Die unendlice Geschichte einer Absurdität

Von Dietmar Lange

Absurdität bedeutet einen Zustand des Ungereimten, des Widerspruchs von Behauptung und Wirklichkeit. Das Absurde ist das schlechthin Sinnwidrige oder Sinnlose, das nicht selten gleichwohl mit dem Anspruch des Glaubwürdigen in Erscheinung tritt. Und »geglaubt wird immer«, läßt Brecht in seinem Stück »Mutter Courage« im Hinblick darauf, daß Geistliche auch nach dem Dreißigjährigen Krieg noch gebraucht würden, sagen.

Eine in diffamierender Absicht ständig wieder auftretende und inzwischen als »unendliche Geschichte« sich fortspinnende Absurdität begegnet uns in der grotesken Unterstellung, die Gotterkenntnis Ludendorff sei »rassistisch«. So unklar dieser Begriff an sich ist, jeder meint zu wissen, wie notwendig die schärfste Form der Abgrenzung bereits gegen den bloßen Verdacht einer rassistischen Gesinnung zu sein hat.

In Verbindung mit seinem »Rassismus« überschriebenen Artikel fügt der einst linke Verleger und Herausgeber der Studentenzeitung »Konkret«, Klaus Rainer Röhl, einen Exkurs »Ulrike Meinhoff als Rassistin entlarvt« an. Mit diesem Exkurs belegt Röhl eine »frühe Definition des Rassismus«, wie sie absurder nicht ausfallen kann:

»Die einfachste Art der Definition lernten wir schon 1960 auf einem kommunistischen Weltjugendtreffen in Moskau kennen …: Ein braungebrannter Student aus Ghana – oder dem Kongo – quatschte die schöne Jungkommunistin aus Hamburg ziemlich unverblümt und unvermittelt an, mit Worten in der Art von Vullewukuschehaweckmoa? Sie antwortete sehr freundlich, nein, sie hätte bereits einen sehr guten und allseits zufriedenstellenden Freund (mich). Darauf der dunkelbraune Teilnehmer der Weltjugendfestspiele: Du – Rassist!« Daß die bloße Wiedergabe dieses Erlebnisses selbst bereits als »rassistische« Verunglimpfung wird gelten können, dürfte kaum anzuzweifeln sein. Über »Rassismus« führt Röhl u. a. aus:

»Dieses besonders infame PC-(political correctness) Schimpfwort will die Nähe oder sogar Identität des so Etikettierten zum Rassismus des Hitler-Regimes nahelegen. (…)

Es gibt niemanden in Deutschland, der heute diese Lehre (der nationalsozialistischen Rassenideologie) vertritt. Rassisimus ist im politisch korrekten Toskanadeutsch daher die Wahrnehmung von Merkmalen und Unterschieden zwischen einzelnen Menschen überhaupt, ohne jede Wertung. Aber selbst die nach Bedarf auch von den Mulikulti-Anhängern angewandte Feststellung einer anderen Mentalität bestimmter Gruppen von Ausländern kann als Rassismus vor Gericht gestellt und mit dem Ende der Karriere oder gar Entlassung aus dem Amt (Charlotte Höhn) enden, wenn die PC-Inquisition sich des Falles annimmt. (…) Ein Innensenator endlich, der die Zahl der von Ausländern begangenen und jedes Jahr überproportional steigenden kriminellen Delikte überhaupt bekanntgibt, ist des schweren und wiederholten Rassismus verdächtig und zunächst einmal in der ,Zeit‘, der ,Woche‘ und anderen linksliberalen Medien vorverurteilt.«

Nicht allein die Inanspruchnahme der eigenen »Identität«; also die innere Verbundenheit mit dem eigenen Volk, seiner Kultur, Sprache und Geschichte trägt den Rassismus-Vorwurf ein, sondern bereits die kühne Erwähnung des naturwissenschaftlichen Begriffes »Rasse« als bloße Beschreibung einer biologischen Wirklichkeit gilt als Merkmal einer »faschistischen« Gesinung.

Denn schon Karl Marx wollte die Naturgegebenheit nicht zur Kenntnis nehmen, vielmehr die selbst von ihm schlechterdings nicht zu leugnenden Tatsachen in maßloser Überheblichkeit einfach abschaffen:

»Selbst die naturwüchsigen Gattungsverschiedenheiten, wie Rassenunterschiede etc … können und müssen historisch beseitigt werden.«

Der Haupteinwand gegen die Wahrnehmung der Naturwirklichkeit ergibt sich aus der willkürlichen Unterstellung, mit dieser Wahrnehmung seien Wertungen verbunden, wonach den Angehörigen bestimmter Rassen ihr Menschentum und damit ihr Recht auf Menschenwürde zumindest stillschweigend abgesprochen werden könnten. Nichts verdeutlicht das oberflächliche Welt- und Menschenbild der »Antirassismus«-Fanatiker so sehr wie der ebenso ständige wie naive Hinweis auf eine bestimmte Hautfarbe.

