Ich klage an!

Der Vertreibungsholocaust am deutschen Volk – ein Jahrtausendverbrechen!

Zur beabsichtigen Endlösung der deutschen Frage in Ost-, Südost- und Mittelosteuropa

Von Mag. Rolf-Josef Eibicht


In zorniger Trauer
verneigen wir uns vor den
Millionen Opfern
des Völkermordes,
des verschwiegenen Holocaust
am deutschen Volk,
der von seinen Feinden beabsichtigten
und erhofften
Endlösung der deutschen Frage
in Ost-, Südost- und Mittelosteuropa.



     Es gibt aus dem 20. Jahrhundert noch einen bestialischen Völkermord, den bislang verschwiegenen Vertreibungsholocaust am deutschen Volk, der nun unaufschiebbar wiedergutgemacht werden muß. Solange dieses Menschheitsverbrechen, die wohl größte Massenaustreibung in der Weltgeschichte, nicht wiedergutgemacht wird, kann es keine wirklich dauerhafte Aussöhnung unter den Völkern in Europa, eine erst daraus resultierende gesicherte Zukunft und Friedensordnung geben.

     Der Terminus Holocaust, wahrlich ein mörderischer Begriff des Grauens und Schreckens, wurde schon 1913 durch den Engländer Duckett Z. Ferriman als Begriff für Völkermord oder Megatötung in die internationale politische Literatur eingeführt. Es ist desweiteren strikt anzuraten, einen engen Zusammenhang zu sehen zwischen den Fragen der deutschen Heimatvertriebenen, d. h. Ostdeutschland und dem Sudetenland, und der Funktionsfähigkeit des politischen Systems. Auch im vitalen Interesse des Bestands des politischen Systems der Parteiendemokratie muß dieser Völkermord und Vertreibungsholocaust seine Wiedergutmachung finden. Eine Demokratie, die die existentiellen nationalen Interessen, die nationalen Lebens- und Überlebensrechte des eigenen Volkes nicht wahrnimmt, gar als ein Instrument zu dessen Unterdrückung erscheint, kann nur auf Sand gebaut und eine Attrappe sein. Sie kann sich so nicht der wirklichen Zustimmung des Volkes sicher sein. Das Volk will die Betonung der Eigeninteressen, nicht der Fremdinteressen, es will letztendlich Freiheit und Gerechtigkeit. Nur in der Freiheit leiden wir nicht!

     Eine Demokratie, in der die herrschende politische Klasse und Kultur die nationale Identität des eigenen Volkes permanent preisgibt, kann letztlich nur eine blanke Illusion sein, sie ist zutiefst unglaubwürdig geworden. Eine Demokratie ohne nationale Identität und nationale Würde ist eine in sich zersetzende und verkommene, entartete Angelegenheit. Wer die Menschenrechte, das Selbstbestimmungsrecht und das Heimatrecht, von heute 20 Millionen deutscher Heimatvertriebenen und ihrer Nachkommen glaubt völlig ungestraft übergehen zu können, setzt mittelfristig die demokratische Entwicklung unseres Landes aufs Spiel. Demokratie ohne Patriotismus ist schlimmer als ein Fehler, sie ist ein Verbrechen. Daran sollte es nicht den geringsten Zweifel geben. Demokratie und Patriotismus bedingen einander; das Nationale ist das eigentlich Humane. Die Wiedergutmachung des bislang verschwiegenen Vertreibungsholocaust am deutschen Volk ist somit sowohl aus außenpolitischen als auch mehr noch aus innenpolitischen Gründen, aus Gründen der politischen Kultur und der Glaubwürdigkeit, unabdingbar erforderlich.

     Das deutsche Volk wird niemals letztlich die Kraft finden können, über diesen ungesühnten Vertreibungsholocaust, der ein Jahrtausendverbrechen am deutschen Volk war und ist, ganz einfach zur Tagesordnung überzugehen. Das deutsche Volk braucht auch dringend Entlastung gegenüber den permanenten Angriffen auf seine jüngste Vergangenheit, nach 55 Jahren muß hier endlich ein Schlußstrich gezogen werden. Auch kann eine Demokratie auf Dauer keinen Bestand haben, die den Völkermord am deutschen Volk einfach hinnimmt und somit die Menschenrechte von 20 Millionen deutscher Heimatvertriebenen und ihrer Nachkommen permanent aus nationaler Willfährigkeit und Würdelosigkeit heraus mißachtet, die Heimatvertriebenen von den Altparteien auch weiterhin nur als »Stimmvieh« (Linus Kather) mißbraucht werden, wie in Jahrzehnten zuvor. Eine Demokratie, die sich nicht nur schuldig macht an einer so nie wirklich zu errichtenden dauerhaften europäischen Befriedung, schuldig macht indem sie den Bestand des politischen Systems, die Demokratie gefährdet, schuldig macht auch vor der internationalen Völkergemeinschaft, weil sie ein Beispiel zur Nachahmung gibt, durch die Duldung und Hinnahme von Völkermord durch Massenaustreibung, das Völkerrecht also hier unheilvoll und unverantwortlich präjudiziert, als Beispiel für jeden weiteren Vertreibungsholocaust, Annexion und Deportation. Alles Völkerrecht der Welt verbietet Völkermord durch Massenaustreibung. Wir Deutschen sollten nicht länger bereit sein, den an uns begangenen Vertreibungsvölkermord länger hinzunehmen; ungesühnt und ohne Wiedergutmachung zu lassen. Wir alle sind Schlesier, wir alle sind Sudetendeutsche; es geht um Deutschland.

