Priestermächte gegeneinander

Von Erich Ludendorff1)

Die Verhältnisse in Ostasien im allgemeinen und die Verhältnisse in der Mongolei und im gesamten China im besonderen lenken die Aufmerksamkeit auf das Wirken der dortigen Priesterkaste, das buddhistisch-lamaistische Mönchstum, und damit wieder auf das Wirken des mittelasiatischen Okkultismus nach Weisung der Panschen- und Dalai-Lama.2) Ich habe mich mit ihm bereits in der Abhandlung »Okkulte Kräfte bei der Krise in Japan« in der Folge vom 20.3.1936 (Am Heiligen Quell Deutscher Kraft) eingehender beschäftigt und oft sein Wirken weit über die Grenzen Mittel- und Ostasiens, über das »Tor der Welt«, Ceylon, hinaus, bis nach Europa und Amerika hinein gestreift und dabei auch auf besondere Strömungen in der englischen Politik hingewiesen.

Ich wende mich hier zunächst dem Sterben der Mongolen zu. Mag dieses auch für das heutige lebende Geschlecht in Deutschland vor anderen Ereignissen zurücktreten, es kann indes sehr viel daraus lernen und muß es. Ich deutete in der letzten Folge (Am Heiligen Quell Deutscher Kraft vom 20.12.1936) an, wie der Mongole in der inneren Mongolei das Vorgehen der chinesischen Siedler fürchtet. Sie nehmen ihm Weideland für seine kärgliche Nomadenwirtschaft. Doch das steht hier nicht zur Erörterung, sondern die Frage, wie kommt es, daß die Mongolen, die einst mächtige Kaiserreiche gründeten und mit ihren Scharen Rußland unterwarfen, seinem Leben Gepräge gaben und bis nach Deutschland vordrangen, heute ein sterbendes Volk sind? Sie starben, wie auch andere Völker es tun, nach und nach an ihrer Glaubenslehre und den Erscheinungen, die die Glaubenslehre bringt.3) Daß die buddhistische Glaubenslehre immer mehr im Lamaismus, im finsteren okkulten Dämonenaberglauben erstarrte und die übliche Furcht der abergläubischen Menschen vor dem Tode, ihre unklaren Anschauungen, was nach dem Tode ist, und die Angst, was nach dem Tode den Glaubensanschauungen zufolge sein könnte, ausnutzt, ist bekannt. Hier handelt es sich darum, wie sich das lamaistische Mönchstum auf das Sterben der Mongolen auswirkt. Die Fr. Z. vom 8.12. schreibt hierüber erschütternd:

»Über die Stellung des Lamaismus in den verschiedenen Religionssystemen und Glaubensbekenntnissen der Welt läßt sich streiten. Nicht aber über seine Rolle in dem physischen und nationalen Niedergangsprozeß der Mongolen. Es ist ein ungeschriebenes Gesetz in der inneren Mongolei, daß ein bis zwei Söhne jeder Familie, wenn Söhne überhaupt vorhanden sind, Lama-Priester werden müssen und somit keine Familie gründen dürfen. So sind 50 bis 60 Prozent aller männlichen Mongolen Lama-Priester. Damit ist schon allein die Stagnation im Bevölkerungszuwachs der Mongolen erklärt. (Die Innere Mongolei hat höchstens 600 000 Einwohner auf einer Fläche, die doppelt so groß wie Deutschland ist.) Auch die unzureichende Produktivität der Weidewirtschaft spielt bei dem Stillstand der Bevölkerungszahl eine Rolle. Denn es fehlen nicht nur männliche Arbeitskräfte, sondern die Verbindung des Lamaismus mit der einzelnen Familie garantiert den Tempeln und Klöstern und den herumziehenden Lamas eine ausreichende Ernährung, ja, teilweise sogar Reichtum auf Kosten der übrigen Mongolen. Die zahlreichen und mächtigen Lamatempel, die endlose Zahl der umherwandernden, in den Jurten hockenden und Nahrung verlangenden Lama-Priester, geben eine ungefähre Vorstellung von der Größe des Anteils am Wirtschaftsergebnis, den der Lamaismus beansprucht.