Daß diese buchstäblich oberflächliche Sicht dem hohen Anspruch der Philosophie Mathilde Ludendorffs nicht im geringsten gerecht werden kann, versteht sich von selbst, daß der Reichtum der Gotterkenntnis ihr gegenüber von einmaliger Erhabenheit ist, davon bleiben Oberflächlichkeit, Unwissenheit und Haß zwar gänzlich unberührt, doch dies gilt es immer wieder klar nachzuweisen.

Anders als ihr Vorbild Marx, den sie wenigstens »störten«, nehmen die Verfechter der »Antirassismus«-Fraktion von den Naturgesetzen grundsätzlich keinerlei Notiz. Und sie weigern sich zu begreifen, daß nicht Rasse- oder Volkszugehörigkeit den Wert eines Menschen bestimmen, sondern allein dessen von ihm selbst zu verantwortende seelische Entwicklung, seine Selbstschöpfung aus angeborener Unvollkommenheit. Trotz der Unterschiede im Rasseerbgut wirken sich die Seelengesetze bei allen Völkern und Rassen in gleicher Weise aus. Hat jemand diesen Sachverhalt erfaßt, dann muß ihm klar sein, daß die philosophischen Erkenntnisse Mathilde Ludendorffs mit jeder Form von Rassendiskriminierung unvereinbar sind und bleiben. Letztere wird von der die Vielfalt der Rassen, Völker und Kulturen als gottgewollt betrachtenden Gotterkenntnis mit größter Sicherheit ausgeschlossen.

Wer dennoch mit der Monotonie tibetischer Gebetsmühlen und als ewig Unbelehrbarer gegenteilige Behauptungen in die Welt setzt, der weiß auch nichts vom »Triumph des Unsterblichkeitwillens«, dem grundlegenden philosophischen Werk Mathilde Ludendorffs, noch von der »Schöpfungsgeschichte«, von »Des Menschen Seele«, von »Selbstschöpfung«, ganz zu schweigen von der Philosophie der Kulturen »Das Gottlied der Völker«.

Allerdings braucht das Studium solcher Werke Zeit und Muße, und die hat nicht jeder in unserer hektischen Zeit. Weniger zeitaufwendig könnte da eine Neuauflage des Buches »Vom wahren Leben«, eine Sammlung philosophischer Aufsätze, Fehlinformationen und Vorurteile ausräumen helfen. Immerhin befaßt sich die Philosophin in zwei Beiträgen dieses Bandes mit den hier anstehenden Fragen. So ist in dem Aufsatz »Gotterkenntnis rettet die Völker und ihre Eigenart« zu lesen,

»… daß die Gotterkenntnis besonders in fünf Werken immer wieder die wunderbaren Gesetze der Erhaltung der Völker und ihrer Eigenart enthüllt und den Segen des Schutzes zeigt, der dem einzelnen Menschen aus dem Erbgut seines Volkes erwächst. Und so stehen wir denn vor der Tatsache, die zunächst, wie begreiflich, von den Völkern noch nicht beachtet wird, daß die völkische Eigenart der Retter und Erhalter aller Völker ist. Zum ersten Male hoffen wir, daß es in der Zukunft leichter möglich sein wird, daß ein Volk sich in allen Gefahren erhält und seine Eigenart als einen Quell seiner seelischen Kraft hütet! Das Wort ,völkisch‘ hat durch die Enthüllung all dieser Seelengesetze seine tiefe wissenschaftliche Begründung erfahren. Das aber ist sehr notwendig, da es für Gewaltziele mißbraucht wurde, nachdem es gerade erst als ein rettendes Ziel erkannt worden war!« (S. 24)

Deutlich wird der Begriff »völkisch« von dessen mißbräuchlicher Verwendung in der Zeit der NS-Diktatur (»Völkischer Beobachter«) abgegrenzt, vor allem deshalb, weil er inhaltlich durch die Gotterkenntnis ganz anders definiert ist. Es muß aber auch daran erinnert werden, daß sich Hitler in seinem Buch »Mein Kampf« ausdrücklich von der »völkischen Idee« distanziert und deren Vertretern »Weltfremdheit« vorhält.

