Von Gunther Duda
Wie alljährlich stehen wir an der Totenstätte der beiden Größten unseres an Großen so reichen Volkes. Wir weilen an einer Stätte des Gedenkens, die ebenfalls einzigartig ist in unseren Landen: voller Würde, Erhabenheit und Schönheit.
Weit in die Zukunft schaut die stolze Büste des Feldherrn und das Schwert zeugt von seinen gewaltigen Taten wie dem ewigen Ringen um Leben und Freiheit unseres Volkes. Unsterblichkeitswille, ihn strahlt dieser stille Ort aus: die bemoosten Findlinge, der kantige Granit, der Mäander, der stolze Name Ludendorff, die hochaufstrebenden Bäume.
Wiederum gedenken wir Leben und Wirken zweier Menschen, die unauslotbar in ihrer Bedeutung sind. Beide verkörperten sie vollendet Wille und Wesen unseres Volkes, seinen Selbstbehauptungswillen, seine Gottwerte. Untrennbar war ihr Leben verwoben. Und das schon vor ihrem Kennenlernen 1923 und der Eheschließung 1926. Erich Ludendorffs Ringen seit 1905 um die Heeresverstärkung, die den Frieden bewahren sollte und seine geniale Kriegskunst im 1. Weltkrieg bewahrten Volk und Reich vor der Zermalmung. Gotterkenntnis konnte werden!
In beiden Großen wachte die Volksseele! Und so war es fast zwangsläufig, daß sie sich fanden: Durch die Weltkriegstaten des Feldherrn, seine erweckenden »Kriegserinnerungen« und die Not von Volk und Staat durch den ungestillten Vernichtungswillen der Sieger. Bedrohten doch seit 1920 klerikale Separatisten ernsthaft die erst 1871, 50 Jahre zuvor, erneut erkämpfte Deutsche Einheit. Doch schon die Anwesenheit des weithin verehrten Generals in Bayern und seine Rolle über den verschiedenen gegenrevolutionären Verbänden ließen die Zerstückelungspläne wie den Versuch der Restauration des Heiligen Römischen Reiches unter einem Wittelsbachkaiser 1923 scheitern.
Wer nah den Zielen und Wegen Erich und Mathilde Ludendorffs fragt, dem antworten die »Lebensgesetze der Volksseele«. Schon seit 1905 ließ sie ihren Selbsterhaltungswillen durch Wahrnehmung und Vernunft in Ludendorffs Ringen um die Heeresvermehrung nie erlahmen. Nein, der zersetzende Widerstand der Politik »steigerte nur seinen Wunsch, dem Volk das Leben zu erhalten und machte ihn fortschreitend zu einem immer schärferen Streiter«. (W; S. 131) Auch im Kriege ging es ihm einzig und allein »um das Wohl und Wehe des Landes«, (23.1.1916; K; S. 154) keineswegs um »Expansion«, sondern nur um den »Schutz unserer heiligsten Interessen.« (1.10.1917, K; S. 162) »Nur ein besorgtes deutsches Herz läßt mich immer wieder sprechen.« (23.1.1916, K; S. 154)
Die Geschichte des 19./20. Jahrhunderts beweist, daß der 1. Weltkrieg ein seit 1889, dem 100. Geburtstag der Französischen Revolution, geplanter imperialistisch-ideologischer Vernichtungskrieg gegen das Reich war aber auch der Auftakt zum 30-jährigen europäischen Völkermorden und Paneuropa. Der »Große Generalstab« erfüllte hier nur das »einfache Gebot der Selbsterhaltung« (W, S. 125), selbst dann, wenn er letzten Endes dem Einweltlerismus nur Landsknechtdienst leistete.
Das aufrüttelnde Werk »Meine Kriegserinnerungen« (1919) des bedeutendsten Soldaten des 1. Weltkrieges, diente ebenfalls nur seinem Volke. Dieses Werk ließ in weiten Volkskreisen den durch Umsturz und Niederlage ermatteten Stolz neu erwachen. Im gleichen Jahr erschienen die »Entgegnungen auf das (verlogene) amtliche Weißbuch« und die »Französische Fälschung meiner Denkschrift über den drohenden Krieg von 1912«.