Armut und Gleichgültigkeit

Doch die Zahl der Lamas, ihre Stellung in der mongolischen Familie und die Oberflächlichkeit der religiösen Gesinnung hat sie außerdem zu ständig wirksamen Verbreitern einer Geschlechtskrankheit gemacht, die die Mongolen in der weitaus überwiegenden Mehrzahl erfaßt hat. Es wäre grundfalsch zu glauben, daß sich selbst in Jahrhunderten ein Volk gegen die Wirkungen dieser Krankheit immun machen könnte. Schon bei oberflächlicher Beobachtung fanden wir genügend Gegenbeweise. Und gerade nach Reisen in China und Japan, Ländern übermäßigen Kinderreichtums, fällt die Kinder- und Säuglingslosigkeit der Mongolen besonders auf. Ganz selten einmal sieht man eine Frau mit einem Säugling auf dem Arm.

Dazu kommt die vollkommene Gleichgültigkeit des Lamaismus seinen eigenen Schädlichkeiten gegenüber. Ebenso wie die Ausübung der Religion in einem unvorstellbaren Grade ‚mechanisiert' worden ist, ebenso gleichgültig und unbeteiligt ist der Lamaismus gegen diese für das Volk der Mongolen so verhängnisvollen Auswirkungen. Seine religiöse Wirkung aber auf die Mongolen wird trotz der genannten Folgeerscheinungen durch Zurückgreifen auf primitivsten Zauber- und Aberglauben eines so einfachen Hirtenvolkes kunstvoll aufrechterhalten.«

So die furchtbaren Folgen der lamaistischen Priesterherrschaft und im besonderen des buddhistischen Mönchstums, das einst das Vorbild war für die Einführung des Mönchstums in die griechisch-orthodoxe und die römische Kirche. War der Lama-Mönch zunächst verheiratet, so wurde für ihn später das Gebot der Ehelosigkeit (das Zölibat) eingeführt. Damit bekam erst sein Mönchstum seine so tief verheerende Wirkung. Auch die griechisch-orthodoxe und die römische Kirche folgten mit der Einführung des Zölibats jenem Vorbilde, wie denn überhaupt die Charakteristik der folgerichtigsten Priesterkasten in der Ehelosigkeit, damit in ihrer Entwurzelung aus arteigenen Völkern und in ihrer Umbildung zu einem durch Eide und Dressur zusammengefügten Männerbunde in des Wortes verwegenster Bedeutung liegt.4) Das jüdische Rabbinertum, dem das protestantische Priestertum und das Freimaurertum folgten, ging andere Wege. Der Priester durfte heiraten und bleibt mit seinem Volke vereinigt. Das jüdische Rabbinertum wurde, da der Rabbiner bewußt völkisch ist, der Zusammenhalt des jüdischen Volkes. Seine Hilfsmannschaften indes konnten durch ihr Verheiratetsein um so leichter in die Völker, denen sie angehörten, dringen und im Sinne des Mosaismus wirken, d. h. ganz anders als die vom Volke mehr abgeschlossene römische Priesterhierarchie, die infolgedessen für Volksbeeinflussung in ihren Kulturen besondere Wege zu gehen hatte. Ihnen allen aber gemeinsam ist das Streben, das weibliche Geschlecht von seinen Pflichten für die Volkserhaltung außerhalb der Pflichten der Mutterschaft auszuschließen, in dem richtigen Erkennen, daß in ihm die Volksseele infolge ihrer Mutterschaftsaufgabe in Fragen der Volkserhaltung viel klarer und eindringlicher spricht als im Manne. Sorgsam wachen die Priesterkasten darüber, daß die Stimme des Weibes sich nicht gegen alle Gefahren erheben kann, die Priesterkasten, die so gern dem Herrschaftswillen des Mannes schmeicheln und ihn für ihre Bestrebungen in Beschlag nehmen, jedem Volke zeitigen. – Die Stellung der Frau in den ostasiatischen Völkern bestätigt diese Feststellungen.