In der genannten Abhandlung wird dagegen klar ausgeführt:

»So wie jedes der dem Menschen am nächsten verwandten unterbewußten Tiere seine ganz bestimmte Charaktereigenart aufweist, so zeigt auch jede Rasse und zeigen die Völker, die sich innerhalb ihrer aus Stämmen gebildet haben, besondere Charaktereigenschaften, die im Unterbewußtsein der Menschenseele vererbt sind und nichts anderes darstellen als die Willensantworten auf die diesem Volke eingeborene Eigenart des göttlichen Erlebens. Sie sind also die naturgegebenen Hilfen, soweit sie Tugenden sind, oder Gefahren, soweit sie Charakterschwächen sind, die dem Menschen das seinem Volke eigene Gepräge seiner Kultur und seines völkischen Lebens geben. (…) Da in allen Menschen des gleichen Volkes diese Gesetze herrschen, so erklärt sich das starke, einigende Band, das in Gestalt tiefen Gemütserlebens sich in einem solchen Volke rettend und erhaltend auswirkt.«

Deutschland erlebte dieses einigende Band zuletzt 1989/90 bei seiner Wiedervereinigung. Es zeigte sich aber bald, daß die Menschen »ohne dieses Band in der Gefahr stehen, auseinander zu flattern und dem Volke Gefahr statt Hilfe in jeder Not« droht. (S. 27)

Doch wenden wir uns weiter den Ausführungen Mathilde Ludendorffs zu, wenn sie das Wesentliche mit Nachdruck hervorhebt:

»In dem Werke ,Die Volksseele und ihre Machtgestalter‘ wurde es uns dann noch im einzelnen bewußt, welche ungeheure Bedeutung diese Erkenntnis vom Wirken des Erbgutes im Unterbewußtsein hat! Seine Gesetze sind vollkommen und verhüten es, daß ein Vertreter einer Rasse wegen der Zugehörigkeit zu ihr persönlich mehr wert sei als einer einer anderen Rasse. Denn alle Tugenden des Rasseerbgutes können im Bewußtsein von der einzelnen Menschenseele jammervoll mißdeutet, alle Schwächen des Erbgutes können verklärt gesehen werden, so daß aller Selbstwandel der Seele nur der freien Wahl des einzelnen Menschen entspricht, niemals aber durch die Rassezugehörigkeit vorausbestimmt ist. So bedeuten denn allein die Erkenntnisse über die Art und Weise, wie das Erbgut vom Unterbewußtsein aus auf das Bewußtsein wirkt, Rettung der Völker.« (S. 28)

Nach den Erfahrungen des Zweiten Weltkrieges ergeben sich für das friedliche Zusammenleben der Völker vertiefte Einsichten, die allerdings verantwortungsbewußtes Handeln in Übereinstimmung mit den Erkenntnissen erfordern:

»… Welche Umwertung der Moral von Krieg und Frieden, von Pflichterfüllung dem Volke gegenüber, die unerläßlich ist, gibt allein diese Erkenntnis, die in der genannten Philosophie der Geschichte gegeben ist. Wie also wäre sie wohl geeignet, den Völkern zu erweisen, daß es wahrlich nicht genügt, selbst zum völkischen Ideal hinzufinden, nein, daß der selbstverständliche, der unerläßliche zweite Schritt der wäre, einen nahen Zusammenschluß aller Völker zu suchen und zu finden, die einander die Möglichkeit zum unsterblichen Leben ebensowenig wie Freiheit, ebensowenig wie endlich die völkische Eigenart bedrohen, mißachten oder rauben möchten!

Und wenn nun endlich die Gotterkenntnis in ,Das Gottlied der Völker‘ noch erweisen konnte, daß die Erfüllung des Schöpfungszieles, des Gottesbewußtseins in Menschengeschlechtern der Erde, in der Mannigfaltigkeit des Erbgutes der Völker und somit auch in der Mannigfaltigkeit ihrer Kulturen ein köstliches Gut sieht, das die Erhaltung jedes Volkes auch aus diesem Grunde begrüßt, dann dächte ich, sollte doch die unselige Wirrnis nun schwinden können! Die große Rettung des Lebens aller Völker: die Befreiung von unsittlichen Kriegen, die nicht um der Verteidigung des Lebens willen geführt werden, und die Befreiung von jedem Gewalteingriff in andere Völker sollten nun möglich sein.« (S. 28 f.)

Eine zweite in diesem Zusammenhang bemerkenswerte Abhandlung vertieft das bisher Gesagte unter dem Titel »Das heilige Band zu den Edlen aller Völker« (S. 44 ff.).

