Der Buddhismus - keine »sanfte« Religion.

Von Uta Göllner

»Buddha« - eine religionsgeschichtliche Katastrophe

      Würde man die Religionsgeschichte als eine »Geschichte Gottes« verfassen, als eine Geschichte darüber, wie Gott von den Menschen gesehen wird, so müßte man feststellen: Im 6. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung ereignete sich in dieser Geschichte eine Katastrophe. Urplötzlich existierten keine Götter mehr, es gab nur noch ein trügerisches Nichts. Alles war Nichts.1)

      Die Katastrophe ereignete sich ausgerechnet in Indien, wo in der Religion des Hinduismus Götter und Menschen als sich besonders nah gelten. Dem Hindu ist alles in der Welt, jedes Geschöpf, jede Pflanze, jeder Stein seinem Wesen nach göttlich. Die höchste Gottheit, das absolute »Brahman«, übersteigt und durchdringt alles Seiende, auch den Menschen. So enstand im Streben nach Gotterkenntnis die Auffassung, daß die wahrnehmbare Wirklichkeit ein Trugbild und Blendwerk ist. Alles sei in Wahrheit das ewige, unwandelbare Eine: »Brahman«. Was der Mensch hingegen wahrnehme, beruhe auf Irrtum und Verwechslung. Vor allem: es helfe nichts, diesen Irrtum zu begreifen, die Macht des Trugbildes sei übermächtig.

      So kam der indische Brahamnismus zu der fatalen Überzeugung, daß die sinnliche Wahrnehmung den Menschen nicht zu Gott führen kann. Die Konsequenz davon ist die Behauptung: »Gotterkenntnis und Gotteinklang kann der Mensch erlangen, wenn er seine sinnliche Wahrnehmung unterdückt, wenn er zur völligen Unempfindlichkeit seiner Sinne gelangt.« Deshalb verschafft sich der indische Yogi diesen Zustand der Unempfindlichkeit durch meditative Versenkungsübungen. Er glaubt, sich auf diesem Wege von der trügerischen Wirklichkeit zu befreien und mit dem in ihm wohnenden Brahman zu vereinigen. Das hält er für seine Seligkeit.2)

      Ein solcher indischer Yogi war auch der junge Siddartha Gautama, bekannter unter seinem Titel »Buddha, der Erleuchtete«.3) Auch Buddha ging davon aus, daß die Wirklichkeit ein Trugbild sei. Aber er fragte: Wenn »Brahman« das vollkommene Göttliche wäre, dann wäre ihm nicht zuzutrauen, daß es sich in ein so unvollkommenes Scheindasein stürzt; außerdem: wenn das Göttliche über die Sinne nicht wahrnehmbar ist - wie ja schon die Brahmanen lehrten - und wenn man doch bei Abschaltung der Sinne nichts wahrnimmt, dann kann es »Brahmam«, das Göttliche, also nicht geben. Buddhas Zirkelschluß hieß daher: Gott ist Nichts! Das Nichts ist das Absolute anstelle Gottes! Alles ist Nichts! -

      Eine religionsgeschichtliche Katastrophe ist dies nicht nur, weil es also für Buddha nichts Göttliches mehr gab. Katastrophaler ist eigentlich, daß dabei Buddha trotzdem gemäß seines eingeborenen Strebens nach Einklang mit dem Absoluten, nun weiter schlußfolgerte: Das Absolute zu erkennen, heißt Erkenntnis des Nichts. Einklang mit diesem Absoluten zu erlangen, heißt »Verlöschen im Nichts«, Aufhören zu sein, Eingehen ins sogenannte Nirwana.

      Und wie erklärte Buddha die Wirklichkeit, die wir doch wahrnehmen? Nun, auch die Welt ist nach seiner Logik eigentlich Nichts. Was wir wahrnehmen, ist nur ein Traum. Die Menschen sind Träumer. Alles Dasein ist ein Traum. An diesem »traumatischen« Dasein festhalten zu wollen, ist deshalb eine große Dummheit. Es ist dumm, irgendetwas zu wollen. Klug ist hingegen, zu erkennen, daß alles nur ein Traum ist. Klug ist es dann natürlich auch, diesen Traum in völliger Gleichgültigkeit wahrzunehmen, sich einfach nicht davon beirren zu lassen. Am besten, man lacht über diesen dummen Traum. Und die Katastrophe geht weiter: Nicht genug, daß die Buddha-Lehre also die gesamte Schöpfung zu einem riesigen Nichts erklärt, aus dem es nichts zu erkennen gibt außer das Nichts; nicht genug, daß des Menschen Denken, Fühlen und Wollen in diesem Nichts jeden Sinn verliert, außer daß es ihn zu Nichts führen kann; nicht genug, daß Buddha den Menschen lehrt, daß alles, was er erlebt, umsinnt, fühlt nur ein lächerlicher Traum sei.

      Ein ganz wesentlicher Inhalt der Buddha-Lehre ist es obendrein noch, die Wirklichkeit - dieses Trugbild von einem Nichts - als einen Alptraum aufzufassen. Ein Traum der drückend, wüst, qualvoll und ängstigend ist. Buddhas Lehre ist also offensichtlich aus einem tieftraurigen, schwermütigen Weltschmerz geboren. Die Menschen sind träumende Brüder im Nichts, jeder das Opfer eines schrecklichen Alptraums. Und was ist da naheliegender als eine Ethik des Mitleids. Vielmehr noch Mitleid mit denen, die nicht mal erkannt haben, daß sie bloß träumen. Buddha dichtet seinen Schmerz allen Lebewesen an. Die Konsequenz ist ein erschütterndes Mitgefühl mit allen Lebewesen. - Erschütternder noch ist allerdings der Gedanke, daß diese Lehre soviele Menschen überzeugte.

      Buddha baute ja auf dem Irrtum des Brahmanismus auf, den er eigentlich nur logisch zuendedachte. Der Brahmanismus kannte bereits das Leiden an dem Trugbild der Welt, die Bedeutungslosigkeit der weltlichen Existenz und die Sehnsucht, von alledem erlöst zu werden, nicht wiedergeboren zu werden, um nicht noch ein ganzes Leben dem Trug der Sinne ausgeliefert zu sein. Wie erlösend war doch da die Lehre Buddhas! Man brauchte nicht mehr nach diesem Höchsten zu suchen, weil es gar nicht vorhanden war. Und das Trugbild, durch das Gott es den Menschen schwer machte, ihn zu erkennen - es war das Trugbild eines Trugbildes: ein Traum. Das war zwar eine bittere »Erkenntnis«. Aber für denjenigen, der die Suche nach Gott bisher als schier unlösbare Aufgabe betrachet hat, war die Verneinung Gottes die reinste Befreiung von einer drückenden Last. Und in einem war Buddha der brahmanistischen Lehre überlegen: Der brahmanistische Yogi, der sich in die Unempfindlichkeit versenkt, hat nur den Glauben, Gott nahe zu sein. Der buddhistische Yogi hat hingegen gewissermaßen eine vernünftige Gewißheit: Beim meditativen Versinken in Bewußtlosigkeit nimmt er »Nichts« wahr, und das ist ja sein Ziel. Buddha bietet also Gewißheit und Erlösung (Einklang mit dem Nichts) zugleich. So mag es jedenfalls denjenigen erschienen sein, die sich bald so zahlreich vom Brahmanismus zum Buddhismus bekehrten.

      Aus Sicht der Gotterkenntnis Mathilde Ludendorffs wird deutlich: Die indische Intuition ahnte zwar, was Kant klar bewiesen hat, daß nämlich unterschieden werden muß zwischen der »Welt« der Erscheinung (die sich in Kausalität, Raum und Zeit einordnet) und der transzendenten »Welt« hinter dieser Erscheinung (des unerforschlichen »Ding an sich« ). Die Inder erkannten den Menschen als das »Brahmandurchdrungene«. Sie ahnten, daß hinter der Welt der Erscheinung das Absolute, das Göttliche, zu finden ist. Sie wußten, daß die Wahrnehmung unserer Sinne und die Denkarbeit unserer Vernunft uns dieses innere Wesen der Dinge nicht erfassen lassen. Buddha hatte es immerhin auch abgelehnt, einen Vernunftwidersinn als »Erleuchtung« und »göttliche Offenbarung« anzuerkennen.4) Aber weder die Brahmanen noch Buddha begriffen, wie nah sie einer Gotterkenntnis tatsächlich waren.

      Sie verkannten, daß das Versagen der Vernunfterkenntnis nicht gleichzusetzen ist mit einem Versagen der Gotterkenntnis; daß es zwar richtig ist, daß die Vernunft über Gott keinerlei Aussagen machen kann, daß diese Tatsache im Umkehrschluß aber nicht bedeutet, daß das Abschalten der Vernunft zu Gott führt - und auch nicht bedeutet, daß es Gott nicht gibt, bloß weil die Vernunft keinen Beweis liefern kann. Der Irrtum der indischen Verfallszeit bestand in dem Verkennen des Erlebens der Seele, ein Verkennen der menschlichen Fähigkeiten zu überkausalem Erkennen des Wesentlichen, ein Verkennen der Möglichkeit eines Verstehens und Begreifens durch das überkausale, nicht minder klare, aber eben bewußte (!) Erleben der Seele. Der inbrünstige Wunsch der indischen Philosophen nach Gotterkenntnis in Verbindung mit ihrer starken Widerstandskraft gegenüber dem lustversklavten Selbsterhaltungswillen hätte Großartiges vollbringen können. Aber in ihrer völligen Verachtung der Erscheinungswelt mißtrauten sie ihrem bewußten seelischen Erleben angesichts der Gleichnisse göttlichen Gehalts in der Wirklichkeit, in Schöpfung und Kultur. Sie konnten sich nicht entschließen, das vollkommen-geniale Erleben des Bewußtseins »göttlich« zu nennen.

      Man weiß zu wenig über den historischen Buddha, als daß man mit Sicherheit sagen könnte, warum er die Welt so verabscheute, daß er sie weder für gottdurchdrungen noch überhaupt für wirklich vorhanden hielt. Er ließ sich jedenfalls nicht aufrütteln aus seinem »Alptraum«. Die Psychoanalyse vermutet, daß er unter einer Angstneurose und einer ausgeprägten Egozentrik gelitten haben müsse. Auffallend ist seine Abscheu vor dem Körper, den er nicht selten als stinkend, schmutzig und unrein beschreibt. Ganz zu schweigen von seinem Ekel vor sämtlichen Körpersekreten und von seinen furchtbar genauen Beschreibungen verwesender Leichname. Manche seiner überlieferten Äußerungen geben Anlaß zu vermuten, daß sein grausiger Wirklichkeitssinn auf einem erlittenen Schock beruhte. Es wird noch darauf zurückzukommen sein, wie ausgeprägt vor allem seine Abneigung gegen Frauen war. Vermutlich war Buddha seelisch krank.

      Beeindruckend ist, wie stark der Wunsch nach Wahrheit und das Verlangen, das Rätsel von Leben und Tod zu erfassen, diesen jungen Mann beherrschte. Demgegenüber schwand ihm völlig die Anteilnahme am eigenen persönlichen Schicksal. Erkannte er also die Glückssehnsucht des unvollkomenen Selbsterhaltungswillens als irreführend? Verbannte er sie nicht mit Klarheit und Strenge aus seiner Seele, um Erkenntnis zu gewinnen? Dieses »Freisein von dem erbärmlichen Wimmern nach Glück, welches den Menschen ihrem Schicksal gegenüber eine so furchtbar würdelose Haltung gibt«5) - verleiht es dem jungen Buddha nicht eine gewisse Erhabenheit und Würde? Könnte man dem Buddha nicht insofern wenigstens etwas Gutes abgewinnen?

