Auch asiatische Priesterkasten erstreben Kollektivierung von Menschen und Völkern

Von Erich Ludendorff 1)

In x-Folgen habe ich nachgewiesen, daß die Priesterkasten die Völker ihrer Arteigenheit körperlich und seelisch berauben, um sie durch Rassemischung2) und Weltreligionen in einen Menschenbrei zu wandeln oder in einer Volksreligion zu einem emsig schaffenden, nur seelisch kollektivierten Ameisenhaufen (1937) zu wandeln.3)

Es ist sonderbar, daß die Presse allein den Volksglauben des emsigen japanischen Volkes immer wieder behandelt, dagegen die Wirkung der anderen Glaubenslehren auf die Völker verschweigt. Der Shintoglaube des Japaners ist Volksglaube; er bindet ihn an seinen Kaiser, den Gott und Vermittler zu seinen Ahnen, und macht aus ihm selbst ein entpersönlichtes Glied seines Volkes. Diese Tatsache trat unter Einflüssen mannigfachster Art zurück. Selbst der Japaner wurde mehr »Ich-Mensch«, d. h. er persönlichte sich. Bei seinem Rasseerbgut und seiner Volksreligion waren damit schwere Gefahren verbunden. Hieraus ergibt sich das Streben nach Wiederanschluß an den Shintoglauben in Japan. Wir lesen in der Fr. Z. vom 14. 3. 37:

»Heute aber fühlt Japan sich in einer gefährlichen Lage, heute klammert es sich inniger an den Shintoismus als jemals vordem. Man kann behaupten, daß der alte religiöse Glaube der Japaner an die göttliche Reichsgründung durch die Sonnengöttin und damit an ihre Auserwähltheit sich bisher stärker erwiesen hat als der Ansturm der Weltreligionen. Es wird zuweilen darüber gestritten, ob der gebildete Japaner wirklich an den Mythos von dem göttlichen Kaisertum glaubte. Sicherlich nicht; aber auch der gebildete Japaner, der innerlich über diesen Dingen steht und der den Shintoismus propagiert, ‚weil er gut für das Volk ist', wird schließlich selbst geleitet von dem Glauben an sein Volk und sein Land. Es ist ganz gleichgültig, ob er dabei gutgläubig behauptet, seine Weltanschauung stammt von Konfuzius oder einem abendländischen Philosophen.«

Der Grundsatz, »das Volk muß eine Religion haben«, ist falsch; es muß einen Glauben oder ein Gotterkennen haben, das seinem Rasseerbgut, aber auch den Erkenntnissen der Naturwissenschaften entspricht, die nun einmal gewonnen sind, sonst werden auch Volksreligionen erschüttert, selbst wenn sie in Jahrtausenden als dem Rasseerbgut angemessen geherrscht haben. Die tiefe Erschütterung, die Japan heute erlebt, ist ja nicht nur auf den Ansturm des Mosaismus, der Christenlehre und der westlichen Zivilisation auf Japan zurückzuführen, sondern besonders auf jene tiefen Widersprüche zwischen Erkenntnis und Volksglauben. Darum ist auch die Gefahr, in der Japan steht, so riesengroß. Es findet aus den okkulten Vorstellungen seines Glaubens zu den gegebenen Erkenntnissen noch viel schwerer als andere Völker. Von seiten der Priesterkaste auf dem Hochlande von Tibet geschieht auch alles, um ihrem Streben entsprechend dem Volke seine »Religion« zu erhalten, die den Japaner viel mehr als kollektivierten »Wir-Menschen« statt als persönlichen »Ich-Menschen« hinstellt.

Das gleiche Streben, die Menschen zu entpersönlichen, verfolgt die Priesterkaste auf dem Hochlande von Tibet auch durch Lehren, die uns gegeben werden sollen, sei es über die Christenlehre hinweg, sei es durch »Aufklärung«.