Der Lamaismus in der Mongolei ist die ausgeprägteste aber auch entartetste Form der üblichen Priesterherrschaft in einem Volke. Der Fürst steht an zweiter Stelle. Der Lamaismus strahlt aus von Lhasa auf der Hochfläche von Tibet, dem »Dach der Welt«. Hier ist die Priesterherrschaft vollendet. Tibet ist Kirchenstaat. Hier lebt der Panschen- oder Taschi-Lama, die Reinkarnation Buddhas, d. h. die Wiedergeburt Buddhas in ihm, und »lebender Gott«.5) Vor ihm steht, sichtbar den Völkern, als sein Vertreter und weltlicher Priestergott der Dalai-Lama. In ihren okkulten religiösen Anschauungen fühlen sich Panschen- und Dalai-Lama nicht nur als Herren Mittelasiens nach Osten hin bis einschließlich Japans, nach Westen über die mongolischen, tartarischen und turkmenischen Stämme hin bis zum Kaspischen Meer. Sie müßten nicht »Gott auf Erden« und Priester sein, wenn sie nicht für ihren Gott, d. h. für sich, die Herrschaft über alle Völker der Erde beanspruchten. Am Neujahrstage erschallt vor dem Taschi-Lama – nach Sven Hedin – mystischer Chorgesang:

»Er ist gedämpft, tief und langsam, er zittert in religiöser Begeisterung … und scheint voll Überzeugung und mahnend in Gebirge und Täler hinauszurufen:

In der Erde Länder allen
Soll dies Lobeslied erschallen
 …

Ergreifend, mystisch, voller Sehnsucht und Hoffnung ist diese wunderbare Losarhymne …«

Okkulter Wahn ist es, der den Gott auf dem »Dache der Welt« in Tibet an seine Herrschaft über alle Menschen und Völker glauben läßt, okkulter Wahn, der ihrer Glaubensdressur und eigenstem, finsterem okkulten Aberglauben entsprießt, ist es, mit dem sie ihre Herrschaft vorbereiten und zu festigen wähnen. Sie sehen in dem Kaiser von Japan den Sohn der Sonnengöttin, d. h. erzeugt von ihm, dem Gott, mit einer Sonnenjungfrau, wie sie in den Priesterkasten des Altertums geschildert wird. Der Panschen-Lama hält den Kaiser von Japan für seinen gehorsamen Sohn und sieht die Gewähr dafür in der Aufrechterhaltung der Göttlichkeit des Kaisers gegenüber dem japanischen Volke, in dessen priesterlicher Stellung diesem gegenüber und in einer sozialen Wirtschaftsgestaltung auf staatskommunistischer Grundlage.

In China hat er die Hoffnung auf Tschiangkaischek und dessen Organisation »Neues Leben« gesetzt.

Daß okkulte Einflüsse dabei gewirkt haben, daß Japan und das China Tschiangkaischeks sich schließlich immer wieder vertrugen, ist zu vermuten. Klar ist, daß das Eindringen des »Westens«, d. h. des Mosaismus und Christentums mit ihrer Zivilisation und ihrem Glauben an einen anderen Gott ein schwerer Schlag für den okkulten Wahn des Panschen- und Dalai-Lamas war. Wenn heute der Kommunismus von Moskau her so hart in die Geschicke Chinas und Ostasiens eingreift, indem er Tschiangkaischeck durch seinen Vertrauensmann gefangen nehmen ließ und damit China in schwerste Wirren stürzen, Japan, wenn auch wider Willen, zum Eingreifen in China zwingen könnte, so entspricht das nicht den Wünschen des »lebenden« Gottes in Tibet, denn der Kommunismus in Moskau ist noch judaisiert. Die Befreiung Tschiangkaischeks entspricht den Wünschen des »Gottes« in Tibet.