      Das Verachten von Freud und Leid, das Freisein von Lust- und Unlustempfinden half dem Buddha gar nichts, da er diese Freiheit seines Willens auf ein leeres, kaltes Nichts richtete. Ihm blieb nur der verbitterte Wunsch, mit dem absoluten Nichts - dem einzigen, was ihm vollkommen erschien - zu verschmelzen. Buddhas Streben ging so buchstäblich ins Leere, daß ihm alles, was diese Leere irgendwie füllte, auch Freud und Leid, als grundsätzlich unvollkommen und verachtunsgwürdig erschien. Buddha konnte nicht durch Entfaltung der Gottkräfte in seiner Seele erfahren, daß das Erleben der Genialität weder Freud noch Leid verachten muß. Weil es - auch ohne die geringste Andeutung von Lust und Unlust - neben dem Leiden an allem Widergöttlichen und Unvollkomenen ein vertieftes, geniales Erleben des Glücks schenken kann. Man muß zwar anerkennen, daß Buddha nicht jemand war, der das Vollkommene als solches verachtete. Er suchte Vollkommenheit, er fand sie nur nirgends. Wir müssen daher annehmen, daß der junge Mann die Gottkräfte seiner Seele noch wenig entfaltet hatte. Er gehorchte nur seiner Vernunft. Irgendein Erlebnis muß ihn so schrecklich von der Welt entäuscht haben, daß er trotzig behauptete: »Nur das Nichts ist vollkommen.« -

      Kann denn nun das Nichts überhaupt als »vollkommen« bezeichnet werden? Es ist zwar vollkommen in seiner Beschaffenheit, nichts zu sein. Aus Sicht der Gotterkenntnis (L) ist ein Nichts als solches zunächst weder göttlich noch widergöttlich, es ist gewissermaßen amoralisch. Aber sobald man nun - wie Buddha - ein »amoralisches Nichts« zum Maßstab und Ziel des menschlichen Daseins erklärt, ist das aus Sicht des Schöpfungszieles, das M. Ludendorff philosophisch erwiesen hat, durchaus unvollkommen, widergöttlich und unmoralisch. Denn Buddha erklärt ja das »Nicht(s)-Bewußtsein« zum Sinn und Ziel des Lebens! Man muß sich vergegenwärtigen, welche Folgen dies in moralischer Hinsicht hat: daß dies konsequenterweise ja bedeutet, daß auch göttlich gerichtetes Wünschen und Wollen aus dem Bewußtsein verdrängt werden soll. Dem buddhistisch erstrebten Nichts steht jede Art von bewußtem Seelenleben entgegen. Mag es auch sein, daß der Buddhist demnach auch alles widergöttliche Wollen ablehnt - solange er auch das göttlich gerichtete Wollen ablehnt, trägt er letztlich dazu bei, das Schöpfungsziel zu bedrohen. Buddhas Lehre ist ein ganz fataler Irrtum mit umso fataleren Folgen. Was für eine Moral ergibt sich aus solchen »Wertvorstellungen«?

      Hier beginnt das Verhängnis. Buddha kannte nun den Wunsch, allen Menschen die »Erlösung« zu bringen, die er in seinem (Größen-)Wahn für allgemeingültig hielt. Durch seine seltsame Auffassung von Vollkommenheit, durch seine (Un-)Moral, war es möglich, allem und jedem in fataler Wahllosigkeit Liebe und Mitleid entgegenzubringen. Bis heute wird diese buddhistische Ethik - selbst von Nicht-Buddhisten - bewundert.

      Genauer betrachtet ist aber selbst dieses liebende Mitleid des Buddhismus von einer unheimlichen Gleichgültigkeit begleitet. Erstens ist diese Liebe blind: sie kennt keine moralischen Grenzen. Zweitens ist sie aufdringlich: sie kann weder erworben noch abgewiesen werden. Drittens ist sie furchtbar zynisch: Sie dichtet ja ungefragt allen Geschöpfen das größte Leiden an, dann aber wiederum nimmt sie jegliches Leid gar nicht ernst, sondern tut jedes Fühlen und Empfinden als bloßen Traum ab, macht es also im wahrsten Sinne des Wortes lächerlich! - Und mit dieser seltsamen Liebe wird auch noch eine ganz trostlose Botschaft überbracht: »Es gibt auf dieser Welt nichts zu wollen und zu suchen - nichts Schönes, nichts Wahres, nichts Gutes, keine Verantwortung. Nichts hat Sinn. Es gibt weder Gottesstolz noch Würde. Es gibt nur die Einsicht, daß diese Welt das Dasein nicht wert ist.« Es ist gruselig, wie Buddha lächelnderweise das Grausame verkündet: »Die Lebensgier ist Ursache des Leidens, hören wir also auf zu leben«! Und der Gipfel des Makabren ist es, daß Selbstmord nach buddhistischem Glauben keine Lösung ist, dafür würde man nämlich mit Wiedergeburt »bestraft«. In Buddhas Wahn ist die Welt also derartig mies (und unlogisch) eingerichtet, daß man das anzustrebende Nichtsein nichtmal durch Selbsttötung erlangen könnte! Was für eine Weltanschauung! Wie vernichtend und zerstörerisch ist diese »Ethik« bei näherer Betrachtung. - Irgendwie liegt die Vermutung nahe, daß Buddha - seelisch ohnehin nicht ganz gesund - zum Masochismus neigte. Betrachten wir seine Seelenlage genauer: Es ist ja gar nicht wirklich der unvollkommene Selbsterhaltungswille, den der Buddhist aus seiner Seele verbannt hat. Vielmehr ist seine Leidflucht so groß, daß er sich sogar wünscht, nicht leben zu müssen. Sein unvollkommener Selbsterhaltungswille herrscht dermaßen stark, daß er den Lebenswillen, den vollkommenen Selbsterhaltungswillen, uuml;berragt! Ja, so grausam ist die Botschaft des lächelnden Buddha, daß wir eigentlich alle aufhören wollen müssen, leben zu wollen. Was ist an solcher »Ethik« bewundernswert?!

      In welcher Seelenlage befindet sich der gläubige Buddhist also tatsächlich? Im Grunde besteht der buddhistische Glaube darin, lauter Widersprüche miteinander vereinen zu müssen. Seine eigene sinnliche Wahrnehmung muß der Buddhist als permanenten Irrtum betrachten, seine Existenz als angeblich sinn- und wertlos. Und dies soll nun gerade der erlösende Trost sein. Er braucht und soll nicht mehr existieren wollen, trotz seines eingeborenem Selbsterhaltungswillens. Und zum krönenden Abschluß wird die Vereinbarung all dieser Widersprüche in der Seele als Leistung bezeichnet. Als sei Schizophrenie eine Leistung! Denn nichts anderes als schizophrene »Leistungen« induziert dieser anempfohlene widersprüchliche Umgang mit Selbstvertrauen, Selbstwertgefühl und Selbsterhaltungswillen.

     

Vom Mißbrauch der buddhistischen Lehre: Buddha und die Kriegerkaste

      Der Buddhismus ist die älteste, aktiv missionierende Religion. Vor 2500 Jahren begann er Geschichte zu schreiben. Nach der Betrachtung der buddhistischen Lehrinhalte scheint es beinahe verblüffend, daß gerade diese Religion so erfolgreich Verbreitung gefunden hat. Zudem beginnt ihre Erfolgsgeschichte ausgerechnet in der indischen Kultur, wo alle Bereiche des täglichen Lebens ursprünglich als zutiefst gottdurchdrungen galten.

      Siddharta Gautama wurde als Sohn einer Fürstenfamilie in die oberste Kaste der Krieger geboren und als solcher ausgebildet. Er war 29 Jahre alt und mit einer schönen Frau von hoher Geburt verheiratet, als die Begegnung mit Alter, Krankheit und Tod in ihm eine große Bestürzung, eine sensible Überreaktion auslöst. Schon sein spontanes Verhalten besteht in Absage und Verneinung. Siddharta verläßt Haus und Hof, befreit sich von allen Bindungen, lebt als Wandermönch, als sogenannter Asket, praktiziert diese Askese so exzessiv, daß er beinahe zugrundegeht, meditiert daraufhin jahrelang und plötzlich kommt ihm die Erleuchtung: Alles ist Nichts und das Dasein ein Traum. Konnte ihn keiner beruhigen? Es ist doch merkwürdig, daß offenbar kein einziges Familienmitglied versuchte, ihn aufzuhalten oder zurückzuholen. Genügte ihm die von der Kriegerkaste gelebte Religion des Brahmanismus nicht? Hatte er denn kein Vertrauen in die Brahmanen? Oder hat er eine andere religiöse Erziehung genossen?

      Aufschlußreich ist die Tatsache, daß Siddharta nicht der einzige Zeitgenosse des 6. Jahrhunderts v. u. Z. war, der in Indien das Nichts verkündete.6) Auch ein Mann namens Vardhamana7), ebenfalls Angehöriger der Kriegerkaste, tauschte sein Prinzendasein gegen die Hauslosigkeit, vertraute den Brahmanenpriestern auch nicht und wurde offenbar auch nicht von Angehörigen daran gehindert. Und interessanterweise waren zwischenzeitlich beide Männer - Vardhamana und Buddha - Asketenschüler eines Eremiten, der wahrscheinlich Anhänger des Jainismus8) war, einer religiösen Lehre, die schon damals auf eine 250jährige Tradition zurückblicken konnte. Alle 24 bisherigen Propheten dieser Schule waren Prinzensöhne aus der Kriegerkaste gewesen. Der Jainismus kannte bereits die Lehre von der Bedeutungslosigkeit des Seins, die Loslösung von den Dingen dieser Welt, die Schicksalsergebenheit. Er kannte zusätzlich strenge Askese durch völlige Nacktheit (»Luftbekleidung«), allerdings erlaubte er tatsächlich den passiven Selbstmord durch Nahrungsverweigerung. Vardhamana ließ diese Lehre aufleben. Durch ihn wurde der Jainismus die zweite der großen indischen Antireligionen des 6. Jahrhunderts v. u. Z. Siddharta jedoch sagte sich vom Jainismus los, nachdem er dem Hungertod gerade noch entgangen war. Er begründete seine eigene Antireligion, den Buddhismus. Bemerkenswert ist, daß alle diese Verkünder des Nichts Prinzensöhne der Kriegerkaste waren!

      Die soziale Führungsschicht der Krieger tendierte offensichtlich dazu, religiöse Alternativen zu den Lehren der Brahmanenpriester zu suchen, und zwar im Einvernehmen mit ihren Kastenangehörigen. Tatsächlich ist historisch bekannt, daß in Indien des öfteren Unmut gegen die Brahmanenkaste aufkam, der sich gegen ausartende Rituale, übertriebene Opfertätigkeit und allzuviel Macht der Priester richtete. Getragen, vielleicht gar geschürt, wurde dieser Unmut von der Kriegerkaste. Da die antireligiösen Bewegungen des 6. Jahrhunderts geeignet waren, der herrschenden Priesterkaste Einfluß zu entziehen, hatte die Kriegerkaste allen Grund, die buddhistische Lehre zu fördern. Der Religionsforscher Massadié meint darum: »Die Unmäßigkeit der Priester selbst hatte dazu geführt, daß die Götter abgeschafft wurden.«9)

     

      Vor diesem Hintergrund kann man den bahnbrechenden Anfangserfolg der buddhistischen Religion als das unglücklich-zufällige Nebenprodukt eines Machtkampfes zweier Kasten bezeichnen. Man kann sich nun in etwa vorstellen, was damals vor sich ging und folgende historische These aufstellen: Vielleicht war der junge Buddha viel weniger Nutznießer als tragisches Opfer machtpolitischer Verwicklungen?

      Man stelle sich vor: Ein junger Prinz lernt die brahmanistische Lehre vom Trugbild und Weltschmerz kennen. Er lernt aber auch, daß man den Priestern mißtrauen muß. Er ist ein hochsensibler Junge, womöglich mit einer versteckten psychiotischen Neigung. Als er angesichts letzter Lebens- und Sinnfragen (Alter, Krankheit, Tod) in Verzweiflung gerät, wendet er sich natürlich nicht an die priesterlichen Seelesorger. Er bekommt aber auch keine Hilfe von seinen Familien- bzw. Kastengehörigen. Dies vermutlich, weil eine öffentliche Demonstration von Verachtung und Mißtrauen vonseiten eines fürstlichen Prinzen gegenüber den Brahmanen ein politisch zweckmäßiger Vorgang ist: So wird vor den Augen des Volkes ein Exempel statuiert. Die Hypothese lautet weiter: Man ließ zu, daß die jungen Prinzen zu Gottleugnern wurden, um das Volk gegen die Priester aufzubringen. Die Geschichte ginge ebenso zynisch und makaber weiter: Buddha kehrt nach Jahren seelischer Qualen zurück mit einer Lehre vom »Nichts« im Gepäck. Er bringt einen religiösen Ersatz, eine Ethik, die brauchbar ist, weil sie eben nicht wie der Jainismus konsequent im freiwilligen Hungertod endet. Darum feiern die Kriegerfürsten den Buddha als ihren »erleuchteten« Mönchsprinzen, weil sie mit seiner Lehre an der Hand endlich die Priester verjagen und ersetzen können. Die Kriegerfürsten fördern Buddhas Lehre, um die Macht der Brahmanen zu brechen - und das alles um den Preis, daß nun jeder Untertan das traurige Psychodrama des Buddha nacherleben soll.