     Auch hätte uns niemand durch den »2+4-Vertrag« zum Totalverzicht auf Ostdeutschland zwingen können, die Teilwiedervereinigung wäre ohnehin früher oder später nicht aufzuhalten gewesen, aber dann ohne Totalverzicht auf ein Viertel des Deutschen Reiches, dies ist die Wahrheit! Auch hätte die deutsche Politik niemand zwingen können unverschämten Prager Forderungen nachzugeben. Wie ist dieser Verrat an den zentralen nationalen Interessen eines Volkes überhaupt möglich, kann dies der gesunde Menschenverstand verstehen?

     Der Vertreibungsholocaust an den Deutschen in Ost-, Südost und Mittelosteuropa, darunter an den Ostdeutschen und Sudetendeutschen, die beabsichtigte und erhoffte und weit vor Kriegsende geplante osteuropäische »Endlösung der Deutschenfrage«, war fraglos einer der größten Völkermorde der Menschheitsgeschichte, fraglos das größte Vertreibungsmassenverbrechen der Geschichte. Die Welt hört alles von den Verbrechen der Deutschen, die Welt hört nichts von den Verbrechen an den Deutschen. Unmittelbar vor Kriegsende und zu 90 % nach dem 8. Mai 1945 fand ein ungeheuerlicher Vertreibungsholocaust am deutschen Volk statt. Unmittelbar vor und in den ersten Jahren nach der Kapitulation wurden rund 14,5 Millionen Menschen aus ihrer jahrhundertelang angestammten Heimat ausgetrieben. Noch weit über 1 Million Menschen folgten als Aussiedler und Spätaussiedler, bis auf den heutigen Tag. Dieser bislang verschwiegenen Holocaust kostete mindestens 3 Millionen Heimatvertriebenen das Leben. Diese Zahl wird nach neueren Erkenntnissen noch höher anzusetzen sein. Und dies überwiegend als ein unverjährbarer Völkermord nach Beendigung der Kriegshandlung, also Morde im sogenannten »Frieden«, ein gigantisches Friedensverbrechen! Ein Jahrtausendverbrechen! Der Vertreibungsholocaust an den Deutschen ist bis heute ohne jede Wiedergutmachung geblieben.

     Die Massenaustreibungen der Deutschen aus ihren seit 2000 Jahren und länger (mit der germanischen Urbesiedlung) angestammten Siedlungsgebieten Ostdeutschland und Sudetenland muß ohne Wenn und Aber als Friedensverbrechen bezeichnet werden. Da es sich zudem um einen weitgehend vergessenen, versteckten, verdrängten und verschwiegenen Vertreibungsholocaust handelt, und zudem die Massenaustreibung und das Massenmorden an den deutschen Heimatvertriebenen bis auf den heutigen Tag keinerlei Wiedergutmachung, weder moralische noch finanzielle Würdigung ihrer Opfer erfahren hat, muß folglich auch diesbezüglich von ungesühnten Friedensverbrechen in gigantischem Ausmaß gesprochen werden.

     Im April 1950 stellte Senator William Langer vor dem US-Senat fest: »Die Massenvertreibung ist eines der größten Verbrechen, an welchem wir direkt Anteil haben... In der gesamten Geschichte findet sich nirgends ein so scheußliches Verbrechen aufgezeichnet wie in den Berichten über die Begebenheiten in Ost- und Mitteleuropa. Schon 15 bis 20 Millionen wurden von den Stätten ihrer Vorfahren entwurzelt, in die Qual einer lebendigen Hölle geworfen oder wie Vieh über die Verwüstungen Osteuropas getrieben. Frauen und Kinder, Alte und Hilflose, Unschuldige und Schuldige wurden Greueltaten ausgesetzt, die noch von niemandem übertroffen wurden.«