1921 begannen Ludendorffs Forschungen über die Ursachen des Krieges, des Zusammenbruchs des deutschen Volkes, sowie über »unsere Vergangenheit (und) die wahren Zusammenhänge unseres gegenwärtigen politischen Lebens«. Hinter all diesem Suchen stand stets die Frage nach der »Gewinnung von Grundlagen einer wirklichen deutschen Volksschöpfung«, einer Volksgesundung, »die allen Stürmen der Zeit Stand halten und sich nicht so brüchig erweisen würde wie unser Volksleben im Weltkrieg«. (1, 175)
In seiner großen Anklagerede vor dem Volksgerichtshof 1924 konnte er deshalb auch den damals wie heute fast alle beherrschenden Irrtum zurückweisen, »die Wirtschaft sei unser Schicksal.« Mag sie auch noch so einflußreich sein, letzten Endes werden nur »geistige Mächte und Ideen die Geschichte der Welt bestimmen. Sie erstreben Macht und werden damit zur Politik und ergreifen die Wirtschaft, um sie zu festigen«. (1, 271) In der Folge wurde ihm aber weiter bewußt, daß die Religion keineswegs die Politik mißbraucht. Religionen, auch ihre sozialen Ersatzlehren, prägen nun einmal Denken, Aufmerksamkeit, Wahrnehmen, Fühlen und Wollen der Menschen. Und das bedeutet stets Politik, unmittelbare wie mittelbare. Religion, Politik, Wirtschaft und Recht sind, wie man immer noch wähnt, keineswegs »Dinge an sich, sondern alles Handeln der Menschen entspringt seiner Weltanschauung.« Wahrheit ist deshalb: »Nicht Weltzwangswirtschaft, sondern freie sittliche Wirtschaft freier Völker, die einander achten, ist die Rettung der Völker. Sie liegt im Wesen arteigener Gotterkenntnis.« (1, 313)
In dieser Rede von 1924 sprach der General erstmals auch die überlebenswichtige »Glaubensfrage« an. In den folgenden Jahren erkannte er dann »nach und nach die unheilvollen (geistigen) Kräfte, die den Zusammenbruch des Volkes verursacht hatten und in ihnen die wahren Feinde der Freiheit des deutschen Volkes und ihr Wirken... Ich machte mir zu eigen, daß die Christenlehre und die von ihr dem Volke gegebene Lebensgestaltung die Grundursache allen Unheils seien.« (1, 13 f.)
Es war im Herbst 1923 als Mathilde v. Kemnitz ihm »mit überzeugender Klarheit ausführte, wie notwendig es sei, der Glaubensfrage neuen Inhalt zu geben und in einer neuen Reichsverfassung unantastbare Grundsätze für Glaubensfreiheit aufzustellen.«
Mit dieser Forderung trat der »neue Inhalt der Glaubensfrage«, die Erkenntnisphilosophie, zu Ludendorffs Geschichtsforschung. Sie gab ihm die lang ersehnten »Grundlagen der Volksschöpfung«. Seelenkundlich gesehen verschmolzen hier Vernunft, Wahrnehmung, Wahlkraft von Erinnern und Tat mit dem Selbst- und Gotterhaltungswillen der Volksseele. Damit ward die »größte (geistig-seelische) Revolution, die die Welt seit Jahrtausenden sah« geboren: »die Befreiung der Völker und der Menschen aus Priesterhand«. Und ebenso ward der »Schlüssel zur Weltgeschichte« gewonnen. Denn, so heißt es in der »Philosophie der Geschichte« (1933/1955, S. 135):
»Geschichtskenntnis ist ... nicht ein Zeitvertreib einzelner Gelehrter im Volke; sondern gründliches Wissen über die Schicksale des eigenen Volkes und der anderen Völker in den vergangenen Jahrhunderten ist Lebensnotwendigkeit für ein ganzes Volk und eine der Grundvoraussetzungen für seine Erhaltung«. Erhaltung eines Volkes aber heißt Erhaltung des göttlichen Schöpfungssinnes in seiner großartigen Mannigfaltigkeit. (»Pluralismus«)
Erich Ludendorff befand:
»Rasseerbgut und Gotterkenntnis sind die beiden Kraftquellen, aus welchen der auf Volkserhaltung und Sinnerfüllung gerichtete Wille eines Volkes gebildet wird, der die Glieder des Volkes befähigt, volkszerstörende Willensbildungen und Willensbindungen, Selbstsucht, artfremde Ideen, Wertungen und vernunftwidrige Vorstellungen zu überwinden.« (WS 607)
Der Geisteskampf Erich Ludendorffs wurde ein immer wesentlicherer und ein alle Lebensgebiete umfassender Kampf für die Freiheit, diesen transzendenten Wesenszug der Erbwerte und des Gottesstolzes des Ichs. Diese Entfaltung erklären Abwehr wie Aufbau. Abwehr waren sein Ringen gegen die seit der Verchristung herrschende Unfreiheit, die Gründung des Tannenbergbundes, die Aufklärung über Bibel, Weltfreimaurerei, Jesuitismus, Buddhismus-Lamaismus, den Okkultismus, die Suggestivabrichtung der Menschen, der leidenschaftliche Kampf gegen den Hitlerismus und für den Frieden.