Nach Westen zu, in Europa, hatte sich das asiatische Mönchstum fest in die griechisch-orthodoxe Kirche eingenistet. Das »Geheimnis« und die hohe Bedeutung des orthodoxen Klosters auf dem Berge Athos, unweit Saloniki gelegen, ist hierin zu suchen. »Der Gott« auf der Hochfläche von Tibet war mit Rußland zufrieden. Aber als Rußland unter dem Zaren weit in die Mandschurei eingriff, da mußte seine Einstellung ein anderes Gesicht erhalten. Haßerfüllt mußte er auf das Zarentum blicken. Wie der Mosaismus und Rom die Kräfte ansetzten, um es zu stürzen, so tat es auch »der Gott« in Tibet. Rasputin und der okkulte Aberglaube am Zarenhofe werden seine Werkzeuge gewesen sein. Aber der Gewinn fiel schließlich dem Judaismus zu, der mit Lenin zur Herrschaft in Rußland kam. Stalin, dessen Gesichtszüge nach englischen Zeitungen ausgeprägtes Tartarentum zeigen, denkt anders. Hieraus erklärt sich seine Haltung gegen Trotzki, den Vertreter des in Rußland nach völliger Herrschaft strebenden Judaismus, und andere Juden, die kürzlich ihr Leben lassen mußten. Aber immerhin fühlt sich Stalin durch die Einflüsse des Judaismus doch noch gehemmt. Bisher hat er aber auch den Jesuiten noch keine Zugeständnisse gemacht. Daß diese sich bemühen, auf ihn Einfluß zu gewinnen, ist ein anderes Ding. Das Ringen der Priesterkasten in Moskau ist noch nicht abgeschlossen.

Daß die okkulten Wahnvorstellungen Mittelasiens weit im Islam Platz gegriffen haben, zeigen viele Gebräuche und Einrichtungen desselben. Wie gefestigt die Priesterherrschaft, wie stark der Aberglaube im Mohammedanismus ist, ist bekannt. Es ist nicht schwer, daß sich an die Führer mohammedanischer Länder okkulte Einflüsse aller Art heranschieben. »Der Gott« in Tibet wird dies nicht unversucht lassen.

Weiter in die nordischen Länder nach Europa und Nordamerika dringt der mittelasiatische Okkultismus über das »Tor der Welt«, Ceylon, durch die neubuddhistischen Bewegungen, wie ich sie nenne. Er hat namentlich in Deutschland, England und in den Vereinigten Staaten Nordamerikas im Gegensatz zum Judaismus und Rom festen Fuß gefaßt, auch wenn beide sich bemühen, die neue okkulte Gefahr zu zersetzen und zu leiten. Unsichtbare Väter wirbeln hier alles durcheinander und machen wie aus den Völkern auch aus den okkulten Organisationen einen Brei. Aber doch liegt in einzelnen Organisationen der Schwerpunkt nicht bei Judaisten und Jesuiten, sondern in jenem Okkultismus, der aus Asien kommt und Lehren verbreitet, die für Ostasien passen mögen, aber für nordische Völker mit ganz anderem Rasseerbgut ungeeignet sind. Ich erinnere hier an den Orden Br. Köthners, der die Grundsätze des asiatisch-okkulten Tempelherrenordens, den auf Eide sich aufbauenden Gehorsam einer hierarchisch gegliederten, »priesterlichen« Laienorganisation, auf europäische Völker angewandt sehen wollte. Ich habe mich hierüber früher in »Ludendorffs Volkswarte« ausgesprochen. Die anderen Versuche des asiatischen Okkultismus, bei uns Fuß zu fassen, wie die Theosophie der Frau Blawatski und der Frau Anni Besant und ihres Schülers, Herrn Steiner, und weitere recht unklare Köpfe, die uns einen deutschen Glauben an einen schicksalsgestaltenden Gott bringen und durch Übungen aller Art und »Lebensreform« eine Vereinigung mit Gott bewirken wollten, sowie die panarische Bewegung, deute ich hiermit nur an, um die Vielseitigkeit der Deckmäntel zu zeigen, die »der Gott« seinem okkulten Wollen umlegt.