      Nun wird heute behauptet, der Buddhismus sei eine soziale Befreiungslehre. Tatsächlich verlor ja das alte indoarisch-brahmanische Kastensystem in den Religionen des Nichts seine Bedeutung. Die Mönchsprinzen traten durchaus als »Befreier« des Volkes auf. Sie lehnten die Kastenordnung ab und lieferten damit eine Rechtfertigung zur Entmachtung der Brahmanen. Aber war es nicht unklug von den Fürsten, ausgerechnet eine Gleichheitslehre zu fördern? Hätten die Kriegerfürsten da nicht um ihren eigenen sozialen Führungsanspruch fürchten müssen? - Offenbar nicht. Denn gerade ein mächtiger Herrscher wie Kaiser Ashoka - der »Karl der Große des Buddhismus« - ließ den Buddhismus mit frommer Unerbittlichkeit in seinem Reich verbreiten, ohne dabei an Macht einzubüßen. Ashoka dürfte selbst kaum wirklich an das Nichts und die Bedeutungslosigkeit des Seins geglaubt haben. Er verfolgte ein politisches Interesse: Er wollte die in der jahrhundertealten Kastenordnung streng getrennten Ämter des militärischen Oberbefehlshabers (Krieger) und des priesterlichen Oberhauptes (Brahmanen) auf seine Person vereinigen und damit zu ungeteilter Machtvollkommenheit gelangen. Zu diesem Zwecke war Buddhas Lehre ein höchst brauchbares ideologisches Werkzeug. Mit der buddhistischen Ethik ließ sich nämlich in den unteren Kasten ein Verzicht- und Ergebenheitsgefühl aufrechterhalten. Mit Buddha konnten die Krieger eine soziale Rebellion gegen die Brahmanen durchführen, ohne sich je selbst der Gefahr einer Rebellion von unten auszusetzen.10)

      Der Buddhismus ist keine Befreiungslehre, weil die gesellschaftliche Freiheit, die er zu bieten scheint, buchstäblich zu Nichts zu gebrauchen ist. Menschen, die überzeugt sind, daß alles gleichgültig ist, lassen sich widerspruchslos versklaven. Ein fataleres Verständnis von Freiheit läßt sich kaum denken, als daß Freiheit im Nichts zu finden sei und durch Gleichgültigkeit gewonnen werden kann. Dann ist es gleichgültig, frei oder unfrei zu sein. Welch ein weites Feld für die Machtgier der Herrschenden, wenn der Unterdrückte glaubt, in seiner Gleichgültigkeit »erhaben« zu sein. Unkomplizierter kann sich eine Herde Schafe kaum hüten lassen. Der Buddhismus ist sogar eine unsoziale Lehre, eine Lehre die Unterdückung geradezu herausfordet. Denn wenn das Leben ein Traum ist, dann ist ja auch die Unfreiheit bloß ein Traum. Ein Alptraum zwar, aber deshalb nun gerade der Beweis, daß Buddha Recht hat. Da ahnt man bereits den unseligen Teufelskreis, in welchen der Buddhismus die Völker stürzen wird: Die maßlose Gleichgültigkeit, die auch vor dem Sittengesetz nicht haltmacht, setzt der Machtentartung der Herrschenden kaum eine Grenze - und das unterdückte Volk, je größer sein Unglück wird, sucht nur umso williger Zuflucht zum Buddha. Leiden und Gleichgültigkeit müßten sich so gegenseitig bis ins Unendliche steigern - wenn es nicht Seelengesetze gäbe, die segnend greifen und das denkbar Schlimmste verhindern.

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Der Buddhismus als Weltreligion: Geißel der Völker!

     Auf diese Seelengesetze ist es zurückzuführen, daß die 2500jährige Geschichte des Buddhismus so verwirrend und kompliziert ist. Sie ist das Ergebnis eines Kampfes der Völker um Freiheit und Gotterhaltung gegenüber Unterdückung und religiösem Wahn. Ein Kampf in dem Gotterhaltungswille und Volkserhaltungswille versuchen, der buddhistischen Irrlehre Zugeständnisse abzutrotzen.

     Ein hoffnungsloser Kampf, solange der grundlegende Irrtum Buddhas nicht erkannt wird. Denn die buddhistische Religion ist höchst anpassungs- und überlebensfähig, und sie profitiert - wie zu zeigen sein wird - in hohem Maße vor allem vom unvollkommenen Selbsterhaltungswillen der Menschenseele. Diesen Willen züchtet sie auf, und wo sie einmal Fuß gefaßt hat, erstickt sie den Freiheitswillen, treibt die Völker in den Abstieg. Der Buddhismus ist eine Geißel der Völker, vergleichbar Hydra, dem giftatmenden neunköpfigen Seeungeheuer der griechischen Mythologie, dessen abgeschlagene Köpfe doppelt nachwachsen. Nur Hekules fand ein Mittel, schließlich das Übel bei der Wurzel zu packen.

     Diesen Befreiungsschlag allerdings wird man kaum von etwas anderem erhoffen können, als von einer klaren Erkenntnis über den Sinn der Schöpfung, über die Verantwortung, die dem Menschen daraus erwächst und die nicht zuletzt darin bestehen muß, wenigstens die Möglichkeiten der freiwilligen Sinnerfüllung des Schöpfungszieles zu erhalten. Gotterhaltung, das heißt daher vor allem: Freiheit den Völkern, Bewahrung und Schutz der Vielfalt aller Kulturen, Frieden auf der Grundlage sittlicher Machtgestaltung. Solange dies nicht erkannt wird, kann der allseits gewünschte »Weltfrieden« niemals Wirklichkeit werden. Freiheit ist das Wesen des Göttlichen, auf Freiheit ist die Schöpfung gegründet, Freiheit bedingt auch die Unvollkommenheit des Menschengeschlechts. Aber es ist ein widergöttlicher Mißbrauch, diese menschliche Unvollkommenheit hochzuzüchten und damit jede schöpferische Ich-Entfaltung im Keim zu ersticken. Gegen solche seelische Zerstörung vermögen die vollkommenen Seelengesetze nicht zu schützen, sie können den Völkern nur hin und wieder eine Ahnung vermitteln, wie die Geißel der buddhistischen Hydra zu besiegen wäre. - M. Ludendorff erklärt, warum dies so ist: »Die ,Umdichtung‛ der Fremdlehre, von der wir bei der Betrachtung des ,Schicksals‛ der Einzelseele in dem Werk ,Des Menschen Seele‛ so Tröstliches berichten konnten (siehe Abschnitt ,Unterbewußtsein‛), kann sich bei einem Volk, das unter einer Weltreligion steht, deshalb nicht günstig auswirken, weil diese ,Umdichtung‛ im Gegensatz zu jener der geschenkten Volksreligionen ja immer wieder aufs neue von den geistlichen Führern planmäßig zerstört wird, ihr also immer entgegengearbeitet werden wird. (...) Eine Weltreligion muß ihren Zielen nach also jene das artgemäße Gotterleben mühsam rettenden Wege der Umdichtung, die die einzelne Seele beschreitet, immer wieder verrammen.«11)

     Der Buddhismus ist eine Weltreligion schon von Anbeginn seiner Geschichte. Noch bevor er sich über die Grenzen Indiens ausbreitete, muß er als solche bezeichnet werden. Denn nicht das geschichtliche Schicksal einer Religion und auch nicht etwaige Weltherrschaftsziele machen den Unterschied zwischen einer Volksreligion und einer Weltreligion, sondern einzig ihr Inhalt. M. Ludendorff nennt »...,Weltreligionen‛ im Gegensatz zur ,Volksreligion‛ all jene Religionen, die eine Austilgung der völkischen Eigenart ihrem Inhat und Ziel nach mehr oder minder bewußt erstreben und alle Völker der Erde bekehren wollen. Wir wählen diese Bezeichnung, unbekümmert darum, ob Bekehrung friedlich oder auch mit Gewalt erstrebt wird.«12)

     Aufgrund der Erkenntnisse M. Ludendorffs, die den Menschen die ernste Verantwortung für die Erhaltung der Völker als Voraussetzung für Gotterhaltung und damit auch für die Möglichkeit einer Sinnhaftigkeit des menschlichen Daseins klar vor Augen führt, trifft die Gleichheitslehre Buddhas das folgende Urteil der Philosophin: »[ Die buddhistische Heilslehre] erkennt ganz richtig in dem lustversklavten Selbsterhaltungswillen eine große Gefahr für den Menschen. Aber ohne die Gesetze der Ichentfaltung auch nur zu ahnen, die von mir in den Werken ,Des Menschen Seele‛ und ,Selbstschöpfung‛ gezeigt wurden und die den Menschen wirklich von der Herrschaft dieses törichten Willens befreien, lehrte Buddha den völkervernichtenden Heilsweg der Weltentsagung, der freiwilligen wirtschaftlichen Enteignung und das Betteln um den Lebensunterhalt. An solcher Unmoral muß natürlich ein Volk verwesen; die Pflichten der Selbsterhaltung... [ und] ...die Pflichten der Volkserhaltung... werden sogar als ein Hindernis zum Seelenheil angesehen. So entziehen sich die frommen Buddhisten der Pflicht, die Erhaltung der Art durch Arbeitsleistung zu sichern, ja, auch der heilige Wille zur Wahlverschmelzung und die Fortpflanzung erscheinen solcher Lehre von zweifelhafter Heiligkeit. Damit aber wird einem Volk so ganz sanft und unmerklich die Selbstaustilgung gepredigt. Mindestens ebenso volksvernichtend ist die geistige und körperliche Abrüstung, die der Buddhismus lehrt. Dem Unheil wird nicht gewehrt, die schlimmen Menschen werden nicht im Kampf überwunden, sondern man bringt ihnen nur Sanftmut entgegen, läßt sich alles von ihnen gefallen und hofft, sie durch dieses Verhalten zu überwinden und zu bessern. Es ist also der Buddhismus ein ganz gefährlicher Pazifismus, das heißt eine Selbstpreisgabe des Volkes den schlechten Volksgeschwistern und den Volksfeinden gegenüber, der sich auf die Geschichtegestaltung in ganz außerordentlichem Grade auswirken muß.«13)

     Weiterhin verweist die M. Ludendorff auf die gefährlichen Übungen der Selbsthypnose (Meditation), die nach buddhistischer Lehre zur Gottweisheit führen sollen, während es sich dabei in Wirklichkeit um eine Nachahmung des Gehabes von Geisteskranken handelt, die entweder den Übenden künstlich geisteskrank machen oder zum mindestens hochgradig verblödende Wirkung haben - nachgewiesen in ihrem Buch »Induziertes Irresein durch Okkultlehren«.14) Weiter geht die Kritik der Philosophin gegen die Verängstigung der gläubigen Buddhisten mit Teufelsvorstellungen und Höllenqualen als »der willkommene Bestandteil einer Religion für die Gewaltgierigen unter den Priestern«, weil dies »die Tore der Seele weit für jedweden Seelenmißbrauch« öffnet. »So konnte denn auch in gar manchem buddhistischen Volk durch Seelenmißbrauch Weltgeschichte gemacht werden.«15) - Wie zur Bestätigung dieser Tatsachen genügt ein kurzer Blick auf das Beispiel Tibets: Tibet - der größte Mönchsstaat den die Welt je gesehen hat - dessen Geschichte sich als eine einzige Aneinanderreihung von Intrigen und entartetem Machtgerangel unter den herrschenden Lamapriestern liest, während das tibetische Volk selbst wie mundtot kaum jemals durch irgendeine Willensäußerung in seine Geschichte gestaltend eingegriffen hat. Hierzu später.