Wie sehr wir zu einem »Ameisenhaufen« gewandelt werden sollen, zeigt ein Buch, dessen Besprechung ich der D.A.Z. entnehme. Diese Besprechung lautet:

»Ernst zur Nieden: ‚Sprechstunden mit deinem Ich' (Verlag Ungelenk, Dresden). Eine Sammlung von schlichter evangelischer Frömmigkeit erfüllter warmherziger Appelle an den Menschen der Gegenwart im Dienste des besten und tiefsten Strebens unserer Zeit, an sich selbst die Wandlung vom sündeverstrickten ‚Ich-Menschen' zum gottzugewandten ‚Wir-Menschen' zu vollziehen. Die unerschütterliche Überzeugung von der Aktualitätsnähe der evangelisch-biblischen Ethik formuliert sich zu erbaulichen Ermahnungen aus, deren ernste moralische Zielsetzung dem Leser über manche Schwierigkeiten der Stilverdauung hinweghelfen muß …«

Kollektivierte »Wir-Menschen« sollen geschaffen werden, noch mehr als bisher! Sie erhalten durch zur Nieden noch die Suggestion, das Gebet sei »der Radio der Seele, der als Empfänger und als Sender zugleich auf der Welle ‚unendlich' mit dem ewigen Sender und Hörer« (das ist wohl Jahweh) »in Verbindung steht«! So deutlich wie hier arbeiten Priesterkasten nicht immer. Für rasseerwachende Deutsche ist solches Verfahren zu plump. Andere Wege müssen beschritten werden. Rasseerbgut wird nur materialistisch anerkannt; daß es aber sehr vornehmlich seelische Bedeutung hat, wird vergessen gemacht. Sonst wird die Kollektivierung nicht erreicht. Auch Plato wird angeführt:

»Nur in Gemeinschaft kann der Mensch wahr und echt leben«

Diesem Ausspruch fügt die D.A.Z. in einer Abhandlung »Der Mensch von morgen« u. a. hinzu:

»Die Ansätze einer Wandlung des europäischen Menschen sind nicht mehr zu übersehen. Die Jugend von heute zeigt ein wesentlich anderes Gesicht als die junge Generation vor dem Kriege … Sie hat einen weithin sichtbaren Drang zur Gemeinschaft, der sich nicht mehr auf die Schichten-, Standes-Interessenkreise beschränkt, sondern darüber hinaus mehr die menschliche, kameradschaftliche Bindung will. Die wiedererwachten Männerbünde in all ihren Formen sind bezeichnend dafür. Das Individuum bescheidet sich dieser Gemeinschaft und Kameradschaft gegenüber, der Anspruch nach einem bislang übersteigerten Recht auf die Persönlichkeit und auf eine entsprechende persönliche Wertung aller Dinge tritt immer mehr zurück. Die jungen Menschen halten vom Intellekt, seinen Leistungen und Ansprüchen nicht allzu viel. Sie sind mehr nüchtern, sachlich unkompliziert, sind überhaupt weniger Menschen des Intellekts, als des Instinkts und einer robusten Vitalität.«

Dann soll dies, – so ist das Nachfolgende wohl gemeint, – »wissenschaftlich« begründet werden. Wir lesen:

»Es spricht, wie die Entwicklung zeigt, vieles dafür, daß ‚Instinkt und Witterung' eine wachsende Stärkung gewinnen und beginnen, den Intellekt zu steuern. Instinkt und Witterung aber sind in ihren feinsten Wurzeln gebunden an die ‚Art'. Darüber kann kein Zweifel bestehen. Das ‚Artgemäße' wird darum bei der Weiterentwicklung in dieser Linie der Regeneration sich immer stärker ausprägen müssen.«