Es ist folgerichtig, daß Rom und der Mosaismus die Weltherrschaftansprüche »des Gottes« in Tibet, dem Dach der Welt, als gegen ihre Glaubensansprüche und die ihres Gottes gerichtet ansehen müssen … Der Gott, der Jahweh dient, ist ein anderer als der, den »der Gott« in Tibet darstellt, mag er ursprünglich auch ein Gott der alten Priesterreiche gewesen sein, wie sie Charles Darwin in seinem Werke »Die Entwicklung des Priestertums und der Priesterreiche« schildert. Daß das mosaische Hohenpriestertum aus dem Ägyptischen und Babylonischen hervorgegangen ist, ist klar. Es hat sich in der Christenlehre, in der es so viel aus dem Indischen entlehnt hat, eine okkulte Propagandalehre geschaffen … Ihm dienen die protestantischen Priester bewußt oder unbewußt, sowie das okkulte freimaurerische »königliche« Priestertum Jahwehs.

Die jüngste priesterliche Weltmacht ist die römische Priesterhierarchie mit dem Papsttum an der Spitze. Sie wurzelt wiederum … im Leviten- und Hohenpriestertum. Daß sie auch aus dem Mithraskult vieles übernommen hat, ändert daran nichts. Die zahlreichsten Entlehnungen entnahm indes die römische Kirche wiederum den indischen Religionslehren und übermittelte sie dadurch auch zum Teil der protestantischen Kirche. Ich nenne hier Kindertaufe, Kommunion oder Ohrenbeichte, Priesterweihen und priesterliche Einsegnung der Ehe. Ich nenne das Weihwasser, den Rosenkranz, ich nenne das Mönchstum. Dieselben Mittel, wie sie die indischen Priester anwandten, um die Menschen in den Bann zu schlagen, gebrauchten christliche Priester und vor allem die römische Priesterhierarchie. Schließlich entstand noch im Jesuitenorden ein Gebilde, das in seinem Oberen, in dem Jesuitengeneral, den gleichsam gegenwärtigen Christus – den Christus quasi praesens – also den Gott, der auf Erden weilt, schuf und ihn in schwarzer Gewandung hinter das lichte Gewand des römischen Papstes, den »Stellvertreter Christi«, stellte, und damit Ähnliches erreichte, wie es auf dem Hochlande von Tibet in dem Panschen- und Dalai-Lama vorhanden ist. Daß der Vatikan in einzelnen Einrichtungen, so in der Treppe, dem Klosterpalast des Dalai-Lama in Tibet gleicht, sei nur erwähnt.

Wie die indischen Priesterkasten, so arbeiten auch die mosaischen und vor allem christliche Priester mit der Angst des Menschen vor dem Tode und mit den für sie bestehenden und von ihnen genährten Gedanken über eine Gewißheit eines Lebens nach dem Tode … Auch sie setzen ihre Macht höher als die Macht des Staates. Ich kann verstehen, daß »der Gott« in Tibet grollte, daß mit den seiner Auffassung nach von ihm entlehnten Mitteln die Menschen nun einem anderen Gott unterworfen werden sollten, und daß er, je mehr er dies erkannte, auch um so schärfer mit seinen okkulten Bestrebungen zum Angriff gegen die mosaische und christliche Priesterkaste vorging, wie diese ja auch in seinen ureigensten Besitzstand eingriffen und dort ihm den Kampf angesagt hatten. Jetzt schiebt Rom ein Kloster an einer der Paßstraßen des östlichen Tibet von Indien her vor …

So entwickelte sich das stete Ringen dieser Theokratien (Gottesstaaten) gegeneinander, in dem der Okkultismus mit seinen Wahnvorstellungen und damit die Kabbalah eine immer größere Bedeutung als Kampfmittel erlangten. Sie enthält nicht nur jüdischen Aberglauben! Ich stimme damit der früheren Großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland, die sich selbst als Tempelherrenorden, also als okkultestes aller okkulten Gebilde, bezeichnete, durchaus zu. Wie im Weltkriege die Christenvölker (Gott) Jahweh anriefen, damit er ihnen den Sieg verleihe, so legt jetzt jeder der okkulten Beeinflusser des Weltgeschehens die Kabbalah zu seinen Gunsten aus, aber er befürchtet in seinem Aberglauben schließlich, daß die Gunst der Kabbalah doch auch bei der Gegenseite sein könnte. Die unsichtbaren Väter des Weltgeschehens haben so jedenfalls ein leichtes Spiel, um Verwirrungen auf der Erde hervorzurufen, die den Theokratien zugute kommen und die Völker weiter in das Verderben führen. Auf das Sterben der Völker baut sich die Priesterherrschaft auf. Sagte doch vor Jahren ein römischer Kardinal:

»Wenn die Welt aus tausend Wunden blutet, dann schlägt die Stunde der katholischen Kirche.«

Es liegt ein gleicher Sinn in der Hoffnung des christlichen Religionsstifters, des Juden Jesus, auf das »Brennen« der Welt (Luk. 12, 19), es ist dasselbe, was alle Priestermächte zur Verwirklichung ihrer Herrschaft hoffen müssen. Darum soll Feuer angezündet werden:

»Was wollte ich lieber, denn es brenne schon.«

Von jeher haben die Priestermächte gewußt, daß sie des weltlichen Armes sich auf verschiedenste Weise zu bedienen haben, um ihre Weltherrschaft durchzusetzen. Ihn machten sie sich dienstbar, sie wirkten auf die Fürsten oder die Machthaber in einem Volke mit denselben Mitteln, mit denen sie die Menschen in ihren Bann schlagen, nur daß sie diese noch eindringlicher mit ihren Wahngebilden umnebelten und ihrem Machtwillen und ihrer Genußgier auf allen Gebieten frönten. So gelingt es den Priestern, die Völker in das Ringen um die Weltherrschaft, die  s i e  erstreben, hineinzuziehen, ohne daß die Völker es merken, ja, diese glauben, für sich und für die Freiheit zu ringen. Das Gefühl ihrer Arteigenheit, die das Rasseerbgut erstrebt, ist ihnen vollends verloren gegangen, seitdem sie dessen Stimme und die der Frau nicht mehr hören, wie dieses z. B. einst unsere Ahnen taten.

In meinem Werke »Kriegshetze und Völkermorden in den letzten 150 Jahren« habe ich im besonderen das Ringen des Judaismus und Roms in den Völkern nachgewiesen und dann später häufig die neueren okkulten Einflüsse gezeigt, durch die sie auf die Politik Einfluß zu gewinnen suchen. Das englische Volk war das erste, das in judaisierte und freimaurerische Hände geriet, die es dann mit zu seiner weltbeherrschenden Stellung führten. Jetzt macht aber wiederum Rom in England seine Ansprüche geltend, machtvoll setzt die katholische Aktion ein. Nicht minder fest sitzt der Okkultismus namentlich in konservativen Kreisen Englands.6) Ähnliche Strömungen reichen in faschistische Kreise Englands, die auf den fehlerhaften Gedanken gekommen sind, mit Hilfe Roms Macht im Staate zu gewinnen. Diese Kreise glauben auch, auf den früheren König rechnen zu dürfen. Der 11.12. – ein Jahwehtag7) – hat ihre Hoffnungen zerstört. Die freimaurerische Zeitung »The Daily Telegraph« vom gleichen Tage, die Herrn Eden nahesteht, klagt und jubelt:

»Die Tragödie für das britische Reich sei, daß die jetzt gebrochene Säule vielleicht eine der stärksten Säulen des Tempels hätte werden können« und »der Tempel stünde nun fest.«

Die entsprechende Presse neigt sich um so tiefer vor König Georg und der Königin Elizabeth, wie die Fr. Z. und andere Zeitungen melden, britischen Geblüts aus der Familie Bowes-Lyon, und auch bereits vor der künftigen Thronerbin, der zehnjährigen Prinzessin Elisabeth. Dabei meint diese Presse in bezeichnender Auffassung, das Kind hätte einen weißen Ponny geschenkt bekommen, damit es an dem Ponny lerne, Völker zu leiten. Welch ein Hohn! Wer Ohren hat zu hören, der höre, wer Augen hat zu sehen, der sehe, so befiehlt der Gott der Christen den Christen. Leider nur sind die Ohren der Christen verschlossen gegen die Lehren der Weltgeschichte und dem Erkennen von Rassen und Menschen. Ja, die Priesterkasten haben es leicht, aus ihrem Rasseerbgut entwurzelte Völker zu beherrschen und sie für ihre Zwecke dienstbar zu machen.