     Prof. Dr. Werner Frauendienst in Mannheim stellte 1962 treffend fest: »Wie die Hyänen sind Polen hinter den Russen hergezogen und haben sich ihre Opfer geholt, Männer, Frauen und Kinder, die in Gefängnisse und Lager verschleppt, dort zu Tode gequält und umgebracht wurden, um Raum für Polen zu schaffen, die nicht in einen menschenleeren Raum kamen, sondern der erst menschenleer gemacht wurde.«

     Ostdeutschland war niemals polnisch wie das Sudetenland niemals tschechisch war. Selbst die Verzichtspolitik der Regierung Kohl, etwa durch den »2 + 4 Vertrag« und den sich daran anschließenden polnischen und tschechischen Verträgen und Erklärungen, kann hieran nichts ändern. Aus Unrecht kann niemals Recht werden. Nichts ist endgültig geregelt, solange es nicht gerecht geregelt ist. Die Geschichte kennt keinen Schlußstrich. Es kann nicht so bleiben wie es ist, wenn es auch nicht mehr so wird, wie es war. Wir erinnern hier an das Wort von Oswald Spengler: »Niederlagen und Friedensschlüsse wirken niemals so, wie es in der Absicht der Sieger liegt. Alle Verträge sind vergänglich, weil die Grundlagen, Umstände und Ansichten sich ändern, auf denen sie errichtet sind, weil das Antlitz der Geschichte von einem Jahrzehnt zum anderen ein anderes wird. Die Siege sind es auch; denn der Sieger selbst kann an ihnen zugrunde gehen.«

      Die Frage Ostdeutschlands und des Sudetenlandes kann nicht durch einen unverantwortlichen und unlegitimierten deutschen Totalverzicht, ohne jeden historischen Ausgleich und Kompromiß mit den Vertreiberstaaten, aus der Welt geschafft werden. So tief kann ein Volk nicht sinken und in Ketten liegen um dies für alle Zeiten hinzunehmen. Ein schamloses Verbrechen an der Freiheit und dem Selbstbestimmungsrecht des deutschen Volkes, an seinen vitalen nationalen Interessen.

     Deshalb gilt für uns unumstößlich und bleibt glasklar festzustellen: Die ostdeutschen und sudetendeutschen Fragen sind nach wie vor politisch, historisch und völkerrechtlich offen. Diese Fragen sind solange offen, solange Selbstbestimmung, das Recht auf die Heimat und die vermögensrechtlichen Probleme offene und ungelöste Fragen sind. Die Deutsche Frage ist nicht gelöst, nur weil das Brandenburger Tor offen ist.

     Die polnischen und tschechischen Vertreiberstaaten sollten endlich ihre Raubsicherungspolitik beenden und zu einem historischen Ausgleich und Kompromiß bereit sein. 55 Jahre nach Flucht und Vertreibung sollten wir Deutschen nun endlich die offenen Fragen um Ostdeutschland und das Sudetenland anpacken und zu lösen trachten.

     3 Millionen Vertreibungstote durch den Vertreibungsholocaust, das entspricht etwa der seinerzeitigen Einwohnerzahl der Republik Irland.

     Insgesamt muß man heute davon ausgehen, daß bei dem Vertreibungsholocaust allein 1,4 bis 1,5 Millionen Ostdeutsche (Oder-Neiße-Gebiete) und 272.000 bis 300.000 Sudetendeutsche ums Leben kamen. (Eine Publikation der Bundesregierung gibt die Zahl der ostdeutschen Vertreibungsopfer mit 1.225.000 und der sudetendeutschen Opfer mit 267.000 an; dies allerdings ohne die Berücksichtigung der von Polen und Tschechen ermordeten 22.000 deutschen Soldaten während des Vertreibungsprozesses, ohne die »Nachvertreibungs-Toten«) Ein unglaublicher Vorgang des Vertreibungsholocaust, des Völkermordes, ein Jahrtausendverbrechen!

     An Millionen von Deutschen verübte Morde und sonstige Gewaltverbrechen, Menschenvernichtungen die bis heute totgeschwiegen und verleugnet werden. Eine von Deutschlands Feinden beabsichtigte und erhoffte Endlösung der deutschen Frage in Osteuropa und Mittelosteuropa, ein »wohlvorbereitetes System der Dezimierung und Vertreibung der Deutschen« etwa aus den Ostgebieten und dem Sudetenland, »eine neuartige Form staatlich gelenkter Liquidationspolitik«, inszeniert mit Billigung der USA und Großbritanniens.