     Schließlich fehlt noch der Hinweis auf den Charakter der buddhistischen Mission. Hierzu schreibt M. Ludendorff, »...daß der Buddhismus selbst durch und durch unpolitisch ist und keine Weltmachtziele aufstellt. Er freut sich aus Menschenliebe, wenn er auch anderen Menschen durch Mission seine vermeintlich köstlichen Lehren geben kann und sie auf seine Heilswege lockt. Aber dies tut er indes nicht in der Absicht, alle Völker der Erde seiner Lehre zu unterwerfen. Weil aber dem Buddhismus die Weltmachtziele fehlen, so vernichtet der die Lebenskraft der Völker unbewußt, er feindet sie keineswegs bewußt an. Er hat auch von allen Gewaltmaßnahmen bei seiner Mission abgesehen, die bei anderen Weltreligionen gang und gäbe sind. Auf dem gelben Mantel Buddhas sind keine Blutflecken. Mit Mord an Andersgläubigen ist seine Lehre nicht besudelt. So ist sie auch nicht so völkervernichtend geworden wie andere Weltreligionen. Sie bedeutet aber eine unerkannte, äußerlich unmerkliche und deshalb wahrlich auch gefährliche Entwurzelung der Menschen aus ihrem Volke, aus ihrer Lebenskraft, aus ihren heldischen Tugenden, aus ihren Volkspflichten, aus ihrer Verantwortung.... Ganz allmählich, unauffällig und unblutig ist das Absterben der Völker an der Krankheit dieser Lehre. Solche Zustände erleichtern macht- und gewaltgierigen Eroberen die Erreichung ihrer Ziele.«16)

     Blickt man nun auch nur ausschnittsweise in die Geschichte des Buddhismus, dann bestätigt sich dieses Urteil M. Ludendorffs in erschreckend deutlicher Weise. Überall dort, wo Völker die buddhistische Lehre in der ein oder anderen Abart angenommen haben, zeigt sich nicht nur pazifistische Wehrlosigkeit und Gleichgültigkeit gegenüber Unterdrückung und Unrecht, sondern das gleichzeitige Auftreten gewalt- und machtgieriger Herrscher, die wie gerufen in dieses Vakuum nachstoßen, welches durch Absterben der Volksseele und leichtsinnigen Verzicht auf sittliche Machtgestaltung jeweils entstanden ist. Insofern ist die Geschichte des Buddhismus keineswegs unblutig zu nennen. Auch wenn es vielleicht dem Charakter des Ur-Buddhismus nicht entsprach, sich durch Mord an Andersgläubigen zu besudeln. Es läßt sich nicht verleugnen, daß das Schlagwort von »2500 Jahren Friedfertigkeit« ein grobschlichter Unfug ist! Obwohl nämlich der Buddhismus selbst keine Weltmachtziele vertritt, hat der entartete Machtwille Einzelner immer sofort erkannt, daß die buddhistische Lehre ein besonders geeignetes Werkzeug ist, sehr wohl Machtziele zu verfolgen und zu erreichen. Deshalb ist es so bezeichnend wenn der Buddhismus-Experte Thomas Schweer folgendes schreibt: »Zu allen Zeiten waren die Buddhisten... auf ein gutes Verhältnis zur Obrigkeit bedacht. Sie stellten deren Machtanspruch nicht in Frage und durften sich umgekehrt des Wohlwollens der staatlichen Führung gewiß sein, es sei denn, es hätten politische Umwälzungen stattgefunden.«17)

     

»Theravada« - der »alte Weg« des Buddhismus

     Gleich zu Beginn der Geschichte des Buddhismus stellt man erwartungsgemäß fest, daß es gar nicht so einfach war, dem Volk ein Nichts zu predigen. Die ursprüngliche Lehre des Buddha scheiterte, kaum daß sie entstanden war. Religionsforscher nehmen an, daß die Lehre, so wie Buddha selbst sie formulierte, nie die unteren Volksschichten erreicht hat. Wie sollte es auch für das Volk ein reizvoller Gedanke sein, aus dem Nichts gekommen zu sein, ein Nichts zu durchleben um dann nirgendwo hinzugehen. Das Volk hatte nicht zuletzt deshalb wohl auch die Brahmanen vertrieben, weil es eigentlich nie wirklich so frustriert war, daß ihm Gleichgültigkeit und Verzicht auf jede Sinnlichkeit wirklich von Herzen kam. Es waren schon immer nur Einzelne, die als hauslose Asketen das religiöse Ideal tatsächlich praktizierten. Das indische Volk liebte seine Götter und Mythen. Und deshalb war es auch das Volk, das schließlich den religionsgeschichtlichen Betriebunfall - Buddhas Absage an Gott und die Welt - rückgängig machte.

     Der Volksbuddhismus bestellte kurzerhand die Götter zurück, die Buddha hinweggefegt hatte. Buddha hatte zu Lebzeiten ausdrücklich abgelehnt, verehrt zu werden, seine Lehre sollte im Mittelpunkt stehen. Doch kaum war er gestorben, wurde er auch schon selbst zum Mittelpunkt eines Kultes. Das Volk schuf sich eine Religion, in der Heiligkeit und Offenbarung zum Tragen kamen. Buddhas körperliche Überreste - Zähne, Haare und so weiter - wurden als wundertätige Reliquien in eigens errichteten Bauwerken aufbewahrt. So entstanden die Stupas, Sakralbauten und Versammlungsorte der Buddhisten. Die Gläubigen entwickelten Rituale, um mit Opfergaben, Blumen, brennenden Lichtern, Öl oder Weihrauch den Stifter Gautama zu preisen. Die Orte, an denen sich markante Ereignisse in seinem Leben zugetragen hatten, wurden zu zentralen Pilgerstätten. Zu den jährlichen Pligerfahrten gab es riesige bunte Feste, tagelange Umzüge voll Musik, Tanz und Gesang. Obwohl man hätte meinen sollen, daß es an Buddhas traurigen Verkündungen nichts zu feiern gab: Das Volk ließ sich seine uralten Feste und sein Bedürfnis nach heiligen Werten nicht rauben.- Auch dies ein seelengesetzlicher Vorgang, auf den M. Ludendorff hingewiesen hat: »Gewiß wird [ die Weltreligion] aus Klugheit, wenn in einem gesunden Volk viel Widerstandskraft vorhanden ist, altherkömmliche Sitten und Feiern beibehalten, ihnen einen neuen Sinn unterschieben, wie dies die christliche Kirche z.B. mit allen germanischen Feiern getan hat...«18)

     Dennoch sollte dem indischen Volk das Feiern bald vergehen. Wie bereits angedeutet, erfuhr der Buddhismus in Indien unter dem mächtigen Kaiser Ashoka im 3. Jahrhundert v. u. Z. eine sogenannte »Blütezeit« als Staatsreligion. Ashokas Reich umfaßte den gesamten Norden Indiens mit Pakistan und Kaschmir. Und liest man die kaiserlichen Erlasse, dann hatte Ashoka offensichtlich vor, dieses ganze Gebiet in ein riesiges Vegetarierkloster zu verwandeln. Hinter Ashokas Aufruf »Alle Menschen sind meine Kinder« und hinter seinen trügerischen Toleranzzusicherungen verbarg sich puritanischer Missionseifer. Hier wie bei Buddha, eine unheimliche Abart der Menschenliebe, nur daß Ashoka weit weniger human und geduldig war. Durch eine unerbittliche Sittenpolizei ließ er das öffentliche und private Leben kontrollieren, förderte buddhistischen Kadavergehorsam und unwürdiges Denunziantentum. Ashoka ernannte einen »obersten Tugendminister« und besondere Beamte zur Beschwörung und Bekehrung »Ungläubiger«.19) Kein Wunder, daß viele nur aus materiellen oder existentiellen Gründen zum Buddhismus übertraten. Ashoka soll daher 60.000 von diesen »Scheinanhängern«, die lediglich vom Reichtum der Klöster profitieren wollten, aus der Glaubensgemeinschaft ausgeschlossen haben20) - und man darf annehmen, daß es dabei nicht unblutig zuging.

     Der Buddhismus tritt damit schon zu Beginn seiner Geschichte als Werkzeug einer totalitären Willkürherrschaft auf, und es bestätigt sich ein seelengesetzlich vorhersagbares Schicksal. M. Ludendorff: »Ein unter Weltreligion stehendes Volk flattert dann völlig auseinander in Millionen Einzelseelen, die gar nichts miteinander zu tun haben, es sei denn, daß wirtschaftliche oder berufliche Rücksichten sie aufeinander anweisen. (...) [ Es] erhebt sich ein recht eifriger, rücksichtsloser Kampf aller gegen alle, an dem die Volkswohlfahrt getrost zugrunde gehen kann. Was kümmert es hierbei die Machthaber im Volk, daß den unterdrückten Volksteilen hierdurch noch der Rest von Gemeinschaftsgefühl aus der Seele getrieben wird? - In solcher Seelenverfassung findet sie dann alle wieder eine neue Stunde der Todesnot, in der die Volksseele die Einheit erzwingen soll.«21) Und tatsächlich meldete sich endlich das Volk in diesem Sinne.

     

»Mahayana« - das »Große Fahrzeug« des Buddhismus

     Es war nämlich gewiß kein Zufall, daß ausgerechnet unter Ashoka im 3. Jahrhundert eine Art buddhistischer Reformation aufkam, da der Buddhismus in dieser Form dem Volk aus verständlichen Gründen zutiefst mißfiel. Und es war tatsächlich nicht allein die puritanische Freudlosigkeit, gegen die die Empörung sich wendete. Eine wesentliche Forderung der Reformatoren war die Abschaffung des »Heilsegoismus«22), gerichtet gegen Fixierung des Einzelnen auf nichts als die persönliche Erlösung. Eine Forderung, in der man durchaus eine Abwehr des Volkes gegenüber der beträchtlich volksschädigende Wirkung des Urbuddhismus zum Tragen kommen sieht. Und gerade jetzt nahm auch die Herrschaft Ashokas eine radikale Wendung. Die Anhänger der buddhistischen Reformation wurden per Inquisition als Sekten und Ketzer verfolgt, ein Zeichen dafür, wie sich die Machtbasis des Herrschers durch solche Forderungen getroffen sah.

     Dennoch läßt sich aber auch an den Inhalten der buddhistischen Reformation im 3. Jahrhundert beobachten, wie sehr das religiöse Gemütserleben im Volk aber bereits verarmt war. Der naive Volksglaube hatte sich eine Mythologie geschaffen, die man besser als »Buddhologie« bezeichnet: Legenden, Aberglauben, Wiedergeburts- und Dämonenglauben. Vom Atheismus und Nihilismus des Urbuddhismus (den man jetzt abschätzig Theravada, »den alten Weg« oder auch Hinayana, das »Kleine Fahrzeug« nannte) blieb nur ein grobes Gerüst. Die einheimische Kultur der indischen Verfallszeit, die Vielgötterei, wurde jetzt dem Buddhismus beigemischt. Das »Große Fahrzeug«, der Mahayana, ist eine zurechtgeschusterte und abgeschliffene Religion, die zwar bunter und freundlicher erscheint als der Urbuddhismus; letztlich ist sie aber Ausdruck eines mittlerweile entarteten Selbsterhaltungswillen der Einzelseelen. Mangelnder Freiheitswille offenbart sich da nicht nur in dem Unvermögen, den Irrglauben überhaupt abschütteln zu können. Nein, vor allem in dem Selbstbetrug, sich den buddhstischen Heilsweg noch zu erleichtern, zeigt sich die inzwischen übersteigerte Leidangst des Volkes. Buddha wurde zum Gott erhoben, den man um erlösende Hilfe anbeten konnte. Gute Geister, die Bodhisattvas, kehrten nach dem neuen Glauben eigens aus dem Nirwana zurück, um den Menschen das Leiden zu erleichtern. - Also waren es nicht so sehr die religiösen Gemütswerte, die das Volk veranlaßten, bunte Mythen und Legenden von Göttern und Geistern der urbuddhistische Lehre vom Nichts beizumischen. Im Mahayana-Buddhismus kommt auch die unter Ashoka mächtig aufgezüchtete Leidflucht des unvollkomenen Selbsterhaltungswillens zum Tragen.