Nichts fürchten die Priester aller Welt so, wie die Aufklärung über ihr Wollen. Davon habe ich schon oft gesprochen.

Nichts fürchten Priesterkasten weiterhin mehr, als klare Erkenntnisse, welche die richtigen Antworten auf die Frage nach dem Sinn des Lebens geben, ihren okkulten Wahn beiseite schieben, ihre Vermittlerrolle zwischen Gott und den Menschen und so ihre Macht aufhören lassen und damit die dichte okkulte Nebelschicht durchstoßen, die sie zur Durchführung ihrer Herrschaft auf das Denken einzelner Menschen und Völker gelegt haben. Fehlten in früheren Zeiten, als die Priesterherrschaft begann, im Volke Einblick und Erkennen der ewigen Naturgesetze und des Werdens der Welten und des Menschen, bis hin zum Erwachen des Gottesbewußtseins in ihm, so sind diese Erkenntnisse jetzt gegeben. Die Priester aber verhindern Menschen und Völker, nach diesen Erkenntnissen zu greifen. Die Menschen aber, selbst in okkulten Suggestionen gefangen, kämpfen und geifern gegen die, die ihnen das Brett, das Priester ihnen wie den Stieren vor die Stirn gelegt haben, damit sie den Wagen der Priesterherrlichkeit ziehen, von den Stirnen nehmen und sie wieder aufrecht und frei, nicht mehr im Joch, dahinschreiten lassen. Rasseerwachen allein tut es hier nicht, wohl ist es eine Hilfe. Aber wir sehen im jüdischen und japanischen Volk, wie rassisch denkende Menschen und Völker völlig im okkulten Bann tiefsten Aberglaubens stehen. Zu dem Rasseerwachen müssen die Erkenntnisse treten, die ich eben andeutete. Sonst verfällt es auch wieder, obschon es so überaus schwer errungen ist.8)

Noch anderes hat hinzuzutreten, wenn die Erkenntnisse, die heute meine Frau den Völkern gegeben hat, von den Völkern angenommen und erhalten bleiben sollen. Das ist die Wiedereinführung der Frau in die ihr gebührende Stellung, in der sie sich nicht wie der Mann durch Machtgier oder Sonstiges leiten läßt und Eide ablehnt. In eine Stellung, die es ihr wieder ermöglicht, ihre Pflichten an ihrem Volke nicht nur durch ihre Mutterschaft, sondern durch Beachtung ihres weisen Rates für die Volkserhaltung für den Staat zu erfüllen. Die Volksseele spricht aus der Mutter – ich betone es nochmals, weil es nicht oft genug ausgesprochen werden kann – selbständiger und stärker als aus dem Manne, der leichter seinem Machtwillen und der Genußgier unterliegt und sich durch Bindungen die Volkseele abtöten läßt. Das Werk meiner Frau »Die Volksseele und ihre Machgestalter – Eine Philosophie der Geschichte« gibt hierüber ewige Weisheiten und unantastbare Tatsächlichkeit. Mit den Worten des neuen Testamentes »Das Weib schweige in der Gemeinde« und »Das Weib sei untertan dem Manne, der Gewalt über es hat«, sei endlich gebrochen. Daß heute auch so viele Frauen versagen, liegt an ihrem Minderwertigkeitgefühl, das ihnen, wie dem Manne, eingeimpft wird.

Beachten die Völker das Vorstehende, so werden sie sich durch den Kampf der Priestermächte gegeneinander zur Freiheit und arteigener Geschlossenheit durchringen, sonst aber in dem Streit der Priestermächte gegeneinander endgültig erliegen. Die Menschen sind allein an ihrem Unheil schuld, weil sie in okkultem Wahn sich von Priestern umnebeln lassen und ihnen folgten und folgen.