Gebietsverluste der Ostgebiete des deutschen Reiches:

     (Oder-Neiße Gebiete: Ostpreußen, Ost-Pommern, Ost-Brandenburg, Schlesien, Danzig)

     Geht man von den Grenzen Deutschlands von 1937 aus, dann umfassen die abgetrennten Gebiete rd. 114.140 qkm (Statistisches Bundesamt). Das entspricht der gesamten Fläche der Schweiz, Belgiens, der Niederlande und Luxemburgs oder etwa 1/5 der Fläche Frankreichs, 1/3 der Fläche Italiens und fast der Hälfte der Fläche der britischen Inseln; mehr als der 5-fachen Fläche Israels. Die Vertreibung der Ostdeutschen entspräche der Deportation mehr als der gesamten Bevölkerung Österreichs oder der Schweiz, um Millionen mehr als Israel heute Einwohner hat.

     Es muß hier weiter angemerkt werden, daß der polnische Imperialismus und Landraub sich schon nach dem Ersten Weltkrieg betätigte. Zwischen 1918 und 1946 eignete er sich über 160.000 qkm Landfläche des Deutschen Reiches an; 46.140 qkm nach dem Ersten und 114.140 qkm nach dem Zweiten Weltkrieg. Nicht zu vergessen ist das nördliche Ostpreußen, das 1945 in den sowjetischen Machtbereich kam, hemmungslos ausgebeutet wurde und heute vollkommen unterbesiedelt, ökonomisch und ökologisch heruntergekommen darniederliegt. Bei dem geraubten Ostdeutschland handelt es sich um wertvollste Teile Mitteleuropas.

Gebietsverlust des Sudetenlandes:

     (die Randgebiete Böhmens und Mährens sowie Sudeten-Schlesien)

     Das Sudetenland umfaßt ein Territorium von 27.000 qkm. Es ist somit weitaus größer als die Bundesländer Schleswig-Holstein (15.721qkm), Saarland (2.571 qkm), Hamburg (755qkm), Bremen (404 qkm) und Berlin (891qkm) zusammengenommen (alle 4 Bundesländer = 20.342 qkm). Das Sudetenland ist fast dreimal so groß wie der Libanon und fast so groß wie Belgien, weit größer als Israel. Insgesamt rund 30 der 151 (Stand 1984) Mitgliedsstaaten der UN sind territorial kleiner als das Sudetenland.

     Die Bevölkerung des Sudetenlandes mit ca. 3,5 Millionen war größer als die Einwohnerschaft der drei Bundesländer Saarland (1.042.100), Hamburg (1.571.300) und Bremen (654.200) zusammengenommen (3.267.600). Die Vertreibung der Sudetendeutschen entspräche der Deportation der gesamten Bevölkerung von Bolivien, Irland und Tunesien.

     Der Wert des geraubten Landes, Ostdeutschland und Sudetenland, dürfte heute mehr als 2 Billionen DM entsprechen.

     Zu fragen ist: Wo bleibt die Wiedergutmachung für den Vertreibungsholocaust am deutschen Volk?

     Der offiziell verkündete Verzicht auf Ostdeutschland durch den »2+4-Vertrag« kommentierte die Tageszeitung »Israel-Nachrichten« in Tel Aviv, ein Sprachrohr der deutschen Überlebenden der nationalsozialistischen Judenverfolgung, am 21. September 1992 unübertreffbar wie folgt: »Die Japaner sind eisern. Sie unterscheiden sich von den Deutschen. Die Deutschen haben sich mit dem Verlust ihrer Provinzen Schlesien, Pommern und Ostpreußen abgefunden. Das sind 100.000 Quadratkilometer deutsches Land. Ein Viertel von Deutschland. Trotzdem geben die Deutschen Dutzende Milliarden D-Mark an Rußland und Polen... Die Japaner wollen sich mit dem Verlust von 5.000 Quadratkilometern Inselland nicht abfinden. ,Erst gebt uns die Inseln zurück, dann könnt ihr Geld haben von uns!‘ erklären sie in Richtung Moskau. (...) So dumm wie die Deutschen sind die Japaner nicht ... Die Japaner bleiben dabei: Keine Inseln – kein Kredit. Könnte man nicht von diesen Japanern einiges lernen? Auch wenn man einen Krieg verliert, muß man nicht unbedingt zu allem Ja und Amen sagen.« Diesen Feststellungen der israelischen Tageszeitung in Tel Aviv ist nichts, absolut nichts mehr hinzuzufügen!

     Jedem, der zur hier behandelten Thematik, und weit darüber hinaus, ausführlicheres und weitergehendes wissen möchte, sei die Neuerscheinung des folgenden Buches empfohlen:

Rolf-Josef Eibicht/Anne Hipp: Der Vertreibungsholocaust.
Politik zur Wiedergutmachung eines Jahrtausendverbrechens, 420 Seiten, zahlreiche Dokumente und Abbildungen, mit einem Vorwort von Helmut Müller und Beiträgen von Prof. Emil Schlee, Prof. Dr. Helmut Schröcke, Dr. Walter Staffa, Dr. Alfred Ardelt, Franz Karl Wolf, Karsten Eder und Karl H. Schwind.