     Dennoch ist unübersehrbar, daß bei der Mahayana-Reform zu einem gewissen Maß der Selbsterhaltungswille der Volksseele mitgesprochen hat. Wenigstens ein winziger Hoffnungsschimmer für die Volkserhaltung ist es, daß der Mahayana Platz machte für diejenigen Menschen, die den Weg der Weltabkehr nicht gehen wollen. Bisher hatten die Laien nur auf eine Verringerung ihrer Reinkarnation hoffen dürfen, indem sie nämlich die Mönche ernährten und beschenkten. Deshalb geht ja der buddhistische Mönch ohne Dank für die Gabe am Spender vorüber, der Laie muß sich bedanken, daß er sich damit ein Stück Nirwana verdienen durfte. Die Laien haben im »Kleinen Fahrzeug« keine Hoffnung, außer im nächsten Leben selbst als Mönche geboren zu werden. Das »Große Fahrzeug« hingegen ebnet diesen Unterschied zwischen Mönchen und Laien ein wenig ein: es kennt wenigstens grundsätzlich die Möglichkeit, daß auch der Laie noch in diesem Leben Erleuchtung finden kann. Dem älteren Ideal des sich selbst erlösenden Heiligen, dem Heilsegoismus, erteilte man so eine Absage. Das neue Ideal ist der Bodhisattva, der andere erlöst: ein jedoch nicht minder bedenklicher Heilsaltruismus. Mit diesen Reformen ließ sich nun immerhin der Ansturm auf die Klöster dämmen. Es gab jetzt einen größeren Ansporn für die Laien, die wirtschaftliche Versorgung und die Nachkommenschaft des Volkes zu sichern. Im Gegensatz zum alten Theravada, hatte der Mahayana denn auch einen weitaus größeren Erfolg bei seiner Mission der Völker. Von Nordindien aus drang er nach Tibet, Nepal, Sikkim, Buthan, Vietnam, China, Korea und Japan vor.

     Aber gerade die größere Volksnähe des Mahayana-Buddhismus ist auch mit ganz neuen Tücken verbunden. Bezeichnend ist, daß der Mahayana nicht mehr nur einen, sondern zwei Wege der buddhistischen Erlösung erfand: den Weg der Weisheit (Prajna) für die Mönche und den Weg des Glaubens (Bhakti) für die Laien. Damit wurde für das einfache Volk, das mit der komplizierten Lehre Buddhas wohl auch überfordert war, ein Heilsweg eröffnet, der die Vernunft nun einfach völlig umging. Auch dies führte umso mehr zu einer unseligen Aufzüchtung des unvollkommenen Selbsterhaltungswillens gegenüber der Sehnsucht nach Erkenntnis, gegenüber dem erlebten Wunsch zum Wahren, der dem indischen Volk doch einst ein tiefes Gemütserleben geschenkt hatte. Dieser neue sogenannte »Weg des Glaubens« forderte nämlich vom Volk nur noch die Meditationsübungen ein und versetzte so der Denk- und Urteilskraft auch noch den letzten Todesstoß.

     Deshalb aber bietet der Mahayana-Buddhismus mit seinem Geisterglauben den Priestern noch größere Möglichkeiten, die Gläubigen durch Verängstigung zu beherrschen. Während die Mönche selbst an ihren Klosteruniversitäten höchste Gelehrtheit pflegen und fördern, in Streitgesprächen und Rededuellen mit ihrer Vernunftbegabung wetteifern, fordern sie das Volk auf, sich nur den verblödenden Übungen zu widmen - falls es nicht schon genug damit beschäftigt war, sich selbst und die Mönche zu ernähren. Es ist entrüstend und abstoßend, wie man hier eine Zweiklassengesellschaft von Dummen und Gebildeten entstehen sieht. Man fühlt sich unwillkürlich erinnert an die Visionen des Science-Fiction-Klassikers »Die Zeitmaschine«, in dem H.G. Wells eine Welt der Zukunft beschreibt, in der die dummgehaltene Masse der Untderückten ihren Unterdrückern auch willenlos Sklavendienste leistet. Wie sehr diese Vision am Ende im tibetischen Buddhismus Tatsächlichkeit geworden ist, werden wir noch sehen. Hier bleibt festzuhalten: So segensreich sich auch der Verzicht auf den Heilsegoismus für den Fortbestand des Volkes auswirkte: Das Volk darf nur weiterbestehen, um ein unwürdiges Dasein zu fristen. Der Mahayana wird letztlich zu einem fatalen Unheil für die Einzelseele. Sie muß nach der Leidversklavung des Selbsterhaltungswillens nun auch noch den Abstieg in die Verblödung nehmen. Da kann es nun überhaupt nicht mehr wundern, daß die weitere Entwicklung des Buddhismus eine traurige Geschichte moralischen Verfalls ist.

     

Das »Diamant Fahrzeug« des tibetischen Buddhismus: Errichtung einer weltweiten Buddhokratie

     In Nordindien entstand im 5. Jahrhundert n. u. Z. der tantrische Buddhismus, Vajrayana23), das »Diamant-Fahrzeug« - so genannt, weil der Geist des Buddhaschülers makellos wie ein Diamant geschliffen werden soll. Schon dieser Gedanke läßt ahnen, daß Verblödung und Leidangst in dieser Abart des Buddhismus nicht nur weiter gesteigert werden, sondern daß die Persönlichkeit des Gläubigen unter diesen Umständen - auf welche Weise, werden wir noch zu betrachten haben - regelrecht abgerichtet wird. Jedenfalls fanden die indischen Missionare des »Diamant-Fahrzeugs« im Tibet des 8. Jahrhunderts besonders günstige Bedingungen vor. Hier hatte nämlich der schamanistische Bön-Glauben bei der Höllenverängstigung des tibetischen Volkes schon wesentliche Vorarbeit geleistet. Die tibetischen Herrscher, die dem Volk als Gottkönige galten, mußten ihre Macht mit den Bön-Priestern teilen. Erwartungsgemäß war ihnen diese Machtkonkurrenz bald lästig. Deshalb riefen sie die buddhistisch-tantrischen Priester aus Indien. Wie einst in Indien wurde nämlich der Buddhismus in Tibet aus Machtgründen missionarisch eingeführt. - Einmal mehr zeigte sich in Tibet, daß der Buddhismus zu großer Anpassung an die Kulturen und Religionen seiner Missionsgebiete fähig ist. In Tibet entstand das typische Gemisch aus Buddhismus, volksreligiösem Geisterglauben und schamanistischem Bön. Ein von Symbolik überladener Mischkult mit bizarren Göttergestalten, wilden Teufelstänzen, Gebetsmühlen, Orakeln, Sterndeuterei - den wir bis heute als tibetischen Buddhismus kennen. Tibet wurde der größte Mönchsstaat, den es auf der Welt je gab. Eine zahlenmäßig starke Herrscherschicht von Mönchen, die dort Lamas heißen (tibet. Lama = sanskrit. Guru), regierten das Land. Man nennt den tibetischen Buddhismus auch »Lamaismus«, weil in ihm die Priesterschaft als Mittler zum »Übersinnlichen« eine ausschlaggebende Rolle spielt. Die Hierarchie der Lamas ist kompliziert, und es ist kein Zufall, daß der Lamaismus und der abendländische Katholizismus in fast allen Einzelheiten von Ritus und Organisation übereinstimmen. (Es war ein schwerer Schlag für die römisch-katholische Kirche, als Erich Ludendorff öffentlich nachwies, woher die Kirche ihre Kulteinrichtungen bis ins Einzelne entnommen hat.)

     Die unterste Stufe der Lamas bilden zahllose unwissende, abergläubige und halbverhungerte Mönche, deren Weihen drei Grade haben. Darüber stehen Äbte, Priore, Bischöfe, Erzbischöfe - jeweils unter tibetischen Bezeichnungen. Vermöge ihrer priesterlichen »Weihen«, ihres Studiums der »heiligen Bücher«, der Beherrschung des Rituals und der geistigen Übungen werden alle höheren Lamas vom Volk als übermenschliche Wesen betrachtet. Die gewöhnlichen Sterblichen fühlen sich auf ihre Lamas angewiesen, weil sie bei der Abkürzung der Kette der Wiedergeburten behilflich sein können und weil sie vor der Unzahl böser Geister schützen können. Vor allem aber ist ihnen die Zaubermacht verliehen, in das Gesetz der Kausalität souverän einzugreifen. Da ahnt man schon, welche weltlich-politische Macht hieraus der tibetischen Priesterkaste zuwächst.24)

     Zuvor ein kurzer Blick in das traurige Schicksal des tibetischen Volkes. Tibet war eh und je von Zwistigkeiten und Machtkämpfen gebeutelt. Weil die Lamas nicht heiraten durften, regelte man ihre Erbfolge über den Wiedergeburtsglauben, mit Knaben, die man schon im Kleinkindalter aus den Elternhäusern »entführt« und von kleinauf in gewünschter Weise heranziehen, beeinflussen und auf die künftigen Aufgaben vorbereiten kann. Daß dabei viel manipuliert wird, versteht sich von selbst. Es tut der Macht des Lamaismus ja keinen Abbruch, einen unliebsamen mächtigen Lama dann und wann aus dem Weg zu räumen. Er läßt sich ja jederzeit durch »seine Wiedergeburt« ersetzen. Das Gerangel zwischen den verschiedenen Mönchsorden (vor allem zwischen den Oder der »Gelbmützen« und »Rotmützen«) führte immer wieder dazu, daß die ein oder andere der streitenden Parteien fremde Herrscher ins Land holte. Und die Geister, die man rief, wurde man anschließend nur schwer wieder los, weil diese natürlich nie ohne eigene Machtinteressen kamen.

     Nach den Mongolen wurde Tibet im 17. Jahrhundert den chinesischen Mandschu-Kaisern unterworfen. Im 18. Jahrhundert kamen wieder west- und ostmongolische Stämme, weshalb man sich erneut an Peking wandte. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts kamen die Engländer und bestimmten die Chinesen zu Verwaltern. China hatte Tibet fest im Griff bis zum revolutionären Sturz des letzten Mandschu-Kaisers im Jahre 1911. Im Oktober 1950 griffen die Kommunisten unter Mao Tse-Tung Tibet an. In dieser bedrohlichen Lage wurde auf Anraten des höchsten tibetischen Staatsorakels alle Regierungsmacht dem heute noch amtierenden Gottkönig Dalai Lama, bürgerlich namens Tenzin Gyatso, übertragen. Die Repressionen der chinesischen Besatzer gipfelten 1959 in der entgültigen Annexion Tibets. Der Dalai Lama ist bekanntlich während eines tibetischen Aufstands aus Lhasa geflohen und hat 1960 in der indischen Stadt Dharamsala eine Exilregierung gebildet, als dessen Oberhaupt er seither regiert.25) In all diesen Wirren sind die tibetischen Lamas nie untergegangen. Und der seither letzte öffentlich bekannt gewordenen Ritualmord vom Februar 1997 spricht dafür, daß Intrigen und Mordanschläge um die Besetzung der höchsten Ämter im Lamaismus bis heute weitergehen.26) Es ist unter all diesen Umständen kein Wunder, wenn nach dem jahrhundertewährenden Joch von Fremdherrschaft, Lamaismus und der unseligen Religion des buddhistischen »Diamant-Fahrzeugs« das Volk der Tibeter kaum mehr atmet. Heute hat es vielmehr den Anschein: Je mehr es gelingt, die Weltöffentlichkeit angesichts der Opferrolle Tibets in Bestürzung und Gewissensnöte zu versetzen, desto mehr gewinnt der Dalai Lama an weltweiter spiritueller Autorität. Wenn er ausgerechnet an das demokratische Bewußtsein westlicher Staaten appelliert, ist das der reinste Hohn.