17. Karmapa Thaye Dorje,
geistliches Oberhaupt der buddhistischen Kagyü-Lehre
(Diamantfahrzeug)


Fußnoten:

  1. Quell vom 5.1.1937, gering überarbeitet
  2. Siehe auch »Mensch und Maß«, Folgen 8 bis 10/2000 und V. Trimondi: Der Schatten des Dalai Lama, 1999
  3. Während ihrer Eroberungszüge waren die Mongolen noch nicht dem Buddhismus bzw. dem Lamaismus verfallen, sondern hatten ihre artgemäße »Naturreligion«. Der Verfall setzte ein mit dem Fortschreiten des Buddhismus und anderer Weltreligionen.
  4. In der griechisch-orthodoxen Kirche gilt das Gebot des Zölibats allerdings nur für das Mönchstum, zu dem auch die Bischöfe gehören. Die Laienpriester und Diakone müssen dagegen verheiratet sein.
  5. Der Mittler zwischen West und Ost, Sven Hedin, den Juden nach ihrer Presse unwidersprochen für sich beanspruchen, hat im Jahre 1906 Tibet besucht und wurde vom Taschi-Lama empfangen, nachdem dieser festgestellt hatte, daß Sven Hedin »der Richtige sei, den man erwartet habe«. Sven Hedin weilte 3 Stunden bei ihm und schildert in folgenden Worten den Eindruck, den der Taschi-Lama auf ihn gemacht hat:
    »Wunderbarer, unvergeßlicher Taschi-Lama! Nie hat ein Mensch einen so tiefen unauslöschlichen Eindruck auf mich gemacht. Nicht als Gottheit in Menschengestalt, sondern als ein Mensch, der sich in Herzensgüte, Reinheit und Keuschheit der Grenze der Vollkommenheit so sehr nähert, als dies überhaupt möglich ist. Seinen Blick werde ich nie vergessen; er strahlt eine ganze Welt von Güte, Demut und Menschenliebe aus, und niemals habe ich ein solches Lächeln, einen so feingeschnittenen Mund, ein so edles Antlitz gesehen. Sein Lächeln verließ ihn keinen Augenblick, er lächelte wie ein Schlafender, der von etwas Schönem und Ersehntem träumt, und jedesmal, wenn unsere Blicke sich trafen, steigerte sich sein Lächeln …«
    »Die Inkarnation Amitabhas!« (Buddhas). »Die irdische Hülle, in der die Seele Amitabhas durch die Zeiten fortlebt! Also eine Gottheit voll übernatürlicher Weisheit und Allwissenheit. Die Tibeter glauben, daß er nicht nur alles weiß, was geschieht und was geschehen ist, sondern auch alles, was geschehen wird. Mag er Amitabha selber sein: soviel ist gewiß, daß er ein ganz außerordentlicher Mensch, ein seltener einziger und unvergleichlicher Mensch ist.«
    Dann schreibt Sven Hedin nach Beendigung des dreistündigen Empfanges:
    »Ich selber konnte kaum an anderes denken als an den Taschi-Lama und den mächtigen Eindruck, den er auf mich gemacht hatte. Ich verließ den Labrang, sein Klosterschloß, berauscht und bezaubert von seiner Persönlichkeit.«
    Ich meine, einen Mann, den ich vor mir drei Stunden wie einen Schlafenden hätte lächeln sehen, würde ich für gänzlich verblödet halten. Er hätte nur einen tief bedauernswerten Eindruck auf mich gemacht.
  6. So hat Lord Halifax jetzt ein völlig okkultes Buch veröffentlicht (s. Quell, Folge 24/38, W. Löhde: »Gespenster«)
  7. Abdankung König Edward VIII. um Mrs. Simpson heiraten zu können
  8. Siehe das Werk meiner Frau: »Das Gottlied der Völker. Eine Philosophie der Kulturen«.