Aufbau waren seine »erkennende Geschichtsschreibung«, seine »Volkserziehung« für die Bedeutung arteigener Weltanschauung, sein Eintreten für die Ebenbürtigkeit der Frau und vor allem die Verbreitung der Gotterkenntnis sowie die Gründung des »Deutschvolks« 1930, seit 1937 »Bund für Gotterkenntnis Ludendorff e.V.«
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Ist Erich Ludendorff gescheitert? - Mitnichten! Und das trotz der eingeimpften globalen Psychosen von heute und der todernsten Lage unseres Volkes und der anderen Völker.
Seine großen Siege von 1912 bis 1918 bewahrten das Reich, nicht anders als sein Kampf gegen den römischen Separatismus. Sein und des Tannenbergbundes »Zerreden« des drohenden Weltkrieges von 1932 verhinderte, daß Deutschland Schlachtfeld wurde wie seit 1940. Der freimaurerische Weltorden hat sich von Ludendorffs Aufklärung bis heute zumindest in Deutschland nicht erholt und die Gesellschaft Jesu ist auch nicht mehr das, was sie einmal war. Kardinal Meisner/Köln warf ihr soeben einen »weiteren Verlust an Religiosität« vor. Jesus sei »für viele nur noch ein großer Mensch – aber nicht mehr Sohn des lebendigen Gottes«. (Bild, 29.9.2000) Rom wurde zwar mächtiger denn je, doch das nur äußerlich.
Den Ausbruch des 2. Weltkrieges 1939 konnte Ludendorff trotz seiner weltweiten Aufklärung über die Kriegsverantwortlichen nicht mehr verhindern. Er schloß am 20.12.1937 seine Augen für immer.
Wohl ist das Reich der Deutschen durch fremde wie eigene Schuld untergegangen, doch das Volk und mit ihm die Gotterkenntnis überlebten die Stürme des Völkermordens und alle Ausrottungsversuche. Das weitere Eindringen der Gotterkenntnis in die Völker bleibt Aufgabe für Geschlechterfolgen. Das aber allein durch ein »Organisches Wachsen« wie das der General schon 1928 feststellte.
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Ludendorffs soldatisch-knappen »Gedankengänge« über das Wesen der Gotterkenntnis im 2. Band seiner Lebenserinnerungen von 1951 trafen wohl nicht nur mich tief in ihrer Klarheit. Mit ihnen sei geendet:
»Deutsches Gotterkennen ist Tatsächlichkeit. Ebensolche Tatsächlichkeit wie das Gesetz der Schwerkraft. Ebenso wie dieses ist Gotterkenntnis, weil sie Tatsächlichkeit ist, unerschütterlich und unabbiegbar. Aber sie gerade ist es, die zum ersten Male gezeigt hat, daß das Gotterleben der einzelnen Menschenseele unantastbar frei ist und jede Vorschrift und Anweisung für das Erleben des Göttlichen, wie es alle Religionen... auch die Christenlehre betreiben, ein Verbrechen an dem Göttlichen selbst ist, da die Seele in ihrem Gotterleben gestört und es durch solche Eingriffe gefährdet wird...
Gott ist in der Gotterkenntnis jenseits von Zeit, Raum und Ursächlichkeit, unfaßbar durch die Vernunft und die Begriffe, (Gott ist) Wesen (und) Kraft aller Erscheinung im Weltall, dessen Wille im Menschen Bewußtheit Gottes hat werden lassen; das Ich der Menschenseele kann das Göttliche seinem Wesen nach erleben, die Vernunft des bewußten Menschen macht eine Erforschung der Erscheinungswelt nach den vorliegenden Erkenntnissen und der Natur- und Geisteswissenschaften möglich, und das Erleben der Seele, mit dieser Forschung geeint, gibt das Erkennen der letzten Fragen nach dem Sinn des Weltalls, des Menschenlebens, der Unvollkommenheit des Menschen, des Todesmuß und der Rassen und Völker als Rassepersönlichkeiten.
Sinn der Rassen und Völker als Rassepersönlichkeiten ist, Gott auf ihre Art zu erleben und das Gottlied entsprechend ertönen zu lassen. Erhaltung der rassischen Erbeigenart, aber auch Kennen ihrer Stärken und Schwächen ist Voraussetzung für das Gotterleben des einzelnen und ganzen Volkes, andernfalls ist es gefährdet.« (2, 284)