     Aber selbst aus dem tibetischen Volk hört man in letzter Zeit Stimmen, die von wachsendem Unmut über die Politik des »Gottkönigs« zeugen. Es lohnt sich hier einen Abschnitt aus einem von Exiltibetern 1996 verfaßten offenen Brief an den Dalai Lama zu zitieren, der über das Internet verbreitetet wurde. Obwohl man bei den Lamas nie sicher sein kann, ob es nicht letztlich um Eifersüchteleien und Machtgrangel geht, liest man - sage und schreibe - daß die Tibeter dem Dalai Lama »Despotismus« vorzuwerfen haben. Im Einzelnen heißt es in dem Brief: »Der Grund [ für diesen Despotismus] ist eine unsichtbare Krankheit... Es ist das Festhalten an Ihrer eigenen Macht. (...) Seine Heiligkeit will ein großer Führer sein, aber Sie wissen nicht, daß es zur Erfüllung dieses Wunsches notwendig ist, ein ,politisches Bodhisattva-Gelübde’27) abzulegen. Statt dessen haben Sie den falschen ‘politischen Pfad der Machtanhäufung’ eingeschlagen, der dann zu einem ständig falschen Weg geführt hat. (...) Mehr noch, um [ andere] Lamas herauszufordern, haben Sie die Religion für Ihre Ziele benutzt. Zu diesem Zweck haben Sie einen blinden Glauben innerhalb des tibetischen Volkes entwickelt. (...) Das Resultat war, daß jetzt das tibetische Volk in die gleiche schmuddelige und schmutzige Vermischung von Religion und Politik der Lamas zurückgefallen ist, die Sie so treffend in früheren Zeiten kritisiert haben. (...) Sie haben die Tibeter zu Eseln gemacht. Sie können sie zwingen, hier- und dorthin zu gehen, wie es Ihnen gerade gefällt. In Ihren Worten sagen Sie immer, daß Sie wie Gandhi sein wollen, in Ihren Handlungen aber sind Sie ein religiöser Fundamentalist, der den religiösen Glauben dazu benutzt, um politische Ziele zu verfolgen. Ihr Bild ist der Dalai Lama, Ihr Mund ist Mahatma Gandhi und Ihr Herz ist das eines religiösen Diktators. Ihr seid ein Betrüger und es ist traurig, daß an der Spitze all des Leidens, das es noch erdulden muß, das tibetische Volk einen Führer wie Sie ertragen muß. Die Tibeter sind fanatisch geworden. Sie sagen, daß der Name Dalai Lama wichtiger sei als das Prinzip Tibet. Sie haben Ihr Ziel erreicht. (...) Bitte, wenn Sie glauben, ein Wesen wie Gandhi zu sein, bringen Sie Tibet nicht in eine Lage, die dem Stil eines Kirchenstaates aus dem 17. Jahrhundert in Europa vergleichbar ist.«28)

     

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     Nachdem man sich das Schicksals der unter dem Buddhismus leidenden Menschen und Völker vergegenwärtigt, sind die Fragen der Gegenwart um so brennender. Der tibetische Buddhismus ist auf dem besten Wege im Westen und in Deutschland Fuß zu fassen. Was noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts undenkbar schien, ist ernste Wirklichkeit geworden. Schon in den 1930er Jahren lenkte das Haus Ludendorff zusammen mit Warnungen vor den Entwicklungen der »esoterischen Religionen« die Aufmerksamkeit auch auf die Priesterhierarchien vom »Dach der Welt«. Dazu schrieb M. Ludendorff: »Aus ernsten Gründen hielten wir lange noch damit zurück, dem Volke die Gefahr der tibetanischen Priesterkaste zu zeigen, denn wir wußten, mit welchem Achselzucken und mit welcher fahrlässigen Gleichgültigkeit die Deutschen an dem Okkultismus vorübergehen, als sei er eine Spielerei für halbverrückte Leute, die niemals Weltgeschichte und noch dazu für des Deutschen Volkes Freiheit unheilvolle Weltgeschichte gestalten könne.«29) Und die zahlreichen Aufsätze und Schriften wurden tatsächlich mit Zweifel und Desinteresse aufgenommen. Als Erich Ludendorff erstmals gestützt auf einwandfreies Material eine zu erwartende Missionswelle aus Tibet ankündigte, wollte dies selbst in den eigenen Reihen nicht recht einleuchten: »Was haben Tibet und der Dalai Lama mit uns zu schaffen! Was können sie schon in Europa, in Deutschland wollen! Irgendwelche Götzenpriester von den wilden Bergen des Pamirs sollen nach Weltherrschaft streben? - Lächerlich! Der Feldherr sieht Gespenster!« - Nun, eines dieser »Gespenster« spukt seit 1989 als Nobelpreisträger sehr real und als allerorten herzlich empfangener Staatsgast durch die westliche Welt. Wir stehen heute nicht mehr vor dem Problem, unsere Zeitgenossen von der Tatsache einer buddhistischen Missionswelle überzeugen zu müssen. Was nach einem kurzen Blick in die Geschichte des Buddhismus nicht wundert und wovor Erich Ludendorff dringlich warnte - bestätigen nun selbst Stimmen aus dem tibetischen Volk. Der Dalai Lama ist nicht nur die führende Spitze der Pyramide lamaistischer Hierokratie von Tibet. Er benutzt die Religion des tibetischen Buddhismus zur Verfolgung politischer Ziele. Und was für welche! Seine Machtpolitik ist ein folgerichtiger Ausfluß der buddhistischen Religion des »Diamant-Fahrzeugs«, denn in den Schriften des Tantrismus sind ganz konkrete Weltherrschaftsziele niedergelegt: Ziel ist die Errichtung einer weltweiten Buddhokratie und an ihrem Ende - folgerichtig, weil nach Buddha Alles Nichts sein soll - die Vernichtung der Welt! In der Tat: Es ist unglaublich! Aber wir werden gleich sehen, woran der tantrische Buddhist tatsächlich glaubt.

     Der Tantrismus entstand aus einem uralten vorarisch-indischen Kult um die Todesgöttin Kali, die man sich als schreckenserregende Erscheinung vorstellte. Sie trägt eine Halskette aus Totenschädeln, trinkt das Blut ihrer Opfer und tanzt auf einem Leichnam. Bei der Vereinigung der Göttin Kali mit dem männlichen Gott Shiva wurde angeblich eine unbändige Kraft freigesetzt, durch welche die Welt mit allen materiellen und geistigen Formen entstanden sein soll. Auf diesen Glauben bezugnehmend lehrt das Tantra einen ganz speziellen Weg der buddhistischen Erleuchtung: Er besagt, daß alle Dualität - Geist und Körper, Mikrokosmos und Makrokosmos, Mann und Frau - zur Verschmelzung gebracht werden müssen. Wem das gelingt, dem wird dann aber nicht nur die langweilige Erleuchtung eines Buddha verheißen. Nein, der Erleuchtete wird dafür mit magischen Kräften belohnt, er kann buchstäblich »Wunder tun«. Die Gurus des tantrischen Buddhismus geben vor, die eigentlich echte, wahre »weiße« Magie zu beherrschen. Diese okkulte Lehre beinhaltet den irrwitzigen Wahn, der Buddhist könne durch bestimmte Lebensführung, Übung, Erfüllung ritueller Vorschriften und Vertiefung in die »heiligen Bücher« des Tantra tatsächlich die Naturgesetze außer Kraft setzen. Wegen dieser Zaubermacht sei es gefährlich, den Anweisungen der Tantra-Texte ohne die Anleitung eines erfahrenen Lehrers zu folgen. Ihr Sinn erschließt sich nur dem Eingeweihten, ihre Sprache ist geheimnisvoll und verschlüsselt gehalten, und der Schüler kann bei der Zauberei unheimlich viel falsch machen. Höllenangst und Dämonenglauben werden im Tantrismus also überboten durch die allgegenwärtige Angst vor magischem Zauber. -

     Damit reiht sich der Buddhismus nun entgültig unter die Weltreligionen, die für die seelische Gesundheit der Gläubigen die allergrößte der schlimmsten Gefahren bergen. Eine solche Lehre ist Morphium für alle Gottkräfte der Seele, Betäubung jeder selbstschöpferischen Ich-Entfaltung vom geringsten Ansatz her. Und genau aus diesem Grunde begegnet man in der Welt des tibetischen Buddhismus einem Ausfluß des Schwachsinns und der Entartung niederster Triebhaftigkeit sondergleichen:

     

Wege der »Erleuchtung« jenseits aller Moral

     Vor allem Frauen sollten sich durch den tantrischen Buddhismus massiv bedroht und entwürdigt sehen. Der Schwachsinn wird nämlich zu bitterem Ernst, indem der Tantra-Guru glaubt, zur Entfaltung seiner Allmacht »weibliche Energie« zu benötigen. Man sollte meinen, daß hier eine Verehrung der Weiblichkeit zum Ausdruck kommt. Weit gefehlt. Es wurde schon darauf hingewiesen, daß bereits Buddha eine ausgeprägte Abscheu und Verachtung gegenüber Frauen hegte. Die Überlieferung kennt zahlreiche würdeverletzende Aussprüche über Frauen aus seinem Munde. Es gibt eine Unzahl von Verführungsanekdoten: der Triumph der männlichen Keuschheit über die Sexualität ist im Buddhismus ein religiöses Dauerthema. Enstprechend gibt es viele Beschwörungsformeln gegen lüsterne Gedanken. In der sogenannten »analytischen Meditation«, die dem Mönch die Vergänglichkeit alles Seienden bewußt machen soll, ist es schon im Mahayana eine beliebte Meditationsübung, einen jungen, wunderschönen, nackten Frauenkörper zu imaginieren, diesen dann Stück für Stück in einen alten, kranken, sterbenden Körper zu verwandeln, der zum verfaulenden und stinkenden Leichnam wird, um diesen am Ende auch noch zu zerstückeln und zu fleddern. Aus solchen »Imaginationen« spricht abartige sexuelle Faszination und Gewalt. Die Frau schenkt neues Leben, also ist sie nach buddhistischer »Logik« Symbol der verachtungswürdigen Sinneswelt, also wird sie meditativ ermordet.30) Im Westen herrscht ja die weit verbreitete Vorstellung, der Tantrismus sei eine feinsinnige Liebeskunst und eine spirituelle Verfeinerung der Partnerschaft. Tatsächlich sehen die tibetischen Mönche im Liebesakt nichts als ein magisches Ritual, ein Mittel zum Zweck. Sie glauben, über die sexuelle Vereinigung, der Frau ihre Weisheit und Schöpferkraft zu entziehen und sich selbst einzuverleiben. Es handelt sich bei den tantrischen sexualmagischen Yogapraktiken regelrecht um ein ritualisiertes »Frauenopfer«. Die brutale Gewalt, die aus solchen Vorstellungen spricht, wird noch übertroffen, indem die tantrische Zahlenmystik das Alter der für dieses Ritual zu benutzenden Sexualpartnerin auf 20, 16, 12 und 10 Jahre festlegt. Die triebhafte Brutalität in solchen Ritualen läßt ahnen, wie tief die menschliche Seele durch religiösen Wahnsinn sinken kann. Wenn man nun hofft, daß dieses Ritual dann wenigstens nur in der meditativen Imagination durchgeführt wird, sieht man sich leider enttäuscht. In diesem Fall ziehen die tantrischen Buddhisten die Wirklichkeit dem Traume vor - aber man bekommt so seine Zweifel, ob sie überhaupt noch geistig in der Lage sind, das zu unterscheiden (bzw. ist es ja auch ihr Ziel, es nicht zu unterscheiden). In zivilisierten Gesellschaften werden Frauen- und Kinderschänder strafrechtlich verfolgt, aber kaum jemand scheint sich über die Sexualpratiken des Tantra entrüsten zu wollen. Hier wie im folgenden kann man allerdings getrost davon ausgehen, daß dieses Fehlurteil nicht aus Mangel an Moral, sondern schlichtweg aus Unwissen zustande kommt.

     

Mission durch die Hintertür: Den Völkern die Meditation bringen!

     Ähnliches Unwissen herrscht über die missionarischen Methoden des Budhismus. Nicht umsonst erklärte der Dalai Lama 1997 bei seinem Besuch in der Lüneburger Heide, er sei »nur« gekommen, um den Menschen die Meditation nahezubringen. Der Dalai Lama sagte zwar auch, daß er keine Mission betreiben wolle; die Völker des Westens sollten ruhig bei ihren Religionen bleiben. Eine solch vertrauenerweckende Aussage darf uns nicht beirren. Was heißt »nur« die Meditation bringen! Die wichtigste Grundlage des tibetischen Buddhismus ist die Meditation. Der tantrische Buddhismus hat es tatsächlich gar nicht nötig, Ungläubige zu bekehren, wie man das etwa von Offenbarungsreligionen kennt. Er erreicht sein Ziel seelenruhig und schleichend durch Verbreitung der Meditation. Er betritt die Bühne der Weltgeschichte sozusagen durch die Hintertür. -

     Die Meditation will der Dalai Lama deshalb nahebringen, weil die Menschen das sogenannte »Imaginieren« üben sollen. Die »Imagination« ist Herzstück und Grundlage des tantrischen Buddhismus. Er ist auf die Imaginationsfähigkeit angewiesen, wie das Christentum auf den Glauben an Jesu Kreuzigung. Es geht dabei aber nicht etwa um eine Vorstellungskraft, wie man sie landläufig mit dem Wort »Phantasie« verbindet. Es ist ein seelenheilkundliches Gesetz, daß Imaginationen (Einbildungen) bis auf das äußerste gesteigert werden können, bis hin zur Halluzination, die wie Wirklichkeit erscheint. Ziel der Meditationsübungen des tantrischen Buddhismus ist es, Bilder und Szenen so real zu imaginieren, daß selbst Gefühle in diesen Vorstellungen real erlebt werden. Ziel ist, daß die Imagination wie eine Wirklichkeit erlebt wird. Nachdem Buddha lehrte, daß die Wirklichkeit ein Traum ist, wird im tibetischen Buddhismus diese Traumvorstellung auf die Spitze getrieben: Wenn die Wirklichkeit ein Traum ist, dann ist der Traum die Wirklichkeit - und in diese läßt sich dann natürlich manipulierend eingreifen. Das ist das schlichte Geheimnis hinter dem tantrischen Zauber: Die Naturgesetze kann er nicht außer Kraft setzen. Aber er kann anhand der Gesetze der verletzlichen menschlichen Psyche durch Dauerhypnose vor dem inneren Auge jedes Gläubigen eine andere Natur erschaffen, die sich beliebig manipulieren läßt. Und für diesen Hokuspokus ist es eben unerläßlich, daß die Völker das Meditieren »nur« fleißig üben.

