjetreich sein Ziel wirklich erreichen können nach dem Mord an den orthodoxen Priestern? In dem katholischen Blatt »Schönere Zukunft« stand im Jahre 1931 am 15.11. noch zu lesen:
»Über alle erhebt sich heute der heilige Geist der Kirche auch in den nicht-katholischen Ländern. Es wird die Zeit kommen, da der Nachfolger Christi auf dem päpstlichen Stuhl die Völker der ganzen Erde in seiner Hürde vereinigt sehen wird zum Heil der Menschheit. Der Bolschewismus schafft die Möglichkeit, daß das starke Rußland katholisiert wird. Durch die Beseitigung gewisser reichsdeutscher Dynastien ist ein Hindernis der Rekatholisierung Deutschlands beseitigt worden. Der Sieg freier Gedanken in England und Nordamerika wird der Ausbreitung des Katholizismus zum Vorteil.«
Wer aber heute, sieben Jahre später, die Zustände in Rußland genauer betrachtet, der weiß, daß Rom trotz manchen errungenen Erfolgen heute nicht mehr so sicher sein kann, daß der »reine Tisch«, den der Bolschewismus gemacht hat, für Rom gemacht wurde. Der Sturz der orthodoxen Priesterkaste in Rußland wurde, machtpolitisch, so dünkt uns, weit mehr von dem höchsten Lenker der Welt im Innern Asiens benutzt, dem »unsichtbaren« Herrn der Erde, von dem in dem Aufsatze »Priester, Götter, Politik« in der Folge 21/38 berichtet wurde.
Von Osten soll das Licht kommen, nach Westen über die Völker der Erde leuchten, und viel wurde schon unbekümmert um das ungläubige Kopfschütteln der Menschen, die man aufklären will, erreicht. Aber ein wichtiges Ereignis läßt es möglich erscheinen, daß eine gewisse Änderung im Plan der Durchführung dieser Weltherrschaft eingetreten ist. Der eben genannte Aufsatz brachte uns die hochgewichtige Tatsache, daß zum ersten Mal kein Panschen-Lama und kein Dalai-Lama leben, daß also in Tibet, auf dem Dache der Welt, die höchsten Instanzen fehlen, die notwendig sind, die Kinder, die als neue Oberlamas erkannt werden, zu bestätigen.
Und während dieses sehr bedenklichen Zustandes hören wir, wie ein großer Prophet aus den Büchern der Weisheit eine Stelle verkündet, die das Ende des lamaistischen Priestersystems vorausgesagt hat, und der zur »reinen Lehre« zurückführen will. Sollte der unsichtbare Herr der Welt es also an der Zeit halten, nun, da die anderen äußerlichen Priesterreiche der Religionssysteme zu fallen drohen, auch das lamaistische äußerliche Priesterreich, weil allzu befehdet und allzu sehr enthüllt (!) schwinden zu lassen und in Asien auch mit den gleichen unsichtbaren Meistern auszukommen, wie er sie bisher in all den Ländern anwenden mußte, die noch mächtige Priesterreiche haben? Die Zukunft wird es erweisen. Aber niemand möge glauben, daß, wenn auch dieses äußerliche, höchst bedenkliche, einen recht kummervollen Anblick gewährende lamaistische Priesterreich schwindet und durch ein unsichtbares, okkultes ersetzt wird, die Lage der Völker etwa weniger gefährlich wäre.
Ein achselzuckendes Lächeln über den Okkultwahn der Geisteslenkung des Weltgeschehens durch den unsichtbaren »Herrn der Erde« und den Okkultwahn der »Wiedergeburt der Ichheiten«, den Okkultwahn, daß die Eingeweihten voll des höchsten Weistums seien und die erhabensten unter den Ichheiten nun einweihen und beraten, ändert nichts an der Gefahr.
Nun wird der Leser es eher begreifen, weshalb denn Erich Ludendorffs Strategie dem Volke zunächst die sichtbaren, auffälligen Machthaber Europas, aber auch ihre Art und Weise der Seelenknechtung enthüllt hat. Die persönliche Erfahrung des Einzelnen im Volk, ein Blick nur auf die Jahre des Weltkrieges und auf die Revolution half da all unsere Volksaufklärung zu bestätigen, und so wuchs die Zahl der voll Überzeugten. Verfänglicher für die Asiaten aber war es, daß wir vom ersten Tage an bei der Enthüllung des Jahweismus, dann des Freimaurers, dann Roms, dann der Christenlehre und endlich der okkulten Geheimorden immer wieder vor allem das Wesen der Wahnlehren und ihre Wirkung auf die Menschenseele, das induziert Irremachen, nachgewiesen haben. In ihrem Wesen und in ihren wichtigen Machtmitteln auf das Volk standen sie alle da enthüllt, nicht nur in ihrem politischen Handeln. Da nun aber die esoterische, geheime, unsichtbare Priesterkaste, wie ich hier kurz gezeigt habe, die gleichen Wahnlehren in etwas veränderter Schattierung gibt und genau so die Seelen krank macht und knechtet, so ist es nun ein leichtes, den verborgensten, Weltmacht erstrebenden Herrn der Erde in das klare Licht der Enthüllung zu stellen.
Nichts hätte den okkulten, esoterischen Priesterkasten so verhängnisvoll sein können, als unser Kampf nach gleicher Richtung, aber mit vollkommen anderen Mitteln und völlig entgegengesetzten Zielen. Lieber hätten sie die exoterischen Priesterreiche noch lange äußerlich an der Macht gesehen, als unseren Kampf erleben zu müssen, der vor allem den Okkultwahn aller Religionssysteme und seine Auswirkungen auf die Menschenseele so hell beleuchtete. Daher denn auch der abgründige Haß derer, die uns nun dienten, da auch sie gegen Priesterkasten und gegen die Freimaurerei kämpften, sie leisteten uns Hilfe, und dennoch führte der Feldherr die Aufklärung über den Okkultismus so rasch voran, wir gaben auch in der Gotterkenntnis die befreiende Hilfe, so daß der Sturz der exoterischen Priesterkasten nicht mehr die Verdunkelung durch den asiatischen Okkultismus im sicheren Gefolge haben wird.
Weise ließ Erich Ludendorff die Lage reifen, bis er vor wenigen Jahren zum ersten Mal und dann immer wieder den Blick des Volkes zu dem Dach der Welt, Tibet, und auf die Weltmachtwünsche asiatischer Priester hinlenkte. Auch hier wieder die exoterische Priesterkaste, Dalai- und Panschen-Lama, aufweisend, um dann zu der esoterischen hinzuführen.
In allen Weltteilen sind unsere Aufklärungswerke, sie können nicht mehr getilgt werden, in allen Weltteilen sind die Werke der Gotterkenntnis, sie können nicht allerorts vernichtet werden, und die Schar der Überzeugten wird dafür sorgen, daß die Aufklärung und das Hinführen zu der Gotterkenntnis auch nach des Feldherrn Tode weiterschreitet. Die Gotterkenntnis aber ist ein Bollwerk gegen alle Weltherrschaftgelüste durch Okkultwahn, sie stellte der Feldherr für die Zukunft sicher, ehe er die Augen schloß – an ihr wird asiatischer Okkultismus scheitern.