Daß Menschen eine Seele haben, daß das Volk eine Seele hat, wie das die Philosophin Mathilde Ludendorff so klar und unantastbar festgestellt hat, davon wissen die Schreiber solcher Lehrsätze nichts. Materialistisch und unklar wird alles als »artgemäß« bezeichnet. Immer wird der Mensch dem göttlichen Sinn seines Lebens entsprechend die bewußte Persönlichkeit sein, welche die Aufgabe hat, dem Sinn ihres Lebens gerecht zu werden. Die Einzelpersönlichkeit steht fest, und ihr den Weg nehmen, den göttlichen Sinn ihres Lebens zu erfüllen, und sie als Ameise mit Instinkt und Witterung in einen Ameisenstaat einzuspannen, ist ein Verbrechen an des Menschen Seele, aber auch an des Volkes Seele.4) Nur der frei sich entfaltende Mensch kann seinem Volk voll dienen und zu dessen Unsterblichkeit und so zur Unsterblichkeit seines Vaterlandes beitragen. Wenn die »Intellektuellen" der Vergangenheit dies versäumten und Volk und Staat aus Selbstsucht und Eigennutz und unklaren internationalen Gedanken mit Füßen traten, dann entfernten sie sich ebenso von dem anderen Sinn des Menschenlebens, für die Volks- und Staatserhaltung zu sorgen, die allein dem Menschen Freiheit für seine Entwicklung sichern können, als jene, die aus Volksgeschwistern Ameisenhaufen machen wollen. Ohne Kenntnis der Seelengesetze des Menschen und der Rassen werden die Wege immer fehlgehen, sie werden hin- und herführen zu Menschenhaufen in liberalistischem Sumpf und emsigen Ameisenscharen.

Es ist bezeichnend für das Streben der Priesterkaste in Tibet, daß sie sich jetzt auch wirtschaftlich betätigen will. Dies verkündet nach »Rochester Times Union« vom 24. 2. 37 ein »Dienstmann des Großlama von Tibet«, und zwar besonders eigenartigerweise im Rotaryklub. Der Berichterstatter der genannten Zeitung nennt den Vortragenden Vertreter einer der mächtigsten Gestalten des fernen Ostens. Der Mann hat recht. Der Großlama ist aber nicht nur im Osten mächtig.

Das Auftreten des »Dienstmannes des Großlamas« von Tibet im Rotaryklub gibt zu denken. Wie kam er gerade dorthin? In diesem Klub treffen sich die verschiedensten Gestalten. So war in Köln der römische Priester Dr. Fritz Witte, der kürzlich verstarb, Präsident des Rotaryklubs daselbst. Der Zusammenhang desselben mit der römischen Priesterkaste geht hieraus recht eindeutig hervor. Ich habe daran auch nie gezweifelt. Im Vorjahre, oder sind es schon zwei Jahre her, tagte der Rotaryklub, der in dem römischen Österreich weit verbreitet ist, in Salzburg unter der Teilnahme vieler Römischgläubiger. Der Rotaryklub ist bekanntlich Weltklub und ist ebenso über die ganze Welt verbreitet, wie die Freimaurerei es war. In einem Rotaryklub in Deutschland fielen die bedeutsamen Worte,

»daß ein deutscher Rotarier nur der sein kann, der eben auch zunächst ein guter Deutscher ist. Der Einzelne bedeutet nichts gegen die Gesamtheit, in dieser Auffassung erfülle man auch den  S i n n  d e s  4.  Z i e l e s  von Rotary.«

Den Sinn zu finden, überlasse ich den Lesern. Jedenfalls auch hier: Entpersönlichung! Wie deutsch im übrigen der Rotaryklub ist, geht allein daraus hervor, daß er als Oberen in Deutschland einen »Vicegovernor« hat.

Die Leser hören statt solcher weltanschaulicher Darlegungen lieber Politik, sie »interessiert« mehr. So paßt der Braten den überstaatlichen Mächten, die mit Politik das Volk füttern, um es durch Gestaltung seines Lebens durch weltanschaulich religiöse Fragen so in die Hand zu bekommen, daß die mit Politik gefütterten Völker ihnen, sei es im Menschenbrei, sei es im Ameisenhaufen, dienen. Es ist das Unheil, daß die Bedeutung seelischer Fragen noch immer nicht erkannt ist, die Körper werden gesehen, die Seelen, die dem Körper Kraft geben, sollen gebrochen werden, jedenfalls sich nicht entfalten!


Fußnoten:

  1. erstmals erschienen als Teil I der Abhandlung: »Kollektivierung von Menschen und Völkern«, Am Heiligen Quell …, 5. 4. 1937, S. 14 ff.
  2. Das heißt die Gefährdung der transzendenten Erbwerte des menschlichen Unterbewußtseins oder wie man heute gern sagt, der Identität.
  3. Vergl. »Die Volksseele und ihre Machtgestalter« von Mathilde Ludendorff
  4. Anmerkung der Schriftleitung:
    Das war eine klare Absage an die Vermassungspolitik des Hitlerismus.