     Wie wirklichkeitsgetreu eine Imagination tatsächlich empfunden werden kann, und wie weit der tantrische Buddhismus dabei zu gehen bereit ist, zeigt ein Beispiel: Das Tantra kennt ein Ritual, in dem der Schüler in einem Selbstopfer (Chöd) seinen Körper fleischfressenden Dämoninnen (Dakinis) zum Fraß überläßt. In dem zugehörigen Tantra wird die Zerstückelung und Zerreißung des eigenen Körpers bis hin zum schauerlichen Knacken der Gebeine des Opfers in jeder Einzelheit beschrieben. Obwohl der Schüler den Tötungsakt »nur« imaginiert, erlebt er die Szene ganz real. Eine Forscherin berichtet, daß sie auf ihren Reisen durch Tibet gebrochene, gespenstische, von allen gemiedene menschliche Gestalten gesehen hat, die irrsinnig umherirrten, weil sie diese Chöd-Zeremonie psychisch nicht überstanden haben.31) So gesehen, ist es durchaus richtig, daß die Tantra-Texte »gefährlich« sind. Allerdings behaupten die Tantra-Meister, diese Opfer des Chöd-Rituals hätten etwas falsch gemacht: Das entsprechende Tantra rät dem Schüler, sich rechtzeitig selbst als die fleischfressende Dakini zu imaginieren, um selbst die Rolle der sadistischen Henkerin zu spielen. Ob der psychische Schaden der »korrekten« Imagination eines solchen Mord-Rituals dann geringer ist, bleibt zu bezweifeln.

     Die Krönung des Schwachsinns an dem genannten - wie an allen Ritualen des tantrischen Buddhismus - ist es, daß davon Erleuchtung versprochen wird. Auch hierin wird Buddhas Lehre ganz wörtlich umgesetzt: Die Befreiung von allem Irdischen und vom eigenen Dasein durch Imagination des Todes, hier in Form eines sado-masochistischen Gemetzels, für das »Entartung« kein Ausdruck mehr ist. Im übrigen hält der tibetische Buddhismus solche Übungen für notwendig, weil das »Tibetische Totenbuch« lehrt, daß jeder Mensch zwischen Tod und Wiedergeburt ein Höllenreich durchschreitet. Der tibetische Himmel kann nur nach einer Höllenfahrt betreten werden. Und dabei werden dem Buddhisten all diese mordlüsternen und blutrünstigen weiblichen Monster wiederbegegnen. Eben damit der Buddhist lernt, diese Unholdinnen zu bekämpfen, damit er sich nicht vor Angst in die schützende Gebärmutter einer Menschenfrau verkriechen wird, um nicht wiedergeboren zu werden, muß der Buddhist sein Leben damit zubringen, sich in der Imagination darin zu üben, eine Hölle durchzustehen. So wird der Seele eine krankhafte Zwanghaftigkeit induziert, sich meditativ-imaginativ mit Schrecken und Grauen auseinanderzusetzen, ein aggressiver Sado-Masochismus, der für die tibetisch-buddhistische Erleuchtung als unumgänglich gilt. Im tantrischen Buddhismus spielen Mordphantasien - wie man sieht - eine große Rolle: Selbstmord, rituelle Tötung von Menschen, Vergewaltigung. Die Todessehnsucht des Buddha ist in einen Todestrieb entartet, der sich in Mordlust Befriedigung verschafft. Nein, wirklich, das ist keine »sanfte« Religion!

     Nun hat das Tantra zu allem Übel eine »Umkehrlogik« entwickelt, um dies mit der angeblichen Friedfertigkeit des Buddhismus in Einklang zu bringen. Das »Gesetz der Umkehrung« besagt, daß man das Schlechte nur mit Schlechtem besiegen kann: das Böse durch Böses, die Gier durch Gier. Je schlimmer die Tabuverletzung in der Imagination, desto sicherer das ewige Leben und die Erleuchtung. Der tantrische Yogi wandert also ruhigen Gewissens auf Wegen jenseits aller Moral! Die psychische Gesundheit eines Menschen, der ein solches lebhaftes »Erleben-können« bizarrer Vorstellungen für erleuchtend hält, muß ernsthaft in Zweifel gezogen werden. Und man braucht auch keine besonderen Kenntnisse in Psychiatrie, um voraussagen zu können, daß wer sich in derartigen Vorstellungen auch noch fleißig übt, alsbald in geistiger Umnachtung und seelischem Tiefststand endet. Das »Erleben-und-Ertragen-können« höllenhaften Grauens ist aber eben das Ziel tantrisch-buddhistischer Praktiken. Das als »Können« zu bezeichnen ist völlig irreführend: Es handelt sich um künstliches Halluzinieren: der Buddhist fügt sich selbst auf Kommando Wahrnehmungstäuschungen zu. Der Schaden der hierbei entsteht, geht allerdings nicht nur die einzelne Menschenseele etwas an. Es geht letztlich um Politik, zu deutsch: um die Durchsetzung bestimmter Ziele bei der Gestaltung des Zusammenlebens der Menschen und Völker.

     

»Gottheitsyoga« - Grundlage der lamaistischen Machtstruktur

     Nicht genug, daß der Schüler sich krankhaften und ritualisierten Halluzinationen hingeben muß. Buddha lehrt die Bedeutungslosigkeit des Ichs, also fordert der tantrische Buddhismus, daß der Schüler seine Persönlichkeit aufzugeben hat. Auch das ist Sinn und Zweck solcher Übungen: die Imagination als jemand anderes. Wer oder was dies andere zu sein hat, das bestimmt nun aber der Tantra-Meister, das bestimmen die tantrischen Texte bis in jede Einzelheit. Hier wird der Mensch herabgewürdigt zu einem »Gefäß«, einer bloß körperlichen Hülle, die je nach Belieben und Befehl fremdbestimmt und geradezu dressiert wird. - Jeder Adept des tibetischen Buddhismus praktiziert das »Gottheitsyoga«, das heißt die Selbstimagination als Gottheit. Dabei wird nichts der Phantasie oder dem Zufall überlassen. Der tibetische Götterhimmel ist nicht nur hundertfach bestückt, sondern bis in das kleinste Detail präzise kodifiziert. Körper, Stellung, Kleidung, Gesichtsausdruck und sogar die Gefühlsstimmung des für das jeweilige Ritual bemühten Gottes sind vorgegeben. Ziel ist die Fähigkeit, sich beschreibungsgetreu als alle verschiedenen Gottheiten imaginieren zu können. Was der tibetische Buddhismus hier einüben läßt, nennt die Psychiatrie eine multiple Persönlichkeitsspaltung! Es ist nachgewiesen, daß Geisteskrankheiten durchaus übertragbar sind: die Medizin nennt das bekanntlich »induziertes Irresein«. Dem westlichen Menschen werden beim Gottheitsyoga anfangs freilich die freundlichen Götter aufgeschwatzt. Wer imaginiert sich schon gerne als wütendes, vampirartiges Monster, bewaffnet mit Hackmesser und Schädelschale? Außerdem will man den aufgeklärten Westlern weißmachen, es handle sich dabei um überkulturell gültige Archetypen.32) Aber das Angebot dieser Götterschar hat sich seit dem 12. Jahrhundert nicht verändert. Es handelt sich um Götter aus dem indisch-tibetischen und mongolischen Kulturkreis, die selbstverständlich auch die Ziele und Wünsche dieser Kulturkreise vertreten. Man muß sich klar machen, daß hinter dem Gottheitsyoga das Grundkonzept der lamaistischen Machtstruktur verborgen liegt. Der Tantra-Meister hat eine außergewöhnliche Machtstellung, weil er jede Gottheit durch seine Imagination bzw. durch Hypnose nach Belieben erschaffen, bewahren oder wieder zerstören kann. Je nach Übungsstadium der Schüler braucht der Meister am Ende nur noch mit dem Finger zu schnippen und die Halluzination ist perfekt. Der Tantra-Meister verwandelt seine Schüler in Götter, die er dann als Werkzeuge für seine Ziele benutzt. Von den Adepten wird absoluter Gehorsam gefordert. Ziel des tantrischen Gurus ist es - und das besagen die Tantra-Texte ohne Umschweife (!) - die Individualität, die Persönlichkeit des Schülers zu zerstören und auszulöschen und durch das strikt kodifizierte, tibetisch-mongolische Götterheer zu ersetzen. Und über diesem steht der Guru als ein Gott über den Göttern: Er hat Macht über sie, er ist Herrscher über Leben und Tod, über Himmel und Hölle. Seine Macht führen die Buddhisten auf ein noch übergöttlicheres Wesen zurück. Der höchste »ADI BUDDHA« verleiht sie allen ihm dienenden Tantra-Meistern. Und dieser ADI BUDDHA hat menschliche Gestalt angenommen im obersten Meister des tibetischen Buddhismus: im Dalai Lama. Das politische Ziel dieser Machtstruktur ist die Errichtung einer weltumspannenden Buddhokratie. Ein »Götterheer« von Meditationsschülern dient dabei als Erfüllungsgehilfen. Es sind die tibetischen Lamas, die das glauben, nicht wir! Aber Politik und Ritual sind im tibetischen Buddhismus genauso austauschbar wie Traum und Wirklichkeit - und deshalb ist es keine Frage des Glaubens, ob man derartige Weltherrschaftsziele für möglich hält. Sie sind möglich, sie sind durchführbar aufgrund des gerade Beschriebenen. Und jeder, der sich an den fortwährenden Ehrenrettungsversuchen der Meditationstechnik beteiligt, leistet dazu einen verantwortungslosen Beitrag.