Vielfachen Erfahrungen im Kulturleben entsprechend betont die Philosophin darin u. a.:

»Niemals wird völkische Eigenart in ihrer Reinheit den Kulturwerken den Segen nehmen, den sie auch anderen Völkern bieten können.« (S. 45) Nur selten werde diese Eigenart zu einem wirklichen Hemmnis für andere Völker, den Seelengehalt eines Werkes aus anderem Kulturkreis mitzuerleben. »Die Werke der Musik sind hierfür wohl das überzeugendste Beispiel. Sind sie wirklich im Höchstmaße das, was Kultur ihrem Wesen nach ist, nämlich ein Gleichnis des göttlichen Erlebens des Schaffenden, das er der Erscheinungswelt schenkte, dann wird eben dieser Gottgehalt auch den Menschen anderer Völker miterlebbar sein und dies sogar, wenn das Werk recht deutliche Züge der völkischen Eigenart aufweist.«

Das gilt natürlich ebenso für die künstlerische Nachschöpfung eines Interpreten, wenn beispielsweise eine japanische Pianistin Klaviersonaten oder Klavierkonzerte von Ludwig van Beethoven darbietet.

»Wenn also die Gotterkenntnis erstmals die hohe Bedeutung, und vor allem auch anhand von Seelengesetzen die Begründung der völkischen Eigenart und all ihrer Auswirkung geben konnte, so hat sie zugleich auch die Erkenntnis geben dürfen, daß diese völkische Eigenart niemals jenen heiligen Segen gefährdet. Die Völker der Erde können trotzdem den Gottgehalt der Kulturwerke anderer Völker empfangen und auf ihre Weise erleben. Es besteht also nicht nur das Band der Völker zueinander in Gestalt der gegenseitigen Bereicherung durch Forschungsergebnisse der Wissenschaften.« (S. 46)

Darüber hinaus ergibt sich aus dem Werk »Selbstschöpfung«, wie sehr seelische Entfaltung und Gotteinklang aus freiem Entscheid jedem einzelnen Menschen möglich sind »auch bei unterschiedlichstem persönlichen Erbgut und unterschiedlichster Rasseeigenart.« (S. 48)

»Hieraus ergibt sich nun klar, daß solche Kluft (etwa zwischen gottnahen und gottfernen Menschen – D. L.) trotz der alle im Volk einenden Rassetümlichkeit zwischen den einzelnen Menschen im Volke sehr tief sein kann, während andererseits die Menschen aller Völker, die die gleiche Art des Wandels und der Selbstschöpfung wählen, sich einander in vieler Hinsicht verwandt erkennen und auch verwandt sind! So ergibt sich denn auch klar aus den Seelengesetzen, die meine Werke entdecken, die Wahlverwandtschaft der Edlen aller Völker!«

Mathilde Ludendorff belegt diese Tatsache durch ein bekanntes und vor allem überzeugendes Beispiel aus dem deutschen Geistesleben:

»Hat nicht Schiller die Tugenden seiner Rasse im Höchstmaße verwirklicht und als Edler natürlich die Schwächen seiner Rasse überwunden? War er nicht so tief dem Erbgut seines Volkes verwoben, so daß jedes seiner Worte seinem Volke so tief das Gemüt weckt um dieser Rassetümlichkeit willen? Und wie klar hat er es dennoch ausgesprochen, daß ihn die meisten der mitlebenden Volksgeschwister abstoßen, eben weil sie verkommen sind!« (S. 49)

Ganz wesentlich unterscheiden sich die Menschen aufgrund ihres jeweiligen Seelenzustandes!

»Hat ein Mensch in einem anderen Volke die Enge der Lustgier und Leidangst überwunden, gibt sich das Ich seiner Seele dem Göttlichen als dem wahrhaft wertvollen Erleben hin, nun, so wird sich der Edle des anderen Volkes ihm unendlich viel näher verwandt fühlen als jenen Menschen des eigenen Volkes, die die Verkommenheit wählten!« (S. 50)

So liegt Absurdität in doppeltem Sinne vor, indem philosophische Erkenntnisse, die sich zum Segen der Völker auswirken könnten, aus Unkenntnis, Bosheit und »politischer Korrektheit« diffamiert und öffentlich herabgesetzt werden, wie unlängst in der »Märkischen Allgemeinen«. Man hält dies irrigerweise für »Aufklärung«, während in Wirklichkeit mit der Unwissenheit nach bekanntem Muster spekuliert wird:

»Und auf vorgeschriebnen Bahnen
Zieht die Menge durch die Flur;
Den entrollten Lügenfahnen
Folgen alle. – Schafsnatur!«

(Goethe, Faust II, 4. Akt)

Doch die von der Gotterkenntnis Mathilde Ludendorffs enthüllten Seelengesetze sind Tatsächlichkeit, unabhängig von der Anzahl der Menschen, die von solchen Erkenntnissen wissen, aber auch erhaben über Unverständnis und alle Formen der Absurditätsbekundung. Es ist mit der enthüllten Wirklichkeit wie mit dem Gesang der Vögel in der freien Natur: das Lied der Amsel, die Strophen der Nachtigall, der Ruf des Pirols erklingen unbekümmert um die abgestumpften Massen, die zur Wahrnehmung des Schönen gänzlich unfähig sind.