     

Der »verborgene« Weltherrscher und seine Ziele

     Der Dalai Lama ist - wie anzunehmen ist - der einzige Meister eines bestimmten, besonders geheimen Tantras aus dem 10. Jahrhundert: des Kalachakra-Tantras.33) In diesem Text wird die global-politische Idee eines buddhistischen Weltherrschers (Chakravartin, »Kaiser des Universums«) konstruiert, der Macht über den gesamten Erdkreis beansprucht. Von diesem Weltherrscher und seinem irgendwo im Himalaja verborgenen Königreich Shambala handelt das Kalachakra-Tantra. Um Shambala ranken sich viele Geheimnisse und der Glaube, daß es tatsächlich real existiere. So dienten auch die nationalsozialistischen SS-Expeditionen nach Tibet der 30er und 40er Jahre der Suche nach diesem okkulten Shambala-Reich.34) Die Symbolik, mit der sich der Dalai Lama heute umgibt, spricht nun deutlich dafür, daß er auch als Inkarnation dieses »Weltenkönigs« anzusehen ist. Indem er bei seinen weltweiten Auftritten immer wieder die unteren Grade des Kalachakra-Rituals öffentlich aufführen läßt, bringt »Seine Heiligkeit« zum Ausdruck, wie sehr er sich mit diesem Tantra identifiziert. Demnach ist unser Friedensnobelpreisträger Verfechter der Errichtung einer weltumspannenden Buddhokratie, für die ein »Götterheer« von Meditationsschülern als Erfüllungsgehilfen dient. Und diese »Shambalisierung« der Welt beruht auf dem höchst aggressiven, gewaltbereiten Mythos35), daß der zornige Herrscher von Shambala in einer gewaltigen Endzeitschlacht alle Feinde der buddhistischen Lehre (zuerst den Islam) vernichten wird, um ein »Goldenes Zeitalter« zu begründen. In dem Mythos verfügt der Weltherrscher nicht nur über außerordentlich »wilde Krieger«, sondern auch über die ungewöhnlichste Waffentechnik. Da erinnert man sich daran, daß der Dalai Lama im Mai 1998 in seiner ersten Reaktion auf die indischen Kernwaffentests erklärte, er sei dafür, daß Indien seine Nuklearwaffen behalte.36) Und welch ein Zufall: die ersten indischen Kernwaffenversuche von 1974 liefen ja unter dem Geheimcode »Buddha, der Herr, hat gelächelt!«. Auch die Tests von 1998 wurden ganz bewußt am Geburtstag des Gautama Buddha gezündet.37) Nun, den lächelnden Dalai Lama, kann ein Atomkrieg zwischen China und Indien oder Pakistan wohl nicht abschrecken. Er glaubt ja, wir werden sowieso alle wiedergeboren und die Weltzeitalter folgen ohnehin einem Rhythmus von Zerstörung und Auferstehung. Es ist aber doch seltsam, daß der Vertreter dieser Ritual-Politik mit Lust am Krieg und Triumph über die Leichen der Feinde - Friedensnobelpreisträger ist! Es ist wichtig sich klarzumachen, daß Politik und Ritual im tibetischen Buddhismus genauso austauschbar sind wie Traum und Wirklichkeit. Deshalb ist es keine Frage des Glaubens und keine Übertreibung, die buddhokratischen Weltherrschaftsziele ernstzunehmen. Der Seelenmißbrauch macht sie möglich und jeder, der sich an den fortwährenden Ehrenrettungsversuchen der Meditationstechnik beteiligt, leistet dazu einen verantwortungslosen Beitrag!

     

Abschied von der Religionsfreiheit!

     Der Westen irrt sich, wenn er meint, daß ihm freigestellt wird, sich zum Buddhismus zum bekehren oder nicht! Zivilisierte Vorstellungen von Religionsfreiheit, wo es ein bewußtes Sich Entscheiden wie z.B. bei der christliche Taufe gibt, die für alle Mitmenschen erkennbar einen Wendepunkt und ein offensichtliches Bekenntnis zu einer bestimmten religiösen Haltung darstellt - von solchen westlichen Vorstellungen müssen wird uns im Bezug auf den Buddhismus verabschieden. - Der buddhistische Glaube, wird nicht bewußt in einem demonstrativen Akt angenommen. Es gibt aufgrund seiner Dogmenfreiheit auch keine für andere klar auszumachenden Werturteile, auf die ein Buddhist festgelegt werden könnte. Von keinem Meditations-Anfänger wird jemals der Glaube an Magie eingefordert. Natürlich nicht! Der Buddhismus fällt nicht mit der Tür ins Haus, wie das Christentum. Langsam, unmerklich, je mehr nämlich im Laufe fleißiger Meditationsübungen Traum und Wirklichkeit verschwimmen, wächst dieser Glaube ganz wie von selbst. Irgendwann im Laufe dieses schleichenden Prozesses wird der Meditierende ganz automatisch Buddhist, getreu der grundlegenden Buddha-Lehre: das Leben ist ein Traum. Der Buddhismus ist ein Glauben, der wirklich nicht im herkömmlichen Sinne missionieren muß, denn er ist das selbsttätig wachsende Ergebnis fleißiger meditativer Praktiken. Am Anfang steht die freiwillige Meditationsübung, Traum und Wirklichkeit nicht zu unterscheiden zu wollen - und am Ende steht die Unfähigkeit, Wirklichkeit und Traum nicht mehr unterschieden werden können! Diesen Glauben zieht man sich zu wie einen Schnupfen: wenn man ihn hat, ist es zu spät, sich warm anzuziehen. Buddhist zu werden ist keine Frage des Willens, der Überzeugung oder der freien Entscheidung! Dem Dalai Lama kann es wirklich völlig gleichgültig sein, ob wir Christen, Moselms oder sonstwas sind - wir müssen nur fleißig das Imaginieren üben. (vgl. die schädigenden Folgen der neuderings üblichen Phantasiereisen im Schulunterricht: Schulkinder werden heute bereits staatlich sanktioniert im Imaginieren geübt!) Es ist diese Hinterhältigkeit der buddhistischen Mission, die - neben Frauen- und Kinderschändung, neben Schwachsinn und seelischer Brutalisierung, neben dem alle moralischen Seelekräfte vernichtenden Seelenmißbrauch - verabscheungswürdig und widerwärtig ist!



Schlußwort
Der Buddhismus ist keine »sanfte« Religion! Im Hinblick auf das Schöpfungsziel ist der die Ausgeburt menschlicher Unvollkommenheit. Im Hinblick auf die einzelne Menschenseele ist er der Totengräber aller Seelenkräfte des Ichs. Die Meditationstechniken, die er als Heilsweg anempfiehlt, führen nicht zu genialer Erkenntnis und führen schon gar nicht zu »Gott«. Die buddhistische Meditation ist das Morphium der Denk-, Urteils- und Willenkräfte, Zerstörer der Grundlagen sittlicher Freiheit, unwürdige persönlichkeitsvernichtende Dressur. Dies hat Mathilde Ludendorff seelenkundlich und philosophisch längst bewiesen. Und wen das nicht überzeugt hat, der mag sich zusätzlich über die Ergebnisse und Entwicklungen der Hirnforschung kundig machen. Deshalb: Schluß mit den Ehrenrettungsversuchen der Meditationsübungen! Auf die Bedrohung der Völker, die vom »Dach der Welt« ausgeht, hat das Haus Ludendorff immer wieder hingewiesen. Wann wird der Westen endlich begreifen: Der Buddhismus bedroht nicht nur die sittliche Freiheit der einzelnen Menschenseele. Er befördert den Untergang ganzer Kulturen, den Verfall der Völker in Abgründe unseliger Machtgestaltung ihrer Geschichte. Die Völker Asiens, die seit Jahrhunderten die buddhistische Religion angenommen haben, das Schicksal Tibets, stehen hierfür als offensichtliches Mahnmal. Buddhismus und Gotterhaltung, Buddhismus und Volkserhaltung, gehen nicht zusammen. Das allseits im Westen verbreitete Motto »Ex oriente lux - aus dem Osten kommt das Licht« ist der gröbste weltanschauliche Betrug, der uns seit langem zugemutet wurde.



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Fußnoten:


  1. Gerald Messadié, Die Geschichte Gottes. Über den Ursprung der Religionen, Paris 1997 (dt. Berlin 1998), 121.
  2. vgl. Hans Kopp, Der geschichtliche Weg zur vollendeten Gotterkenntnis,
    Abschnitt "Der Brahmanismus", Pähl 1979, 46-50.
  3. vgl. zum folgenden Hans Kopp, Der geschichtliche Weg zur vollendeten Gotterkenntnis,
    Abschnitt "Der Buddhismus", a.a.O., 51-57.
  4. vgl. M. Ludendorff, Triumph des Unsterblichkeitwillens, Pähl 1983 (Tb), 94.
  5. M. Ludendorff, Triumph des Unsterblichkeitwillens, a.a.O., 183
  6. vgl. Gerald Massadié, Die Geschichte Gottes, a.a.O., 137ff.
  7. Lebensdaten: etwa 559 - 468 v.u.Z.
  8. sprich: Dschainismus
  9. Gerald Messadié, Die Geschichte Gottes. Über den Ursprung der Religionen, Paris 1997 (dt. Berlin 1998), 127.
  10. vgl. Anfänge des Christentums!
  11. M. Ludendorff, Die Volksseele und ihre Machtgestalter, Pähl 1955, 477/78.
  12. M. Ludendorff, Die Volksseele und ihre Machtgestalter, a.a.O., 449.
  13. M. Ludendorff, Die Volksseele und ihre Machtgestalter, a.a.O., 453/54.
  14. M. Ludendorff, Induziertes Irresein durch Okkultlehren, Pähl 1970, bes. Abschnitt "Künstliche Verblödung durch Übungen", 51-73.
  15. M. Ludendorff, Die Volksseele und ihre Machtgestalter, a.a.O., 455.
  16. M. Ludendorff, Die Volksseele und ihre Machtgestalter, a.a.O., 455/56.
  17. Thomas Schweer, (Stichwort) Buddhismus, a.a.O., 60/61.
  18. M. Ludendorff, Die Volksseele und ihre Machtgestalter, a.a.O., 479.
  19. Gerald Massadié, Die Geschichte Gottes, a.a.O., 132/33.
  20. Thomas Schweer, (Stichwort) Buddhismus, München (Heyne Tb) 1998, 42.
  21. M. Ludendorff, Die Volksseele und ihre Machtgestalter, a.a.O., 484/85.
  22. vgl. Thomas Schweer, (Stichwort) Buddhismus, a.a.O., 43.
  23. sprich: Wadschrajana
  24. vgl. Hermann Rehwaldt, Götter, Priester, Politik. Der Buddhismus als weltpolitische Frage, in: Am heiligen Quell deutscher Kraft (21) 5. 2. 1938, 831-839.
  25. vgl. Thomas Schweer, (Stichwort) Dalai Lama und Lamaismus, München (Heyne Tb) 1995, 43-66.
  26. Ritualmorde gehören zur Religion des tibetischen Buddhismus. Am 4. Februar 1997 fand man nur wenige Meter von der Residenz des Dalai Lama entfernt die Leichen des 70jährigen Lamas Lobsang Gyatso und zweier seiner Schüler. Alle Beobachter und Kommentatoren waren sich einig, daß die drei Männer rituell ermordet worden sind. vgl. Bericht der Süddeutschen Zeitung (158) 1997. - Zu Symbolik und Realität des tantrischen Ritualmordes vgl. Victor und Voctoria Trimondi, Der Schatten des Dalai Lama: Sexualität, Magie und Politik im tibetischen Buddhismus, Düsseldorf 1999, 122-128.
  27. in etwa: "ein Bekenntnis zur Selbstlosigkeit, Hilfsbereitschaft..."
  28. zit. nach: Victor und Victoria Trimondi, Der Schatten des Dalai Lama: Sexualität, Magie und Politik im tibetischen Buddhismus, Düsseldorf 1999, 18/19.
  29. vgl. Victor und Victoria Trimondi, Der Schatten des Dalai Lama. Sexualität, Magie und Politik im tibetischen Buddhismus, Düsseldorf 1999, 38.
  30. vgl. Victor und Victoria Trimondi, Der Schatten des Dalai Lama, a.a.O., 164/65, Anm. 14.
  31. Vor allem C. G. Jung leistete dieser Argumentation Vorschub
  32. Der deutsche Orientalist und Archäologe Albert Grünwald (1856-1935) übersetzte das Kalachakra-Tantra in die deutsche Sprache. Es ist die einzig bekannte Gesamtübersetzung in eine westliche Sprache und liegt heute in der bayrischen Staatsbibliothek. (Das V. Kapitel ist leider abhanden gekommen.) Grünwald nannte das Kalachakra das "tiefverruchte Buch" und war erschrocken und entsetzt über dessen Inhalt. Grünwald gilt allerdings als umstritten. Seit den 20er Jahren wies sein Charakter zunehmend paranoide Züge auf, eventuell litt er an einer Syphilis. Buddhisten sehen in seinem Wahnsinn und frühen Tod die Strafe dafür, daß er unbe-fugt in die Geheimlehre eingedrungen sei. Es gibt jedoch auch Forscherkollegen, die bezeugen, daß Grünwald in wissenschaftlichen Angelegenheiten immer seine Gedanken zusammen hatte. vgl. Trimondi, a.a.O., 288ff.
  33. vgl. Trimondi, a.a.O., Abschnitt "Der Faschismus und seine engen Beziehungen zum buddhistischen Tantrismus", 646ff.
  34. vgl. Trimondi, a.a.O., Abschnitt "Der aggressive Mythos von Shambala: Krieg zwischen Buddha und Allah", 266ff.
  35. vgl. AP(assosiated press), 13. Mai 1998.
  36. Lt. Berichten in FOCUS 21/1998, 297; Der Spiegel 21/1998, 162.
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